Travis Scott performt »Butterfly Effect« bei den EMAs in London // Video

Man mag ja denken, das große MTV-Zeitalter sei vorüber. Doch wenn es etwas gibt, das der Musikvideo-Dinosaurier beherrscht, ist es vermutlich dick aufzutragen. Denn anders als etwa die Grammys basieren die hauseigenen Preisverleihung auf Abstimmungen der Fans – der European Music Award ist, genau wie der große amerikanische Bruder, die VMAs, ein Publikumspreis. Neben erwartbaren Nominierungen wie Taylor Swift oder Shawn Mendes bestimmte aber vor allem HipHop das Bild der Gala in London, fand sich doch in fast allen Preiskategorien ein Rap- oder R’n’B-Künstler unter den Nominierten. Mit Marteria und Cro gab’s sogar gleich zwei deutsche Rapper, die als »Best German Act« nominiert waren – auch wenn sie letzten Endes vom Pop-Barden Wincent Weiss auf die Ränge verwiesen wurden.

Doch nicht die Auszeichnungen, sondern das Drumherum steht weiterhin im Vordergrund, wenn MTV den roten Teppich ausrollt. Dabei zermartern sich die Produzenten der Show jedes Jahr aufs Neue das Hirn, wie sie mit möglichst denkwürdigen Performances die Schlagzeilen des Folgetages bestimmen. Diese Aufgabe erleichtert sich für die Verantwortlichen ungemein, wenn die auftretenden Künstler etwas von epischen On-Stage-Erlebnissen verstehen. Travis Scott gehört zweifelsohne zu dieser Riege – legt der längst zum Superstar aufgestiegene Houston-Native doch mittlerweile seit mehreren Spielzeiten Riesen-Festivals und Mega-Konzerthallen in Schutt und Asche. Dementsprechend ließ der Autotune-Virtuose seinen überlebensgroßen Raubvogel für die Performance des Megahits »Butterfly Effect« anliefern, um die Platin-Single über der tosenden Menge zu performen. Pop it, let it bang? Oh ja, aber sowas von.