Pimp C, Lean und 2 Chainz

Ohne UGK wäre die HipHop-Welt eine andere. Den Sound der Südstaaten kann man sich ohne »Tell Me Something Good« und »Pocket Full Of Stones« nicht mal im Ansatz vorstellen. Während aber Bernard »Bun B« Freeman auch heute noch jedem halbwegs vernünftigen Rapper einen Sechzehner einrappt – und vermutlich der beliebteste Kerl der ganzen Rap-Welt ist – bleibt von seinem musikalischen Partner nur das Vermächtnis. Vor mittlerweile beinahe vier Jahren erreichte die HipHop-Welt die traurige Nachricht, dass Chad »Pimp C« Butler tot sei. Verantwortlich war höchstwahrscheinlich eine Kombination aus einer großen Ladung Lean und dem Schlafapnoe-Syndrom.

Nichtsdestotrotz wird in Rap-Songs in diesem Jahr – so scheint es zumindest – mehr Codein gemischt als je zuvor. Drake, Asap Rocky, Soulja Boy, die Main Attrakionz-Jungs und noch viele weitere. Alle beziehen sich in ihrer Musik mehr oder weniger direkt auf Houston, DJ Screw (bei dessen Tod Hustensaft ebenfalls eine Rolle gespielt haben dürfte) und Pimp C. Es mag paradox klingen, dass junge Rapper heutzutage den Styropor-Becher schwenken, die Farbe des Inhalts untersuchen und im selben Atemzug dem überragenden Sound-Architekten und verstorbenen Melodie-Meisters aus Point Arthur Tribut zollen. Aber Rapper-Gehirne funktionieren eben etwas anders.

Einer der Kerle, die am Fleißigsten ihre narkotisierenden Kaltgetränke in die Kamera halten, nennt sich 2 Chainz. Bescheurter Name. Aber immerhin ein wenig besser als Tity Boy. So nannte sich 2 Chainz früher einmal als Teil des Playaz Circle. Sie nahmen einen Riesen-Hit namens »Duffle Bag Boy« auf, inklusive großartiger Hook von Weezy F Baby, damals auch noch ununterbrochen mit Purple Drank intus. Ihre beiden Aben »Supply & Demand« und »Flight 360: The Takeoff« gingen trotzdem in der Flut der Veröffentlichungen der letzten Jahre komplett unter.

Ein wirklich herausragender Rapper ist 2 Chainz auch nach dem Namenswechsel nicht. In den vergangenen Wochen hat er sich mit zwei Video-Tributen an Chad Butler nichtsdestotrotz einige Sympathien erarbeitet. Beide Clips sind beim »Trae Day 2011« entstanden und werden Pimps Erbe nicht nur deswegen gerecht, weil dessen Mom im Video auftaucht. Auch musikalisch überzeugt die Ehrerbietung durch deutliche Anlehnungen an jenen geerdeten Südstaaten-Straßenköter-Blues, den UGK erst in die Welt gebracht haben. Besonders ausgeführt wird dieses Konzept auf »Pimps« mit -natürlich- Bun B und Big K.R.I.T.. Beide zeigen deutlich, wo die Grenzen ihres Kollabo-Partners liegen. Stören sollte das trotzdem niemanden, dem dieser Sound (auch ohne Sizzurp) ein seliges Grinsen in das Gesicht meißelt.

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