Peter Rosenberg – The New York Renaissance

New-York-Renaissance

 

Viele verstanden Nas‘ Albumtitel »Hip Hop Is Dead« anno 2006 als Kritik an der Vormachtstellung von HipHop aus dem Süden. Aber es war auch ein Hilfeschrei ob der brachliegenden New Yorker Rap-Landschaft. Denn mit Ausnahme einer Handvoll Blockbuster-MCs, die auch weiterhin kommerziell erfolgreich waren, hatte die HipHop-Geburtsstätte den Anschluss verpasst. Langsam aber sicher manövrierte man sich in Richtung Irrelevanz. Derzeit zeichnet sich jedoch eine Wiedergeburt der New Yorker Szene ab. Einer der Vorreiter dieser Entwicklung ist Radio-Host Peter Rosenberg. Der ursprünglich aus Washington, D.C. stammende DJ macht es sich auf dem legendären Sender Hot 97 zur Aufgabe, junge Talente aus den Five Boroughs zu fördern. Immer Sonntagabends bietet er mit seiner Sendung »Real Late« ein Forum für Untergrund-Künstler, die sich so auch einem breiteren Publikum präsentieren können.

 

Gleichzeitig schafft er es mit dem Show-Konzept die gängigen Konventionen des amerikanischen »Urban Radio« aufzubrechen. Anstatt den immer gleichen Playlists aus Ross, Weezy, Drake und Konsorten legt Rosenberg den Fokus auf frische und hungrige MCs vorwiegend aus dem Big Apple. Synthies und ratternde Hi-Hats machen Platz für organisch klingende Drums und staubige Snares. Diese Philosophie deckt sich auch mit der Äußerung, die letzten Sommer zu einem Eklat zwischen Lil Wayne und Hot 97 führte. Rosenberg äußerte sich auf einer Nebenbühne der »Hot 97 Summer Jam« mit den Worten »Fuck that bullshit« über die Nicki Minaj-Single »Starships«. Dies wiederum nahm der Young Money-Chef prompt zum Anlass, den Auftritt der am selben Tag als Headliner gebuchten Minaj abzusagen. Rosenberg verteidigte im Nachhinein seine Aussage gegenüber »TMZ«: »Wieso sollte sie auf mich hören? Ich bin ein Junge aus den Suburbs mit jüdischen Wurzeln, der mit HipHop aufgewachsen ist. Ich liebe HipHop und nehme es sehr ernst. Was ich gesagt habe ist lediglich meine Meinung. Weder hasse ich Nicki Minaj, noch habe ich Beef mit ihr.«

 

Rosenberg macht also kein Geheimnis daraus, dass er kein Freund davon ist, wenn die Grenzen zwischen Rap und Pop verschwimmen. Das beweist auch die Songauswahl des vor wenigen Tagen veröffentlichten Mixtapes »The New York Renaissance«. Auf 17 Tracks und 62 Minuten präsentiert Rosenberg einen Querschnitt dessen, was er Woche für Woche durch den Äther jagt. Neben so illustren Gästen wie A$AP Rocky, Action Bronson, Joey Bada$$ und den Flatbush Zombies sind mit Dyme A Duzin, Kris Kasanova und World’s Fair auch MCs vertreten, deren Buzz außerhalb der Stadtgrenzen noch relativ überschaubar ist.

Aber was nicht ist, kann ja bekanntlich noch werden. Das belegt auch ein Live-Mitschnitt aus der Sendung, in dem sich der Pretty Motherfucker daran zurückerinnert, wie Rosenberg ihn über Facebook kontaktiert hatte und Rocky damals glaubte, dass es sich um ein gefälschtes Profil handelt. Nach weiterem E-Mail-Kontakt spielte Rosenberg jedoch wenig später zum ersten Mal »Peso« von Rockys »Live.Love.A$AP«-Mixtape – der Rest ist Geschichte. »The New York Renaissance« ist also Golden Ära-Sound und nebenbei schon der nächste Superstar aus NYC.

 

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