Real rap, no mumble? Lil Yachty unterzieht sich der Freestyle-Prüfung von Funk Flex // Video

Der Aufschrei war groß, als Lil Uzi Vert Anfang 2016 bei Ebro im Studio von HOT97 saß, die Arme verschränkte und sich weigerte, auf »old beats« (in diesem Fall: einen Beat von DJ Premier) zu rappen. Begründung: die Philly-Grinsebacke sehe sich ohnehin nicht mehr nur als Rapper, sondern vielmehr als Rockstar. Was bei Realkeepern die Kinnlage auf den Boden krachen lässt und sich wenig später in wütende Hasstiraden gegen die »Mumble Rap«-Generation aufstaut, ist ganz einfach zu erklären: Die Uzis und Cartis der neuen Rap-Generation haben eine eigene Rap-Sozialisation durchlaufen, deren Werte sich mit den klassischen HipHop-Maximen decken. So ist es ganz logisch, dass der 1994 geborene Uzi sich auf dem Instrumental von Kanyes »808s & Heartbreak«-Cut »Robocop« (2008) wohler fühlt als auf einem DJ-Premier-Beat der Prä-Millenium-Ära.

Lil Yachty, der am Freitag sein Mixtape »Lil Boat 2« releast hat, sah sich seit Anfang seiner Karriere ebenfalls diversen Anfeindungen aus dem Real-Rap-Lager ausgesetzt – unter anderem auch von Radio-Host Funk Flex, der Yachty fehlenden Respekt gegenüber den Ziehvätern von HipHop vorwarf. Der personifizierte Generationen-Beef wurde jetzt offiziell begraben, indem Lil Boat sich der Freestyle-Prüfung von Funk Flex unterzog und den Swishahouse-Klassiker »Still Tippin« mit ein paar Bars veredelte – ob das nun ein Freestyle war und was dieser Begriff 2018 überhaupt noch bedeutet, ist eine andere Sache. Flex hatte für die Courage von Yachty immerhin einen Fist Bump übrig. Real Rap.

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