Unsung Hero: 30-minütige Doku über Nate Dogg

Nate Dogg

Er war der Go-To-Guy, wenn es um catchy gesungene Hooks ging – Nate Dogg ist bis heute einer der unterbewertetsten Persönlichkeiten der HipHop-Landschaft. Wie so oft wurde Nate die ihm zustehende Aufmerksamkeit erst dann zuteil, als man ihn viel zu früh zu Grabe trug und seine fehlende Präsenz eine klaffende Lücke hinterließ. Der Industriezweig, der sich damit beauftragt sieht, aus dem Ableben eines Künstlers Profit zu scheffeln, reibt sich bei jeder Hiobsbotschaft erneut die Hände. Bei Nathaniel Dwayne Hale, besser bekannt als Snoop-Dogg-Cousin Nate Dogg, blieb das jedoch weitestgehend anders.

Als Solokünstler sollte der Crooner-with-a-Gangsta-Twist nie ganz sein eigenes Potential realisieren. Das Debütalbum »G-Funk Classics, Vol. 1 & 2« stand ursprünglich bereits 1996 in der Warteschlange, musste jedoch aus rechtlichen Gründen immer wieder verschoben werden. Als gegen Ende der Neunziger der Zenit des G-Funk längst überschritten war, lag der musikalische Fokus bereits anderswo und das Doppelalbum blieb trotz den beiden Charterfolgen »Never Leave Me Alone« und »Nobody Does It Better« größtenteils unbeachtet. Auch der Nachfolger »Music & Me« konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Erfolgreicher war Nate stets als Nebendarsteller. Die Refrains der Nuller und Neunziger gehörten Nate Dogg. Der gesungene Imperativ zum Cannabis-Konsum im Outro von »The Next Episode« wurde zum legendären Markenzeichen.

Als 2004 das gemeinsame Album »The Hard Way« mit Warren G und Snoop Dogg an den Start ging, hätte die Symptomatik einer ganzen Karriere nicht deutlicher sein können. Trotz eines perfekt produzierten Sounds verschwand das Album schnell wieder aus dem Blickfeld. Danach wurde es ruhiger um Nate als Künstler, jedoch lauter um seine privaten Sorgen. Inmitten unzähliger Anklagen und Vorwürfen litt Nate an schweren gesundheitlichen Problemen. Nach mehreren Schlaganfällen starb er 2011 und wurde nur 41 Jahre alt. In der längst überfällig gewordenen Dokumentation über sein Leben im Schatten der großen Namen dreht sich nun für 30 Minuten alles um den Rapper-not-Rapper. Show some love!

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