Partynextdoor – P3 // Review

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(soundcloud.com/partyomo)

Über OVO-Künstler zu sprechen, ohne ihre Beziehung zum Champagne Papi hervorzuheben, scheint ein Ding der Unmöglichkeit. So auch im Fall von PartyNextDoor, der immerhin einer von Drizzys engsten und längsten Kollaborateuren ist – 2013 war er das erste Singning des Eulenlabels. Doch PND hat sich mit seinem Sound über die Jahre deutlich emanzipiert. Die ­Einblicke ins Seelenleben von Jahron Braithwaite und Geschichten über Liebe, Sex und Einsamkeit finden auch auf »P3« wieder statt, diesmal allerdings mit einer ungewohnt intensiven Intimität, die zeigt: PND ist einer der talentiertesten Songwriter unserer Zeit. Einer, der nicht auf protzige Großspurigkeit setzt und gefälliges Konsensmaterial schafft, sondern Musik der Musik wegen macht – man nehme nur mal das beklemmende siebenminütige Intro als Beispiel. Das soll keineswegs heißen, dass das Goldkehlchen aus Ontario kein Händchen für Banger hätte, immerhin hat er mit Rihannas »Work« einen der größten Hit dieses Jahres mitverantwortet. Wenig überraschend: Auch auf »P3« wird wieder dem Dancehall gefrönt. Der Unterschied: PartyNextDoor – Mutter aus Jamaika, Vater aus Trinidad – fühlt sich auf karibischen Rhythmen hörbar wohler als Kollege Drizzy, dessen Karibikausflüge trotz indiskutablem Hit-Status arg glatt und konzipiert klangen. Während die PND-Vorgänger gespickt waren mit epochalen Bassmonstern, verschreibt sich der Drittling einem vollendeten Minimalismus. Damit läuft PND durchaus Gefahr, sich weiter hinter die Kulissen zu spielen. Seiner Musik scheint das aber nur gut zu tun.

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