Big Pun – Capital Punishment (1998) // Review

 Wertung: Sechs Kronen
(Loud / RCA / BMG)

Die Latino-Cormection in vollem Körperumfang: Big Punisher fährt ein unglaubliches Allstar-Team für sein bereits in der ersten Hörrunde ausknockendes Debütalbum auf. Ob Newcomer-Starproducer Knobody, Rockwilder, Showbiz, Minnesota, Vic (Beatnuts-Fame) oder das von RZA produzierte und von X-Ecutioner Roc Raida mit kühnsten Scratch-Künsten feingetunte »Tres Leches (Triboro Trilogy), »Capital Punishment« kennt keine Ausschußware, dafür eine ungewöhnliche Vielfalt. Ob Pun nun mit Dreadlocke Wyclef feiert, mit Sandkastel-Freund Fat Jo »Twinz (Deep Cover 98)« updated oder mit Black Thought und Philly’s Finest The Roots »Super Lyrical« abgeht: der Dickmann mit der gewaltigen und eindringlichen Stimme gehört zu den derzeit facettenreichsten .und umtriebigsten Artists bei Loud Records. Als klaren marktstrategischen Schritt von deren Seite muß man hingegen die diversen »I’m Not A Playa«-Singlevariationen deuten: ob nun von Minnesota oder Knobody beat-konstruiert, ob mit ooer ohne R&B-Crooner Joe gesanglich unterstützt – das von Gamble & Huff geschrieben Original des O’Jays-Songs bleibt bei weitem unerreicht. Wohltuend hingegen die sonst sehr gelungene Gradwanderung zwischen relaxten Soul/R&B-Tunes und krassen Battle-Raps (Burner-Highlight die perfekt funktionierende Latino-Link auf »Glamour Life« mit Fat Joe, Trible Seis, Armageddon und Cuban Link), die auch mit eher ungewöhnlichen Kombinationen (Noreaga auf »You Came Up«) klarkommt. Dieser Mann besitzt nicht nur einen gesunden Lokalpatriotismus , sondern auch eine Menge derben Humor. Und wir wußtens ja schon immer: die Freiheitsstatue hält eigentlich ein Mic in der erhobenen Rechten und einen Technics in der anderen Hand. Und Pun greift ihr dabei von hinten an die Titte. Ein Coverbild und zugleich eine Jeep-boomende LP für die Götter!

Text: Chris Maruhn

 

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