Princess Nokia – 1992 // Review

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(soundcloud.com/destiny-frasqueri)

Der Bauch dick, die Brüste winzig: Princess Nokia ist es scheißegal. Ihr Sweater ist ausgeleiert, die Jogginghose hängt an der Hüfte herunter wie ein nasser Sack. In New York geht das: sich aggressiv und gleichzeitig lasziv als »Tomboy« zu inszenieren – als Frau mit Attributen, die Männern zugeordnet werden. Doch Princess Nokias Statement ist nicht nur für die urbane Oase und die www-Blase, in der das »Tomboy«-Video polarisierte. Sie will die ganze Welt erreichen. »1992« ist ihr Manifest. Es fordert ein offensives Auftreten der Frau und verachtet sexistische Objektivierung. Es will Toleranz und gibt dem Rassismus, der der Rapperin mit Wurzeln in Puerto Rico noch immer entgegenschlägt, eine Backpfeife. Klingt sperrig, ist es aber nicht. Denn Princess Nokia wird nicht dogmatisch, sie tanzt lieber. Sie zitiert prollige Art-School-Sounds a la 18+, fährt für Audio-Crack von Lex Luger in die Trap-Küche und kehrt danach zur brennenden Mülltonne zurück, vor der schon 1992 gefreestylet wurde. Der Soul- und East Coast-Flavour von »Saggy Denim« klatscht sich mit der be­drohlich-technoiden Synth-Hypnose von »Brujas« ab. Die Melange der Stile beweist: Die Prinzessin hat keine Berührungsängste mit ihren eigenen Einflüssen und unter­streicht damit ihre Message. »I’m chic but I’m always hood« heißt es schließlich. In der Männerdomäne Rap beweist Princess Nokia Dominanz. Sie bricht auf eine süßliche, gleichzeitig brutale Art mit Geschlechterrollen. Ein starkes Statement, verpackt als Designobjekt.

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