Rapsody – Crown // Review

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(datpiff.com)

Zugegeben, im Jahr 2016 war Mumble-Rap State of the Art. In einer Rapperin wie Rapsody ­deswegen eine Antagonistin zu wittern, würde aber zu kurz greifen. Denn auch wenn die Kicks ihres Mentors und ­Produzenten 9th ­Wonder auf dem knapp 40-­minütigen Soul-Bap-Manifest »Crown« genau so rumpeln, wie sie es schon vor mehr als zehn Jahren taten, blickt auch die ästhetische Rap-Gegenwart auf »Crown« immer wieder im Detail durch. So wird Grinsebacke D.R.A.M. für die Romanze »Take It Slow« durch den digitalen Fleischwolf gezogen und mit »Tina Turner« eine Brücke zwischen Public-Enemy-Samples und Desiigner-Referenzen geschlagen. Sowieso geht an Rapsody nichts spurlos vorbei – zumindest was das Leben in der US-amerika­nischen Gesellschaft angeht. Als gutes Gewissen von North Carolina thematisiert Rapsody Black Girlhood, Gun Violence und White Supremacy, ohne sich dabei in Verzweiflung oder Verschwörungstheorien zu verlieren. Dieser Tage auch keine Selbstverständlichkeit. Rapsody hat Liebe für schwerbe­packte Block Boys und leichte Teen Girls. Ganz zu Recht hat sie einen Co-Sign von Noch-Präsident Obama auf der Habenseite. Auch Dr. Dre kam 2015 in einer seiner Beats1-Sendungen schwer ins Schwärmen, nachdem ­Rapsody als einziges Rap-Feature auf Ken­dricks »To Pimp A Butterfly« landete. Dass die Rapperin in diesem Jahr schließlich bei Roc Nation unterschrieb, erklärt die zahlreichen Jigga-Verweise auf »Crown«. Einen Diamanten hat sie mit diesem Tape schon in der Tasche.