30 Tage, Tons of Vinyl und jede Menge Geschichte(n) – Das Afrika Bambaataa Master Of Records Open Archive

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(New York City, August 2013.) Die Galerie Gavin Brown liegt unscheinbar in einem Eckhaus an der Greenwich Street im New Yorker East Village. Betritt man die Galerie durch den Seiteneingang, sind auch schon die ersten Beats zu hören. Schnell noch an großflächigen Bildern und Installationen einer Sammelausstellung namens »Made In Space« entlang geschlendert, betritt man den einen Raum, der fast 40 Jahre HipHop-Geschichte beherbergt. Da steht sie nun also, sorgsam in Kisten verpackt. Afrika Bambaataas Plattensammlung. Daneben zwei Plattenspieler, es laufen Old School-Beats der Fearless 4. Ungläubig nähere ich mich der ersten Kiste und entdecke auf dem Album »Ridin‘ High« von Faze-O sofort einen Vermerk: »This Album Belongs To Bambaataa Khayan Aasim #914«. Diese Kennzeichnung seiner Platten zieht sich wie ein roter Faden durch die Sammlung. Und hier darf man jetzt einfach rumwühlen? Man darf. Das ganze ist angelegt als ein offenes Archiv. Jeder, der Zeit und Lust mitbringt, darf mit anfassen und beim alphabetischen Sortieren helfen. In weissen Boxen werden die Platten gesammelt und sortiert. Besonderheiten wie Acetatpressungen oder Einzelstücke werden in extra Kisten verwahrt.

 

Der Geist der alten Blockparties und Parkjams schwebt durch den Raum. Johan Kugelberg, Autor des Buches »Born In The Bronx« und Kurator der Ausstellung, versichert auch vehement, dass es hier um Bambaataas komplette Sammlung geht. 41.000 Platten. Bei vielen Platten sind entsprechend der Erzählungen tatsächlich die Labels abgeklebt und mit Hinweisen wie etwa »Zulu Nation Sureshot« versehen. In den 30 Tagen, in denen die Sammlung öffentlich war, wurden auch Künstler wie Grandmaster Caz oder Edan eingeladen, die Platten vor Ort aufzulegen. »Eines der Highlights war es sicherlich, mit Bambaataas Kopien von ‚Once in a Lifetime‘ von den Talking Heads Backspins zu machen und die Nadel auf eine Platte zu droppen, die kein Cover hatte und schwarz abgeklebte Labels, nur um festzustellen, dass es sich um zwei Kopien des Albums »What Is It« der Gruppe S.O.U.L. handelte. Einfach nicht real«, schildert Edan einige seine Erlebnisse in der Galerie.

 

Die Platten werden im Herbst ihr Zuhause finden in der Sammlung der Cornell Universität in New York, einem der bedeutendsten Hiphop-Archive weltweit. Es bleibt anzumerken, dass dies ohne Zweifel die wichtigste öffentliche Zurschaustellung von Vinyl in der Hiphop-Geschichte war. Eine Fettes Brot-12“ war übrigens auch dabei.

 

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Text & Fotos: Philipp Lembke

 

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