Review: Fatoni & Edgar Wasser – Nocebo

Edgar-Wasser-Fatoni-Nocebo-Cover
 
(edgarwasser.de)
 
Der Nocebo-Effekt, die Flinken unter euch werden es schon gewikipediat haben, ist natürlich das genaue Gegenteil zur positiven Wirkung nach der Einnahme eines Placebo-Scheinarzneimittels. Sprich: Man schluckt eine Pille ohne Inhaltsstoffe in der Hoffnung auf baldige Genesung, bekommt aber die Nebenwirkungen. Und was würde sich jetzt mehr anbieten, als diesen Terminus in weniger als 2000 Zeichen auf die Musik von Fatoni und Edgar Wasser zu projizieren – ist mir ehrlich gesagt aber zu anstrengend. Konzentrieren wir uns lieber auf die Fakten. Und die lauten: »Nocebo« ist unfassbar dope. Genau so, wie man es von den letzten Wasser-VÖs schon gewohnt ist. Fatoni war ja bei Creme Fresh und, jetzt erinnere ich mich, hat mit seinem ersten Soloalbum »Solange früher alles besser war« auch schon sauber abgeliefert. Schlecht kann der also nicht sein. Produziert von Edgar Wasser selbst, V.Raeter, Maniac, Cap Kendricks und Provo geht es um dumme Fans, noch dümmere Rapper, gleichgeschaltete Musikmedien, Verdummung auf allen Kanälen, Rap an sich, HipHop im Allgemeinen, Money Boy im Speziellen, außerdem kommen noch Fler, DJ Tomekk, Fettes Brot und Leute wie ich vor. Macht aber gar nichts, das finde ich im Gegenteil sogar gut. Denn Edgar Wasser und Fatoni machen einfach; ohne flüchtigen Blick nach links oder rechts, ohne Angst im Nacken. Was dabei herauskommt, ist pure Dopeness, die in einer Linie mit »Hoes, Flows, Moneytoes« oder »Apokalypse jetzt« steht. Wikipediat das mal, Kinners, und lasst das VBT lieber das sein, was es ist.
 
Text: Jan Wehn