»More Hate Than Fear«: Drei Jahre Knast durch Graffiti // Doku

In Großbritannien wurde 2013 ein BBC-Mitarbeiter zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte 13 Mädchen zwischen 7 und 17 Jahren sexuell belästigt. Am selben Tag wanderte der Sprayer VAMP zu dreieinhalb Jahren in den Knast. Wegen Graffiti. Klar, dieser Vergleich ist natürlich auch Effekthascherei, trotzdem wirkt er beklemmend. In kaum einem europäischen Land wird Graffiti so hart bestraft, wie in Großbritannien. Immer wieder kommen Sprayer ins Gefängnis – zusammen mit Mördern und Vergewaltigern. Der Kurzfilm »More Hate Than Fear« beschäftigt sich mit dieser Thematik. Ein verurteilter Sprayer ist der Gewalt im Gefängnis ausgesetzt, malt manisch seine Zellenwand voll und am Ende fließt Blut. Gesprochen wird wenig, die Stimmung bleibt bedrückend. Begleitend dazu erschien eine Dokumentation, in der verurteilte Sprayer und noch immer illegal Aktive zu Wort kommen. Sie sprechen über die Folgen ihrer Gefängnisaufenthalte, wie diese ganze Familien auseinander gebracht haben, die Überwachung seitens der Polizei und darüber, warum Graffiti trotzdem ihre Passion bleibt. Warum letztlich Farbe auf einer Wand oder einem Zug in einigen Fällen rechtlich gesehen schlimmer ist, als Gewalt gegenüber Menschen, fasst einer der Sprayer knapp aber treffend zusammen: »Es geht um Geld«. Recht hat er.