Unveröffentlichte 2Pac-Interviews

    2Pac ist nun wirklich kein Künstler bei dem die Worte »unveröffenticht« oder »neu« für großes Aufsehen sorgen. Postmortale Alben am Fließband, Headliner Gigs auf Festivals. Richtig gechillt hat er nie. Doch die aufgenommenen Interviewpassagen, die der Journalist Chuck Phillips nun auf Soundcloud veröffentlichte, haben es in sich.

    Auszüge aus dem Interview erschienen in verkürzter Form im Jahr 1995 in der L.A. Times. Chuck Phillips besuchte Tupac in den Can Am Studios in Los Angeles, kurz nachdem der Rapper aus dem Gefängnis entlassen wurde und mit den Arbeiten zu seinem Album »All Eyez On Me« begann. »We did 13 Songs in 4 Days.« Es ist schon lustig, wie er Chuck Phillips ein paar Demos vorspielt und erzählt, dass darunter auch vier Tracks sind, die allesamt großes Hit-Potential haben. Die Rede ist hier zum Beispiel von den Gassenhauern »2 Of Amerikaz Most Wanted« und »Picture Me Rollin«.

    Wir hören einen durchweg höflichen und unglaublich freundlichen Tupac Shakur, wie er über die Schießerei im New Yorker Studio und seine Zeit im Gefängnis spricht und beschreibt, wie traumatisch diese Erlebnisse für ihn gewesen sind. Hintergrundgeräusche von Freunden und Engineers. Das Öffnen von Bierflaschen. Der Rapper, der die Blaupause für jeden hypermaskulinen, comichaften und unbesiegbaren Gangsta-Rapper darstellt hautnah bei der Arbeit im Studio. Gleichzeitig war er aber auch so etwas wie der erste Emo-Rapper der Welt, was in den Passagen deutlich wird, in denen es um 2Pacs Gefühlswelt, seine Familie und Ängste geht. Ziemlich rarer Scheiß.

    Das zweite Telefon-Interview stammt aus dem Jahr 1993. Ein 22-jähriger 2Pac spricht in eloquenter Art und Weise über die Vorwürfe, dass seine Musik den Texas Highway Patrol Killer zum Mord verleitet habe.

    (nn)