Aaliyah x Drake

»Tat my name on you, so I know it’s real.« Drake meint es ernst, sonst würde er wohl nicht Aaliyahs Konterfei auf seinem Rücken tragen. Zehn Jahre nach dem mysteriösen Flugzeugabsturz über den Bahamas, bei dem Aaliyah im Anschluss an die Dreharbeiten zu »Rock The Boat« ums Leben kam, soll ihr erstes posthumes Album erscheinen. Für das Drake angeblich den Part des Executive Producers übernehmen wird. Bereits für »Unforgetable« auf »So Far Gone« samplete er den Song »(At Your Best) You Are Love« des 94er-Debüts »Age Ain’t Nothing But A Number« der R&B-Queen.

Timbo, der letztes Jahr offen gestand, in Aaliyah verliebt gewesen zu sein, soll mal so gar nicht davon begeistert sein, dass er und Missy, als ihre Entdecker, in das Projekt nicht involviert wurden: »I know they trying to drop some Aaliyah records, but if he do it, it should be with me and Missy. The proper way for him to do that would be for me, him and Missy to be all on the record. But to put it on his record, would just not be right.«

Aber genug Gossip-Talk. Zur Musik: »Enough Said«, der erste Leak des Projekts. Klassischer 40 am Beat – Lo-Fi-Drums und minimalistische Sphären-Synthies. Eine unveröffentlichte Aaliyah-Strophe plus Refrain – relativ unspektakulär. Dann ein Drake-Sechzehner mit dem typischen Rumgejammere, einem Balotelli-Shout-Out, der nicht nur Jogi wehtun dürfte und ganz viel Crew-Love. Wie teuer war die Uhr noch mal? Kategorie: Einfamilienhaus. Wie nervig ist das, wenn jeder Hanswurst den Therapeuten spielen will? Ja ja ja, wissen wir mittlerweile. Die Geister, die er halt rief. Die Mädels werden so langsam zu Frauen, seine Freunde kriegen Kinder. Und Kinder sterben auf den Straßen Torontos‘. »This shit is crazy.« Irgendwie hat man mehr erwartet, wenn Noah Shebib und Aubrey Graham die geheimen Archive einer ihrer größten musikalischen Helden durchforsten. Vielleicht hätte Drake auch ein wenig auf Aaliyahs Text hören sollen. »Don’t just shut me out/Cause that’s not what love’s about.« Du sollst den Frauen zuhören, Kollege. Genau darum geht es. Das ist softer Feminismus, von dem deine Herzensdame spricht. Ganz uneigennützig übrigens. Sie will nicht über sich selbst reden. Nicht über Schuhe oder Gewichtsprobleme. Sie will für dich da sein. »So tell me, what can I do to make/It better for you, make it better for you, baby?« Vielleicht sollten Drake und 40 lieber mal auf den Timbo hören. Vielleicht würde der ja mit ein paar neuen Aaliyah-Produktionen den ganzen Pop-Zirkus ein weiteres Mal revolutionieren. Zu wünschen, wäre es ja.

Im Jahre 2010 schrieb Drake übrigens einen offen Brief anlässlich Aaliyahs Todestag, in dem er ihren Einfluss auf seine Musik verdeutlichte.

Dear Dana,
I’ve never lost a parent, a friend, or a lover but I will never forget this day for the rest of my life. I remember getting the news that you had passed and it connected with my heart like a clean shot from Muhammad Ali. I was crushed. Not only was I one of your biggest fans but I was truly in love with you. I loved the way you carried yourself, the way you dressed, the confidence with which you addressed passion and relationships in your music. I said to myself that even if we never met, I wanted a woman in my life just like you. I am pained that we will never get to connect now that music ended up being my career path. But you should know, we all listen to you everyday and we remain inspired and moved by all that you’ve given the world. I hope I make the right life choices so I can end up in heaven where I know you rest your head. I’ll continue to make music in your honor until the day we finally meet. Dinner’s on me!
Love you always and forever,

Drake

(cs)

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