Rhymefest – El Che // Review

 

Rhymefest_El-Che

 

(dN|Be Entertainment/EMI)

Wertung: Viereinhalb Kronen

Seit er vor knapp vier Jahren sein hochgelobtes Debütalbum veröffentlicht hat, eilt dem aus Chicago stammenden Rapper Rhymefest der Ruf voraus, einer der Hoffnungen für die Zukunft zu sein. Umso höher natürlich die Erwartungen, wenn nun – ohne Hilfe großer Namen wie Kanye West und über das Indielabel dN|Be – sein lang erwartetes Nachfolger-Album “El Che” erscheint. Rhymefest ist technisch zwar nach wie vor kein Überrapper, weiß jedoch, was gute Delivery bedeutet und wie man aus großartigen Beats noch großartigere Songs macht. Dies stellt er auch auf “El Che” prachtvoll unter Beweis, denn ob es die Voice-Samples sind, die im Ohr hängen bleiben, die Hooks, die zum Mitsingen animieren oder die Geschichten, die man auf keinen Fall verpassen will – Rhymefest hat hier alles richtig gemacht. Dass er nach all den Albumverschiebungen und Labelproblemen aus den letzten Jahren nur noch hungriger geworden ist, beweist er mit “Talk My Shit” oder dem triumphalen “Give It To Me” mit Saigon und Adad, wo der sonst so lässige MC inmitten von Piano-Samples und rockigen Gitarrenriffs richtig aufdreht. Thematisch beschäftigen Rhymefest vor allem die Damen der Schöpfung, so auf “Chocolates”, wo er seine vielen Geliebten mit einer Schachtel Pralinen vergleicht (man weiß nie, was man bekommt oder für welche man sich entscheiden soll), während er auf “Agony” ein bisschen Reggae-Flavour versprüht und hier wohl ganz genau weiß, von welcher Dame er spricht. Zwischen den eher seltenen, düsteren Nummern wie “Truth On You” oder “Chicago” verbreitet Rhymefest auch auf den Little Brother-Kollaborationen “Say Wassup” und “How High” sowie auf dem abschließenden “Celebration” richtig gute Laune und entlockt dem Hörer sogar auf dem Gospel-beeinflussten “Prosperity” ein leichtes Schmunzeln, wenn er Parallelen zwischen Glauben und Reichtum zieht. Mit dem Vorgänger sollte man “El Che” gar nicht vergleichen, da man hier keine Fortsetzung, sondern einfach ein weiteres großartiges Album präsentiert bekommt, auf dem Rhymefest alle Gemütszustände durchforscht und auf dem persönlichen “City Is Fallen” sogar für richtige Gänsehautstimmung sorgt.

 

Text: Daniel Kececi

 

 

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