Gang Starr – Moment Of Truth (1998) // Review

(Noo Tribe/EMI)

Der Moment der Wahrheit ist da. Nach leichten Verzögerungen und Anfüttern mit »You know my Steez«, dem ersten Track des Albums, nun die Offenbarung: Gang Starr haben uns nicht zuviel versprochen. »Moment of Truth« ist ein rundes, ausgefeiltes Album von höchster musikalischer Qualität, kein Stück, das irgendwie aus der Reihe fällt, um sich nicht doch noch an die breite Masse anzubiedern. Bestes Beispiel dafür ist »Royalty« mit K-Ci und JoJo, wo R&B-EinflÜsse sich dem HipHop unterordnen und nicht umgekehrt. Skits zwischen den Liedern mit direkten Ansagen von Premier stellen den Anspruch und den Standpunkt der Beiden klar, Gang Starr hält die Fackel mit der heiligen Flamme des HipHop hoch und trägt sie durch die Straßen von New York, um die Verblendeten zu erleuchten und die Häuser der Fakers niederzubrennen. Im Gefolge haben sie Inspectah Deck, Hannibal, M.O.P., Big Shug, Freddy Foxx, Krumb Snatcha, G-Dep, Shiggy Sha und Scarface, bilden den Mob, der die Fassaden der Hype-Williams-Marionetten einreißen, Soundtrack geliefert von DJ Premier. Dieser hat sich richtig Gedanken gemacht, wo der Sound von Gang Starr hin gehen muß, hat sich umgesehen und erkannt, daß die StraBen von New York wohl der beste Platz dafür wäre. Fette, funky Beats repräsentieren Brooklyn to the fullest. Selten klang in der HipHop letzten Zeit so selbstbewußt, zusammen mit Rakims Album ist »Moments of Truth« wohl eines der wichtigsten Alben zur Zeit.

Text: Sven »Katmando« Christ

Diese Review erschein erstmals in JUICE #003 April/Mai 1998. Back-Issues können versandkostenfrei im Shop nachbestellt werden.

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