Haiyti – City Tarif // Review

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(soundcloud.com/asadjohn)

Das Internet vergisst nicht. Und Haiyti ist der deutsch rappende Beweis. Seit mindestens 2011 ist die Hamburgerin nachweislich in der WWWirklichkeit unterwegs, hat zwischenzeitlich gar schwer unterklickte Superhits wie »Wer hat mein Koks« geleakt und nun mit Asad John, dem derzeitigen Turn-Up-Go-To-Guy, ein Mixtape namens »City Tarif« releast. Manche nennen es Hype, die anderen Konsequenz, aber Robbery bleibt ihrer Linie treu (no pun intended): »Ich bin immer noch am trappen/Komm’ nicht raus aus diesem Traffic«, intoniert sie auf dem Titelsong über Rum-ge­tränkte Reeperbahnrundfahrten, rücksichts­lose Raubzüge und ruffe Rapsongs; der Modus Operandi eines Girlboss-Gangster. War ihr Debüt »Havarie« noch eine überzeugte Kacheltisch­konferenz aus Lowlife-Luxus und Upper-­Understatement, scheint Haiyti auf »City Tarif« ihre Leichtigkeit im Pillenpop gefunden zu haben. »Bitches komm’ mit Ferry Chane/Ich häng in der Cherry Lane«, heißt es auf dem heimlichen Hit »Pete Doherty«. Wenn sie nicht gerade mit der heimlichen Hitters-Hymne »Club Money« an der Seite von Frauenarzt verdiente Untergrundzertifikate zur Schau stellt, triumphiert sie mit schizo­phrenen Pöbel-Adlibs, unberechen­baren Vapor-­Verses oder Druffie-­Down-South. Deutsch­raps Gangsta Boo? »Ich bin seine Prima Donna/Es regnet lila Dollar«. »City Tarif« bietet mit seiner Eingängigkeit eine im Deutschrap einzigartige Kurzweiligkeit, die das Format Mixtape endlich auf professionellem Level etabliert und bitte endgültig mit dem schwachsinnigen Subgenre »Frauenrap« aufräumt!

Text: Fionn Birr

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