Lupe Fiasco – Lasers

 

Lupe-Fiasco-Lasers-Artwork-Cover

 

(Atlantic/ Warner)

 

Vier Jahre auf ein neues Album eines von allen Seiten hoch geschätzten Künstlers zu warten, mag zwar hart, aber nicht ungewöhnlich sein. Gut Ding will eben manchmal Weile haben. Wenn man allerdings bedenkt, dass Album Nummer drei des Chi-Town-Rappers bereits vor drei Jahren hätte erscheinen sollen, dann ist das nicht nur eine ärgerliche, sondern auch ermüdende Angelegenheit für den Künstler selbst. Platte aufnehmen und rausbringen ist nun mal nicht, wenn Atlantic bereits durch den verpassten Chartseinstieg des Vorgängers das Vertrauen in die Vision des Künstlers verloren hatte. So waren drei Anläufe, ein zwischenzeitlicher Rücktritt und sicherlich mehr als nur eine zerstrittene Nacht in den Büroräumen des Labelkonzerns vonnöten, um »Lasers« unters Volk zu bringen. Wenn Lupe Fiasco in Interviews also statet, er liebe und hasse das Album gleichermaßen, ist das keine aufgesetzte Promofloskel. Eher schon, wenn er davon spricht, dass er das Album eigentlich doch ziemlich gut finde. Nun ja, rappen kann der Grammy-Gewinner von 2008 wie nichts Gutes, das hat sich nicht geändert, nur sollte man ihm auch den Platz dafür lassen. Und das funktioniert kaum, wenn fast jeder Song mit der Tür in die Charts fallen will. Hier eine zuckersüße Melodie, dort eine überlange Gesangs-Hook, da ein Alex Da Kid-Beat; klar, einen gewissen Pop-Appeal konnte man dem Sound des Chicagoers nie absprechen, aber »Lasers« riecht in so vielen Momenten nach Hot97-Pleasing, dass es einen schon fast traurig stimmt. Sicherlich kann man nicht alle Songs über einen Kamm scheren. Needlz leistet solide Arbeit auf »Till I Get There« und auch »The Show Goes On« hat was von Stadionmusik im positiven Kanye West-Sinn. Nur leider wird man den Eindruck nicht los, dass der Künstler von Vertrags wegen her zu oft mit dem Kopf nicken musste, während die Atlantic-Chefetage irgendwas vom Erfolg der Black Eyed Peas und tollen Innovationen durch elektronische Sounds gefaselt, dabei aber lediglich starr auf die aktuellen Billboards geschielt hat. Bleibt zu hoffen, dass Lupe die künstlerischen Fesseln nach dem Erfolg dieses Albums sprengen kann und endlich die Musik machen darf, die er eigentlich machen will.

 

Text: Amadeus Thüner

 

 

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