Review: Rome Fortune – Beautiful Pimp II

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(twitter.com/romefortune)
 
Mit der Auflistung hässlicher Mixtape-Cover ließe sich ein exzellenter Tumblr betreiben. Ein angenehmer ­Nebeneffekt der Geschmacklosigkeit: Hörenswerte Mixtapes lassen sich gelegentlich schon an ihrem Cover erkennen. Rome Fortunes »Beautiful Pimp II« ziert ein bemerkenswert ­detailverliebtes und geschmackssicheres Cover. Und noch wichtiger: Beide Eigenschaften finden sich auch in der Musik des ATL-MCs. »Beautiful Pimp II« verschwendet niemandes Zeit. Elf Tracks in 29 Minuten, produziert vom bisher unbekannten ­CitoOnTheBeat, der eine biegsame ­Cloud-­Rap-­Schiene fährt. Andere Rapper lässt Rome nicht zu Wort kommen. Lediglich sein Opa sitzt in fünf Stücken als Gastmusiker am Vibraphon. Das zahlt sich aus, »Beautiful Pimp II« lässt sich besser am Stück hören als viele Konzeptalben. Die Tracks bauen aufeinander auf und zeigen den Rapper als eine der vielschichtigsten Persönlichkeiten im aktuellen US-Underground. Er ist stolzer Vater und notgeiler Playa, König der Party und mürrischer Eigenbrötler. Dass sich Rome mit unaufgeregtem Flow durch die Rollen rappt, macht ihn im aufblühenden Atlanta-Rap zu einem spannenden Außenseiter. Niemals klingt er so aufgekratzt wie Young Thug, nie so hungrig wie Migos, aber auch nie so weinerlich, wie es sich Future bisweilen erlaubt. »Beautiful Pimp II« ist ein Mixtape der Zwischentöne. Wenn Rome Fortune so weiter macht, könnten sie zu seinem Markenzeichen werden.
 
Text: Daniel Gerhardt