Black Milk – No Poison No Paradise // Review

Black Milk

 

(Fat Beats/Groove Attack)

Wertung: Vier Kronen

Es ist doch immer wieder eine Freude, dem alten Dilla-Protegé Curtis Cross, gemeinhin besser bekannt als Black Milk, auf Albumlänge zuhören zu dürfen – das macht einem auch das Durchlaufen seines neuen Longplayers »No ­Poison No Paradise« einmal mehr bewusst. Irgendwie haben seine Beats immer diesen einen Twist mehr, der sie aus vergleichbaren Produktionen unüberhörbar hervorstechen lässt; besitzen seine Flows stets diese ganz besondere Kalibrierung, die für eine geschmeidige Verschmelzung zwischen wohlgewähltem Wort und perfekt platziertem Ton sorgt; beinhalten seine Storys immer diese ganz spezielle Facette, die einen förmlich zum Zuhören zwingt. Kommerziell gesehen hat Black Milk zwar noch nie so richtig weit oben mitgespielt (seine letzten beiden Alben haben es gerade mal bis auf Platz 83 und 134 der US-Charts geschafft), doch mit seiner unbändigen Kreativität, seiner ­unverkrampft wirkenden künstlerischen Ausstrahlung und seinem vorbildlich umgesetzten Verständnis von zukunftsorientiertem Traditionsbewusstsein gewinnt er für jeden Anhänger »echter« Rap-Musik mit jeder Veröffentlichung zunehmend an Relevanz. So ist jede einzelne Anspielstation auf »No Posion No Paradise« eine kleine Perle für sich. Allein der Opener »Interpret Sabotage«, auf dem er erstmals den Konzept-Charakter Sonny einführt und locker flowend von dessen Träumen und Ängsten erzählt. »Deion’s House« wiederum klingt nach einer sorglosen Wohlfühl-Jam-Session unter Freunden, die einen fluffigen Gegenpart bildet zum darauf folgenden »Codes & Cab Fare« mit Roots-Rapper Black Thought, das um einiges bedrohlicher wirkt, weil es seine Hörer mittels undefinierbarer Soundscapes »face to face with reality« auf den Boden der Tatsachen ­zurückholt. Aber selbst wenn Black Milk mal vollends die Klappe hält und es im Zusammenspiel mit Robert Glasper absolut nonverbal angehen lässt, kommt Großes dabei heraus wie auf »Sonny Jr«. Was soll man sagen: Man möchte den Detroiter Rapper/Produzenten Black Milk einfach nur stillschweigend herzen, in den Arm nehmen und ihm Danke sagen für diese schöne Platte.

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