Happy 420! 50 Weed-Hymnen zum Weltkiffertag // Liste

Von glorifizierenden Liebeserklärungen an Mary Jane bis hin zu abgründigen Paranoia-Tales. JUICE hat die 50 grünsten HipHop-Hymnen der Geschichte.

weed_anthems_4_20_JUICE_Magazin_Anna-Lina-Balke

26 Dr. Dre feat. Snoop & Nate Dogg
»The Next Episode« (1999)
Bei diesem Track stürmen heute noch die verkiff­testen Hänger auf die Tanzfläche. Trotzdem hat sich der Song dank Nate Doggs legendärem Adlib »Hey, hey, hey, hey/Smoke weed everyday« einen Platz in dieser Liste redlich verdient. (fm)



27 Dynamite Deluxe
»Grüne Brille« (2000)
Samy und Eizi mit Augen auf Standby. Fürs Selbstverständnis ein damals überaus wichtiger Song, darüber hinaus eine ehrliche und liebevolle Lobhudelei und Jans entwaffnend ehrliches Statement »Ohne sie hätt’ ich vorm Leben Schiss« hängt mir immer noch in den Synapsen fest. (pl)



28 Creutzfeld & Jakob
»Zugzwang« (2000)
Einer der wenigen guten Weed-Rap-Songs auf Deutsch. Das Zwanghafte am Weed-Konsum wird schon im Titel gut veranschaulicht. (om)



29 Quasimoto
»Green Power« (2000)
Quasimoto ist ja eher was für die bong- und book­smarten Hänger mit C. G. Jung im Regal, die sich nach dem fünften Kopf über Schrödingers Katze unterhalten. Madlib choppt die psychedelischen Mandrill, holt Melvin Van Peebles mit ins Boot und fertig ist dieser großartige Festgesang auf den funktionierenden Weed-Handel. (nn)



30 Curse
»Unter 4 Augen« (2000)
Teetrinker Curse verabschiedete sich bereits auf seinem Debütalbum vom anderen grünen Kraut und griff fürs gerappte Servus tief in die ­Metaphernkiste. Sein Flirt mit der betörenden ­Afghanin brachte dem Mindener MC aber nicht den Seelenfrieden, sondern Psychosen. Der Respekt blieb. »Irgendwann sehen wir uns wieder/vielleicht, vielleicht auch nicht/Doch bis dahin bleib ich solo und high vom Augenblick.« (ae)



31 Nas
»Smokin’« (2001)

»Stillmatic«, ein Kabinettstück der Promenaden­lyrik. Neben der Narkosespritze für den Jiggaman ist darauf auch dieses wunderbare Loblied auf die Treue und Rechtschaffenheit unter Straßentickern und Messerschleifern zu finden. Es beschreibt quasi die Aufnahme in den elitären Kreis der Hehler und Kanaillen. Und wie feiert man die Aufnahme? Selbstverständlich mit einem dicken Spliff. (nn)



32 Memphis Bleek
»I Get High« (2001)

Gleichgewichtsgymnastik mitten auf der Straße, Bullenfinger in jeder Hosentasche, Beschlagnahme der Fahrerlaubnis, gerichtsmedizinisches Fixbesteck in die Armbeuge, dann Dispo leerräumen, ein Jahr lang Pipi spenden und sich für blöd verkaufen lassen – bekifft Autofahren kann sauber ins Auge gehen. Memphis Bleek ist das egal: »I love gettin’ high while I drive.« Super Song zum Lowriden – auch in der Straßenbahn. (ml)

33 Devin The Dude
»Doobie Ashtray« (2002)

Wenn der verstiegene Vergleich ­erlaubt sei und Cypress Hill so etwas wie das Dreigestirn der Weed-Tunes sind, dann ist Devin aus Houston ­mindestens das Funkenmariechen. Sein Klagegesang mit Augenzwinkern auf Premo-Beat ist episch. (pl)



34 50 Cent
»High All The Time« (2002)

Dabei soll Fiddy angeblich gar nicht kiffen… (om)

35 Styles P
»Good Times (I Get High)« (2002)

Weed-Rap war selten so fokussiert wie auf diesem Track. SP the Ghost auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft rappt über Swizz Beatz auf dem Höhepunkt seiner Schaffenskraft. Gute Zeiten, schlechte Zeiten. (ao)



36 Madvillain
»America’s Most Blunted« (2004)

Lord Quas und The Illest Villain brauchen die grüne Brille, um klar sehen zu können. Es hilft ihnen mit ihren Reimen, Flows und der Beatbox. Außerdem ist es doch gar nicht so verdammt schädlich, so die jüngsten Forschungsergebnisse. (ao)



37 Ludacris
»Blueberry Yum Yum« (2004)

Scheiß auf subtil, lass’ einen bauen. Spliff in Zuckerrübengröße und eigene Indoor-Hanfplantage im Video, »Let’s Get High«-Imperativ in der Hook, Couch-Bounce und Blubber-Melodei im Beat – und ein Ludacris in Highstform: Wenn man so flowen kann, kann man auch einfach mal so richtigen Cheech & Chong-Blödsinn rappen, Silben über einen ganzen Takt ziehen und verpeilte »Lalala«-Adlibs trällern. (ml)

38 Three 6 Mafia
»Stay Fly« (2005)

Aus meiner Zeit als Gaststudent der Howard University in Washington D.C. blieb mir diese Geschichte im Gedächtnis: Im Jahr zuvor trat die betüdelte Gang während der Homecoming-Zeremonie auf dem Campus auf und performte die unzensierte Version dieses Klassikers. Ein Kollege schrieb während des Gigs die letzte Klausur des Semesters und hörte die ganze Zeit die Hook durch die ­geöffneten Fenster des Seminarraumes. Dabei sollte er sich auf differenzielle Psychologie konzentrieren. »Shit like that only happens at Howard.« (nn)

39 Marsimoto
»Der Nazi und das Gras« (2006)

Ein bisschen Gras, und schon wird aus einem Nazi-Arschloch ein angenehmer Mitmensch und Reggae-Fan. Ob das auch im real existierenden Faschismus so funktioniert, bleibt zu überprüfen – in der verrauchten Parallelwelt Green Berlin hat es jedenfalls geklappt. Weed Heil! Oder so… (ml)

40 Nas
»Blunt Ashes« (2006)

Der ehemalige NBA-Star Chris Webber, der diesen Song kurioserweise produziert hat, ist ein begeisterter Sammler von Dokumenten afroamerikanischer Geschichte. Dementsprechend liegt es nahe, dass C-Webbs Leidenschaft ein Denkanstoß gewesen ist für den Text zu diesem Nas-Track, bei dem QB’s Finest unter THC-Einfluss über seine kreativen Vorfahren sinniert. (ao)

41 Harris
»Wo’s mein Gras?« (2007)
Auf dem Neptunes-Beat zu »Drop It Like It’s Hot« macht Harris genau das, was er eigentlich immer macht: Spaß haben, GBZ-Style. Vielleicht nicht die beste Idee der Welt, aber hey: Es ist Harry, es geht um Weed. Nuff said. (ama)

42 UGK
»Swishas & Dosha« (2007)
Man sollte nie betrunken Auto fahren. Schon gar nicht sollte man Promethazin in einen Plastikbecher schütten, einen Kirschlolli, Limonade und Eiswürfel hinzufügen, das Gebräu in den selbstgebauten Becherhalter des Gebrauchtwagens stellen, sich einen Dübel anzünden und mit 17 km/h und vier verstrahlten Homies durch die Kleinstadt düsen. Aber Scheiße, wieso hat man nach diesem Port Arthur-Banger auf genau diesen Blödsinn Lust? Wie kann so etwas Schlechtes so verlockend und großartig klingen? (nn)

43 The Alchemist feat. Evidence & Styles P
»Calmly Smoke« (2008)
Diese drei müssen nicht erst ins Hanf-Forum schauen, um nach den Heilmittelvorteilen ­cannabinoider Gewächse zu suchen. Man weiß um die Wirkung von Cannabis als lokales Analgetikum. ALC hält der Rauch zum Beispiel alle Probleme vom Leib. Problemlos zaubert er so ­psychedelische Glockenspiel-Wahnsinnigkeiten aus seinem »Cookbook«. Ghost fügt an: »Alchemist get you niggas higher than a New York City building.« So einfach ist es. (ae)

44 Kid Cudi feat. Chip Tha Ripper
»Hyyerr« (2009)
Auch wenn in den Staaten eine Weile vor allem die Hustensaftfraktion die Trends in Sachen ­Drogenmissbrauch setzte – Weed kommt nie aus der Mode. Und weil man auf Gras nicht nur herrlich albern sein, sondern auch gerne mal melancholisch bis depressiv werden kann, passt das Kraut auch sehr gut zum Opus des Lonely Stoners Kid Cudi. Eigentlich ist die ganze Story vom Mann im Mond nämlich ein Kifferalbum. (ml)

45 CunninLynguists
»Never Come Down (The Brownie Song)« (2009)
Ja, auch kulinarische Köstlichkeiten können mit Hilfe der Marihuana-Pflanze gezaubert werden. Die ansonsten thematisch eher abstrakt-depressiven Southern Boys müssen ihre Köpfe halt auch mal ausschalten. Clevere Lines gibt es trotzdem (oder gerade deswegen?): »This weed is Neil Armstrong, I’m on the moon blown.« (ao)



46 E-40 feat. Stresmatic
»The Weed Man« (2010)
Die Wien-Hymne seit dem »Am Strom«-Festival 2010. Einen schwergewichtigen Rapper namens Funky Cotletti, bei dem wir am frühen Morgen nach dem Festival strandeten, stellte mir der Kumpel Brenk mit E-40s Chorus vor: »I know the weed man.« Er sollte Recht behalten. (scs)



47 Wiz Khalifa
»Up« (2010)
Ein Plätzchen im Schatten, eine Flasche Orangensaft und ein dicker Doobie, dazu dieser Song im Ohr – mehr brauchte man im Spätsommer 2010 nicht, um gut drauf zu kommen. (om)



48 Curren$y
»Breakfast« (2010)

Frühstück! Die Musik des Hot Spitta aus New Orleans gehört zu den besten Stimmungsaufhellern, die man für Geld kaufen kann. Niemand sonst vermag es so konstant und stilsicher, seinen Stoner-Lifestyle in Musik umzusetzen. Wenn man »Breakfast« hört, glaubt man Curren$y tatsächlich, dass er jeden Morgen mit Gras und O-Saft beginnt. Aber kennt ihr einen einzigen notorischen Kiffer, der auch nur ansatzweise so viel wie dieser ­Bursche arbeitet? Eben. (se)



49 Smoke DZA feat. Asher Roth, Devin The Dude, Curren$y & June Summers
»Marley & Me (Remix)« (2010)
Die Neuen mit dem Alten – derber grüner Posse-Cut. Smoke DZA macht seinem Namen alle Ehre. (pl)



50 Danny Brown
»Blunt After Blunt« (2011)
Wieso auf Teufel komm raus versuchen, Racks on Racks zu stapeln, wenn man auch Blunt after Blunt paffen kann? Das ewige Talent Danny Brown macht sich im Rausch lieber Gedanken über die feminine Küche und passende Namen für kaukasische Gesäße (»whooty«). Schöner Film, der sich vor dem inneren Auge abspielt. (ae)

Illustrationen: Anna-Lina Balke

1 KOMMENTAR

  1. ich hätte vielleicht noch creme de la creme – weißer rauch mit aufgezählt..und lied vom kiffen..wie oft ich dazu breit und regungslos damals auf der couch lag

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