Trey Songz – Bars & Hooks

    Trey Songz ist die Hook-Allzweckwaffe der ­amerikanischen Rap&B-Szene. Ludacris braucht noch was für die Mädels? Mary J. Blige will kurz den Vorteil von Romanzen in der Hood besingen? Jim Jones gefällt der Sommer in Miami so gut? Nun, Trey Songz ist nur einen Anruf entfernt und allzeit bereit, mal eben ein paar Zeilen für den Chorus zu hauchen. Nebenher releast der 27-Jährige eifrig Alben und Mixtapes, singt und rappt, rappt und singt. Und erfindet nach eigenen Aussagen den Sex. Was für ein Typ! In Kürze wird mit ­»Chapter 5« das – wer hätte es gedacht? – fünfte Album von ­Tremaine Neverson erscheinen. Unser Frankfurter Lieblings-DJ Kitsune durfte für den Crooner sein neues Mixtape »Bars & Hooks« mixen.

    Im R&B geht es oft um Liebe, um Beziehungen und Probleme. Erlebst du überhaupt genug solcher Sachen, um sie in Songs zu verarbeiten?
    Ich hatte einige Beziehungen, selbst als ich schon berühmt war, um die Welt getourt bin und viele Leute getroffen habe. Manchmal trifft man Leute, die wichtiger sind als andere. Man durchlebt ganz verschiedene Momente und Phasen mit ihnen. Ich habe in Beziehungen Dinge empfunden, die ich nie mehr vergessen werde. Die kann ich immer wieder abrufen. Das Tolle daran, Künstler zu sein, ist, dass man immer ein bisschen Fiktion dazumischen kann. Du kannst ja die Erfahrungen, Erzählungen und Emotionen von Freunden mit hineinnehmen – ein bisschen wie ein Romanautor.

    Mir sind in letzter Zeit deine Coverversionen von Songs wie etwa Drakes »Headlines« aufgefallen. Woher rührt diese Liebe zum HipHop?
    Ich habe ja einen lupenreinen HipHop-Background. Zu Anfang interessierte ich mich mehr für das Rappen. Mein Mentor und Produzent Troy Taylor hatte immer schon ein R&B-Faible – so kam irgendwann das Singen dazu und gewann die Oberhand. Aber wenn ein Track cool ist, die Leute ihn lieben und ich ihn auch mag, dann mache ich einfach ein Cover. Das habe ich schon ­gemacht, bevor mein erstes Album rauskam. Diese künstlerische Freiheit nehme ich mir einfach raus. Als 50 Cent seine Karriere begann, waren Remixe von aktuellen Hits seine Spezialität. Aber ob ich jetzt ein Marvin-Gaye-Cover, einen knallharten Rap-Song oder ein eigenes Lied mache – für mich ist das ein und dasselbe.

    Welcher Rapper hat dich und deinen Style denn beeinflusst?
    Jay-Z, Big Tymers, Biggie und Tupac. Aber in erster Linie war es schon Hova. Er ist einfach der beste Lyricist. Er hat es geschafft, aus sich und seinem Namen eine Marke zu machen, die für Qualität steht. Andere wollen sein wie er. Er ist der coolste Rapper, der gleichzeitig witzig ist und es schafft, einen großen Song zu machen. Er weiß, wie man Hits macht – und die stehen für sich.

    Text: Jan Wehn

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