Maxo Kream – Punken // Review

(TSO Music Group / Kream Clicc)

Es gibt nur eine Autorität, die Maxo Kream wirklich respektiert. Richter und Geschworene? Ein Gruppe Weißer, die in ihrem Leben nie echten Struggle erlebt hat. Polizei? Idioten, mit denen nur Snitches sprechen. Ehrfurcht flößt dem 27-jährigen Rapper lediglich seine Oma ein. Das weiß auch seine Tante, die einen Überfall Maxo Kreams zwar nicht der Polizei, sehr wohl aber seiner Großmutter meldet. Diese und viele weitere Anekdoten aus seiner Jugend erzählt der Rapper auf der Single »Grannies«, in dreieinhalb Minuten rattert er die Kurzbiografien seiner nächsten Verwandten herunter. Der Song sei für die »white hipster internet crowd« unter seinen Hörern, die ­keinen Schimmer hätten, wie ein schwarzer Junge aus Houston aufwächst. Tatsächlich sind diese Geschichten markerschütternd. Zum Beispiel die von Cousin Pooh, der Maxo Kream das Schießen beibrachte und nun wegen Mordes einsitzt, oder von Maxos Lieblingsonkel: »When I was six I seen him stab a nigga, and he bled to death.« Leider gibt es wenig Grund an der Authentizität der Ge­schichten auf »Punken« zu zweifeln, das wurde spätestens im Oktober 2016 klar. Damals wurde Maxo Kream zusammen mit sieben weiteren Mitgliedern seiner Gang Kream Clicc bei dem Versuch festgenommen, vierzig Kilo Gras, 2000 Xanax-Tabletten und 13 Schusswaffen von Kalifornien nach Texas zu schmuggeln. Reue oder gar Läuterung sucht man auf »Punken« vergeblich, stattdessen machen Pusher-­Hymnen wie »Work« unmissverständlich klar, dass Maxo zurück im Geschäft ist. Stärker noch als bei den Vorgängern »Maxo 187« und »The Persona Tape« liegt der Fokus bei ­»Punken« auf dem schonungslosem Storytelling, dem sich die Instrumentals unterordnen. Ein klapperndes Rhythmusgerüst, ein paar Synthies und ab und an mal ein überraschendes Sample wie das der psychedelischen Discorocker Tame Impala – mehr braucht es nicht für packende 44 Minuten.

Text: Daniel Welsch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here