Kanye West x Epilepsie

„All Of The Lights“. Elf Gastmusiker, Fanfaren, ein mehr als perfektes Drum Set. Der Song ist kein Hit, er ist eine Hymne. Selbst Hex Murda würde eine Träne über die grimmige Wange laufen, wenn der Tune auf dem sommerlichen Festival erklingt. Vielleicht würde er sogar lächelnd den Arm um Elzhi legen, seinen fülligen Körper von links nach rechts bewegen und das Sturmfeuerzeug so hoch halten, dass Yeezy es sehen kann. Dementsprechend groß war auch die Vorfreude, als Kanye West per Twitter den Videodreh zusammen mit Hype Williams ankündigte. Nach einiger Verzögerung war es dann so weit und die sabbernde Internet Crowd konnte das Licht- und Typografiefeuerwerk bewundern.


All Of The Lights (Feat. Rihanna & Kid CuDi) BMF
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„Something’s wrong, I hold my head..“ Die gekonnt eingesetzten Schriftzüge des Videoclips erinnerten an Gaspar Noés Meisterwerk „Enter The Void“. Filminteressierte sollten sich den Film schleunigst anschauen, da er ohne Übertreibung zu den herausragendsten, visuellen Besinnungsklatschen der letzten Jahre gehört. Wer außerhalb des Programmkinoradius lebt, möge die DVD Fernbedienung weglegen, denn der fast drei Stunden lange Film stellt eine wahre Herausforderung für das Durchhaltevermögen dar und funktioniert nur an einem Stück. Ohne Unterbechung. Im Anschluss winkt die Belohnung der Freude über das eigene, doch relativ normale Leben ohne Designerdrogen und seltsam umnachtete Psychopathen aus der Halbwelt Tokios. Hier der Opener des Schmeiß-Festes.

Die Vorwürfe blieben nicht aus. Diplo war sehr traurig und der Ballettänzer Theophilus London empfand ebenfalls keine Befriedigung nach der Betrachtung des Minifilmchens .

Beim Abnehmen der Twitter- und Tumblr-Brille fällt dem Videotheksnerd gleichwohl auf, dass selbst Gaspar Noés Opener auf einem weiteren Filmjuwel basierte. Jean-Luc Godards Vorspann und Trailer des Geschlechterkampfes „Une Femmes Est Une Femmes“ schaut recht ähnlich aus. Natürlich um einiges langsamer aber ihr dürft nicht vergessen, dass der Film in einer Zeit vor Vodka-Red Bull, Pillen für 7 Euro und Email-Push Funktionen entstand.

Also alles halb so wild. Rip-Off eines Rip-Offs. Ohne Credits. Ganz normaler Kram und spätestens seit Hegemann und zu Guttenberg dürfte das zum gesellschaftlichen Konsens gehören. „Ja, wir haben da noch mal nachgeschaut und uns sind gravierende Fehler unterlaufen. Chillt mal, okay.“ Ändert trotzdem nichts daran, dass der Clip bei Youtube verschwand und im britischen TV nicht ausgestrahlt werden darf. Ärzte des Cambridge Research Systems fanden heraus, dass die Effekte des Videos für Epileptiker einen längeren Krankenhausaufenthalt bedeuten könnten. Offiziell wurde noch nichts bestätigt, doch dem Hype schadet es in keinster Weise. „I made mistakes, I bump my head, courts suck me dry, I spent that bread, she need a daddy, Baby please, can’t let her grow up in that ghetto university…“

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