Re-Issue der Ausgabe: Pete Rock / INI Center Of Attention // Review

(Vinyl-Digital)

Als Travis $cott Anfang 2017 auf Twitter schimpfte, dass das zuvor geleakte Leftover-Mixtape »Days Before Brids« zur LP »Birds In The Trap Sing McKnight« ein unbefugtes »Fake album« sei, konnten INI nur müde lächeln. Denn ihr 95er Debüts »Center Of Attention« ist als vielleicht meist gebootlegtes Rap-Album der 1990er eigentlich erst durch sein Nicht-Erscheinen zum Klassiker avanciert – und damit quasi die Mutter aller Leaks. Glaubt man der Beat-Projektleitung Pete Rock, war die offizielle Release-Annullierung einem Personalwechsel beim Label geschuldet, der das jazzige Street-Rap-Ensemble als inkompatibel einstufte und tatsächlich dazu riet, »eher Beats wie Puff Daddy« zu produzieren. 1995 ein haarsträubender Rat, befand sich Pete als Top-Producer für Nas oder Biggie doch auf seinem Zenit, was auch die 16 organi­schen Petesrumentals für InI beweisen. Sanfte Filter-Bässe, quirlige Bläser-Flips, dunstige Drumbreaks – das hier ist 90s-Rap to the fullest: »If you can’t walk the walk, don’t talk the talk/It’s Pete Rock and InI comin straight from New York«. Doch Kulturkampf und der veritable Szene-Hit »Fakin‘ Jax« reichten nicht – »Center Of Attention« wurde von Elektra eingestampft. »Even without a record deal, I could still come out«, spittet man fast vorausahnend auf der souligen Hornstep-Hymne »Don’t You Love It«. Mögen sich die Rapper Rob-O Ras G, Grap Luva und Marco Polo mit ihrer tiefentspann­ten Reimlexikon-Delivery performativ eher im Rap-Mittelfeld bewegt haben, war es vor allem die Jamsession-Symbiose aus Wort und Beat, die »Center Of Attention« so gut altern lies. Und sie auch zwanzig Jahre nach Entstehung als letzte True-School-Bastion kurz vor der Bling-Bling-Ära unvergessen macht.

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