Headtrick – Hypochonder (prod. by Pawcut) // JUICE Premiere & EP-Download


 
Hypochondrie – die ständige und unbegründete Angst davor, von Krankheiten befallen zu sein. Und dann doch alles nur Einbildung. Auch Headtrick hat »Muffensausen vor multipler Sklerose und Kehlkopfkrebs«, wie er in seiner an die Krankheit angelehnten JUICE Premiere »Hypochonder« erzählt. Glücklicherweise hat Kumpel Pawcut für den Track und die gleichnamige EP ein sehr beruhigendes Klanggewand geschneidert. Wenn die Samples melodiöser werden und die Drums zum meditativen Bummtschack verschwimmen, findet auch Headrick Entspannung. Zum gedankenverlorenen Headtrick gesellt sich auf »Hypochonder« nicht nur der Leipziger Funkverteidiger Katharsis, sondern auch Zen-Zin aus dem Sudan. Unterschiedliche Blickwinkel also auf eine Welt, die täglich neue komplexe Fragen aufwirft. Und Headtrick transportiert diese Grübelei in seiner Musik. Wir unterhielten uns mit Headtrick über die Zusammenarbeit mit Pawcut, das EP-Motiv und den Wechsel seines Künstlernamens.
 
Man kennt dich auch als Headdy Murphy. Jetzt bist du wieder als Headtrick unterwegs. Warum das?
Der Ursprung lag eigentlich bei Headtrick. Daraus zog dann Headdy in abgekürzter Form seine Kreise. Zudem war ich immer ein großer Eddie-Murphy-Fan und konnte hier und da mal Parallelen feststellen. (lacht)
 
Wie lief die Produktion der EP zusammen mit Pawcut ab?
Pawcut ist ein sehr lässiger und bodenständiger Dude. Ich habe den Guten damals in Minden besucht. Wir haben gequatscht, uns super verstanden und Skizzen gediggt. Danach hat das Ganze dann seinen Lauf genommen. Ich habe hier und da immer wieder eine Schaufel von ihm bekommen, gepickt, aufgenommen und er hat den Rest (in Höchstgeschwindigkeit) gemacht. Endstanden ist dann die Free-EP und ein Album, das in Kürze erscheinen wird. In Sachen Menschlichkeit, Zuverlässigkeit und Dopeness ist er auch ein prächtiges Kerlchen!
 
Was ist die Idee hinter dem »Hypochonder«-Motiv, das auf der EP und im Video aufgegriffen wird?
Ich habe von klein auf viel von Krankheitsbildern mitbekommen, da meine Eltern in diesem Berufsfeld tätig sind. Du verschaffst dir dann Gehör dafür, welche Krankheiten es gibt, wie sich dadurch etwas symptomatisch verändern kann, was es mit deinem Körper anstellt und wie du dagegen ankämpfst. In späteren Jahren hab ich dann eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger gemacht, sie allerdings nach einem halben Jahr abgebrochen. Ich hab nicht gut dabei zusehen können, wie Krebspatienten ihrer Krankheit unterliegen, und habe mir ausgemalt, wie es wäre, wenn es mich mal so trifft. Irgendwann hab ich dann die Symptome gecatcht, mir Zusammenhänge ausgemalt und mir selber Diagnosen erteilt. Da wirst du dann irgendwann leicht panisch und entwickelst diese Züge eines Hypochonders oder wirst zu einem. Dann erleidest Du auch schon mal drei bis vier Schlaganfälle und stirbst zehn Tode am Tag. (lacht) Mein eigener Doc wollte ich jedenfalls nie sein! Auf den Eid des Hippokrates!
 
Wie kam Katharsis von den Funkverteidigern zu seiner Rolle als Arzt im Video?
Ich bin in Leipzig zu Besuch bei Arvid Wünsch gewesen. Wir wussten vorher, dass wir ein Video drehen wollten, hatten aber bis zum Drehtag keine Location oder Kulisse. Wir haben eigentlich mit dem Gedanken gespielt, das Video in einer Uni-Klinik zu drehen. Das hat nicht geklappt. Arvid kam dann die Idee, eine Autobatterie zu kaufen, um das Ding bei Dunkelheit auf einer Hundewiese in Connewitz zu drehen. Das ist, wie sich herausstellte, eine weitaus untransparentere und schönere Sache geworden. Katharsis hat um die Ecke gewohnt und Arvid hatte ihn gefragt, ob er spontan bock darauf hätte. Somit hatten wir dann einen ausgezeichneten Doc, der sein Schauspiel beherrscht! So kam dann auch der Kontakt zustande und wir haben den Track »Leipzig bis Pott« für die EP gemacht.
 
Die EP erscheint mit Unterstützung von NewDef. Wird es in Zukunft eine weitere Zusammenarbeit mit dem Label geben?
Ich hoffe es doch. Ich verstehe mich sehr gut mit Access und mit den Antihelden. Großartige Bande!
 

 

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