Uzi Mob – Doppelmord // Video

Uzi-Mob

Schon Ende vergangenen Jahres war »Cloudrap« zum Unwort avanciert. Ursprünglich hatte man den Begriff aus Übersee adaptiert, um die Welle an Digital Natives zu beschreiben, die plötzlich auf Soundcloud zu hören waren. Auf schleppend-elektroiden Beat-Skeletten malten diese Nerdkids mit künstlich veränderten Stimmen ein Neon-Scheinwelt aus synthetischen Drogen, imaginären Statussymbolen und schier endloser Glückseligkeit. Schnell war alles beim Alten in Deutschraphausen: die Rucksackfraktion hatte ein neues Feindbild und die HipHop-Journaille eine neue Schublade, in die man die bleichgesichtigen Twitter-Grinder mit Autotune-Fetisch stecken konnte.

Wer tiefer grub, dem offenbarte sich jedoch, dass diese vermeintlich unerfahrene Horde Plastik-Toys nicht erst gestern zum ersten Mal ans Mic gesteppt war. Auch LGoony, für viele die Speerspitze dessen, was sie da neuerdings liebten oder hassten, hinterlässt bis heute zahlreiche Spuren seines Schaffens unter anderen Pseudonymen. Als Luis Lone nahm er 2012 am VBT teil und unterhält weiterhin eine Soundcloud-Page, bei deren Studium einem alles außer dem mühseligen Attribut »Cloud« in den Sinn kommt. Zusammen mit seinen Homies DJ Heroin (als DJ Cruzifix), James Jencon, Yesyoah und holz gönnt man sich nun eine Auszeit von der Wolkigkeit. Als Uzi Mob orientiert man sich am Berliner Battlerap der späten Neunziger, bespuckt Wack-MCs und frontet sowieso in alle Richtungen. »0:00 beat gemacht, 1:00 text fertig, 2:00 rap fertig, 3:00 videodreh, jetzt video fertig«, heißt es zum Entstehungsprozess von »Doppelmord« auf der Facebook-Seite des Mobs. Fest steht: falls die Blase der Basedheit in absehbarer Zeit platzen sollte, dann juckt diese Jungs das ganz gewaltig.