Ludacris – Battle Of The Sexes

 

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(DTP/Def Jam/Universal)

 

Kennt ihr das? Bei jedem neuen Release vom guten Cris hoffen, dass er endlich die ultimative, in sich schlüssige Next Level-Scheibe abliefert? Ist doch ohnehin jeder mit Bruder Luda unten und seine Flow- und Rhyme-Skills längst zwei Stufen über unfickbar. Doch nach den ersten Durchläufen von “Battle Of The Sexes” ist klar: Da werden wir wohl weiter warten müssen. Sad but true, aber Luda tritt nicht nur auf der Stelle, sondern macht sogar einen musikalischen Rückschritt. Nennen wir es mal die Busta-Beatpicking-Falle. Da fahren “How Low”, “Everybody Drunk” und “Hey Ho” den typischen Dirty-Dirty-Trademark-Sound einfach mal schnurstracks ins frühe 2003, da geben die Neptunes mit “Sexting” Ringtone-B-Ware aus den Lost-Archiven ab und Bangladesh liefert auf “Party No Mo” böses Skipmaterial. Letzterer zahlt seine Schulden wenigstens auf dem Deluxe-Edition-Track “Rollercoaster” mit Dru Hill und Shawnna ab. Auch die Armada, die an Booth-Buddies aufläuft, nachdem Shawnna sowohl großteils vom “Battle Of The Sexes”-Konzept, als auch komplett vom DTP-Label entfernt worden ist, kann nicht verhindern, dass Luda weiter eher als einer der größten Sechzehner-Spitter wahrgenommen wird denn als echter Album-Artist. Dass kein Lil Scrappy, kein Gucci Mane, keine Trina, keine Lil’ Kim, geschweige denn ein reimender Hanswurst wie Flo Rida den übertriebenen Style- und Flowabfahrten als würdiger Partner-slash-Gegner gewachsen ist, dürfte klar sein. Und um noch einen Pimp-Slap draufzulegen, bewegt sich die im Titel angekündigte Geschlechterkampf-Thematik auf unterstem US-Talkshow-Niveau, wenn “My Chick Bad” ein Pussycat-dolles “Don’t Cha 2.0” mit der Attitude von Apaches “Gangsta Bitch” mischt. Wenn die Runners nicht mit “B.O.T.S. Radio” einen echten Brecher rausgehauen hätten, Swizzy nicht ganz untypisch auf “Tell Me A Secret” das Eis schmelzen lassen hätte und mein Girl Eve nicht mal wieder die Booth zerlegt hätte, dann wäre kein einziger Song für den umfangreichen Best-Of-Katalog übrig. Am Ende bleibt leider nur wieder ein Kollabo-Luda mit den lustigsten Punchlines, den härtesten Rhyme-Skills unter der Sonne und einem bis heute unerreichten Flow. Hoffen wir einmal mehr auf die nächste Scheibe…

 

Text: Matthias Schädl