KAAS: »Ich versuche mein Leben zu leben wie in diesem Shrek-Film.« // Interview

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Du hast letztens auf Twitter mit Juicy Gay connectet. Habt ihr schon was aufgenommen?
Nee, noch nicht. Aber coming soon.

Kannst du mit dem ganzen Twitterkosmos-Meme-Rap was anfangen?
Mit der Musik auf jeden Fall. Ich finde das geil, Alter.

US-Rap wird derzeit dominiert von Trap und Dancehall-Einflüssen. Was glaubst du, kommt danach?
Vielleicht wird es sich einfach wieder regional verschieben. Westcoast-Sound erlebt ja so einen kleinen Aufwind. Vielleicht schaffen die Jungs ein neues Level. Es wird davon abhängig sein, welcher Künstler es schafft, seine Stadt oder den Sound, den man in den verschiedenen Area Codes so macht, neu zu beleben. Trap ist doch auch nichts anderes als eine Weiterentwicklung von diesem Dirty-South-Zeug. Irgendwann hat man Dirty South Trap genannt, oder? Das hat natürlich seine eigene Entwicklung genommen, sodass man das wirklich als eigenes Genre betitelt. Aber im Endeffekt waren diese ganzen Cash-Money-Sachen Ende der Neunziger auch schon Trap, da hat man es halt noch nicht so genannt. Das war einfach wacker Rap. (lacht) Wir haben das in Reutlingen immer schon gefeiert, Alter. Wie auch die Chablife-Jungs vom Bodensee haben wir uns das immer auf die Fahne geschrieben: »Dirty South! Cash Money! Wir sind die in Deutschland, weisch.« (lacht)

 
Hast du mitbekommen, dass euch Eizi Eiz euch in der Coverstory der aktuellen JUICE ein Shoutout gegeben hat? Er sagt: »Die Orsons sind auch einer der Gründe, warum wir gerne rausgehen und sagen: Wir machen deutschen Rap.«
Echt? Geil, Alter. So viel Liebe für die ganzen Hamburger Jungs. Wir sind letztes Jahr auf der Catch a Fire in Memmingen rumgehangen. Und ich weiß nicht, ob es denen auch so geht, aber wir haben uns so hart in die verliebt, Alter. (lacht) Manchmal triffst du Leute und es passt und du bist so: »Hey, wie geil seid ihr bitte?« Das kommt nicht so oft vor auf dem Level. Beste Vibes, riesen Shoutouts!

Mal was anderes: Was ist 2016 das größte Missverständnis, wenn es um Meditation geht?
Gute Frage. Viele denken, dass das esotherischer Quatsch ist, der von Hippies betrieben wird, was schade ist. Denn wenn man das lernt, ist es die schönste Art und Weise, wirklich mal abzuschalten. Was du am Tag mit einer halben Stunde Meditation an Frieden finden kannst, ist unvergleichlich. Meditieren ist die gesündeste Droge. (lacht) Der Vater von einem Kumpel hat so Motivations-Coachings für uns gemacht und meinte: »Jungs, ihr wollt Musik machen? Ich motivier‘ euch und bringe euch paar Tricks bei, wie man Dinge erreicht.« Wir so: »Geil, mach!« Er hat dann mit uns einen Bodyscan gemacht, wo du einfach den Körper an allen einzelnen Stellen fühlst, bis sie warm werden. Und so gehst du die ganzen Punkte durch. In der Session hat einer gesagt: »Ich fühle mich, als hätte ich gekifft. Wie geil ist das?« Das Gefühl bewusst herstellen zu können, ist Gold wert. Ich kann es echt allen empfehlen, sich da mal ein bisschen reinzufuchsen. Da kann man auch krasse Ebenen erreichen. Das ist wie Sport: Je öfter du joggst, desto länger kannst du laufen und umso mehr kommst du in dieses Runner’s High rein. So ist das auch mit Meditieren. Wenn du das dreimal in der Woche für jeweils eine Stunde machst, kannst du sehr schöne, neue Dinge entdecken. Allein dieser Bodyscan ist so einfach: Du setzt dich hin, schließt die Augen und fühlst einfach nur deine Füße für eine halbe Minute, bis sie warm werden. (beginnt zu meditieren) Sobald du das Kribbeln fühlst, gehst du in die Waden. Und so scannst du deinen ganzen Körper bis nach oben. (meditiert einige Minuten) Danach bist du auf jeden Fall swifty. Musst du abends mal ausprobieren. Oder morgens. Oder mittags. Oder dazwischen, weisch. (lacht)

(KAAS snapchattet)

Sag mal Tua, dass er sich einen Snapchat machen soll.
Ja, das wäre classic, Alter. Tua ist der Witzigste. Der muss das eigentlich voll machen.

To-Do-Listen: ja oder nein?
Ist super. Brauche ich, um Struktur in meinen Chaoskopf zu bekommen. Sonst habe ich die ganze Zeit tausend Ideen. Und auch beste Befriedigung: Abgehakte To-Do-Listen.

Pixar oder Dreamworks?
Dreamworks! Ich mag auch Pixar, aber so spontan Dreamworks, weil ich halt riesiger Shrek-Fan bin. »I like that boulder. That is a nice boulder.« Eddie Murphy, der erste Film hat mich so geprägt. Ich versuche mein Leben zu leben wie in diesem Shrek-Film.

Hund oder Katze?
Ich lieb‘ beide. Hunde und Katzen, die sich vertragen, sind das Beste der Welt.

Ska oder Dark Wave?
Mag ich auch beides. Eigentlich ist es eher Dark Wave, weil ich Ska echt wenig gehört habe. The Skatalites habe ich eine Zeit lang gehört. Aber mehr Dark Wave. Joy Division habe ich gefeiert, bisschen The Cure. The Smiths liebe ich, Mr. Morrissey ist unfassbar. Die neue Casper-Single, wieder alles gefickt einfach. In dem Moment, wo er den Song gedroppt hat, habe ich Depressionen bekommen. Wow, ist das gute Musik. Der Typ ist krass. Shoutout an Casper, Alter, Blessings! Hör auf, so krass zu sein, Mann. Sag wie, ich will auch so krass sein, wie geht das? Grandios.

Trump oder Clinton?
Ron Paul? (lacht) Kennst du Ron Paul? Ich bin für den. Michelle Obama, Alter.

Random Ereignisse oder alles vorherbestimmt?
Für uns sind es random Ereignisse, aber eigentlich ist alles vorherbestimmt. Ich glaube schon daran, dass alles vorherbestimmt ist. Aber das entschuldigt nichts. Man muss trotzdem seine Aufgaben erfüllen. Alles, was für dich vorherbestimmt ist, wirst du tun. Ich glaube, wir leben trotzdem in einer Dimension, in der wir Freiheit haben, obwohl alles irgendwo höhergeordnet schon vorbestimmt ist. Ich weiß gar nichts, ich check gar nichts. Mann, alle haben gute Argumente. Wenn man sich so ein bisschen in beide Philosophien reinliest, ist man immer so: »Okay, boah, der hat recht. Okay, der aber definitiv auch. Wie meint ihr das, Alter?« (lacht)

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