Top 10: Die Mixtapes/EPs des Jahres 2017 (international) // JUICE Jahrescharts

New York, Atlanta, Cali: klar, alle vertreten, wenn’s um die besten Mixtapes des Jahres geht. Aber auch das Vereinigte Königreich ist dieses Jahr gleich dreimal dabei. Und überhaupt: die Vielfalt ist enorm. Übrigens: wer mit unserem Ergebnis unzufrieden sind, sei gesagt: Bei den JUICE Awards habt ihr noch bis einschließlich 07. Januar Zeit, eure Favoriten zu wählen.

10. 070 – The 070 Project: Chapter 1

Ein Post, Retweet oder gar Like kann heute den Karriere-Kickoff bedeuten – sofern dieser von entsprechenden Influencern kommt, von jemandem wie Instagram- und Snapchat-Queen YesJulz zum Beispiel. Die nahm mit der 19-Jährigen Shake eine vielversprechende Künstlerin mit prägnanter Stimme und eigener Ästhetik unter ihre Fittiche; kurz darauf mutmaßte man über ein mögliches G.O.O.D-Music-Signing. Als Gallionsfigur ist Shake für das Projekt 070 unerlässlich, doch bei der Crew gilt: Nie ohne mein Team. Sie inszenieren sich als geschlossenes Kollektiv, verbunden mit nicht weniger als dem Universum.

9. Giggs – Wamp 2 Dem

Nathaniel Thomson – besser bekannt als Giggs – hat ein stabiles Musikjahr 2017 hinter sich: Wie im Vorbeigehen kam er zu zwei Gastauftritten auf Drakes »More Life«. Außerdem veröffentlichte der Brite sein Mixtape »Wamp 2 Dem«.

8. Lil B – Black Ken

Die Tracklist von »Black Ken« zählt ganze 27 Titel: Just BasedGod things.

7. Lady Leshurr – Mode

Dem Brexit zum Trotz: Auch außerhalb der britischen Inseln steigt der Marktwert von Lady Leshurr. Mit der »Mode«-EP zog der Kurs erneut an.

6. Bones – NoRedeemingQualities

Eine Einleitung zum Schaffen von Bones sollte sich mittlerweile erübrigt haben. Als ­Wegbereiter des Neuzeit-Goth-Raps ist der Knochenmann ob seiner Release-Spanne mittlerweile zu dem geworden, was Curren$y für die Weedrap-Szene ist: Seit Jahren beliefert er Legionen eingeschworener Fans unermüdlich mit Lang- und Kurzspielern.

5. Young M.A – Herstory

»Herstory« ist die EP einer Rapperin, die keine Bootys in Hochglanzvideos shaket, stattdessen lieber im Stripclub beobachtet und von den Bouncern als Stammgast mit einer Umarmung begrüßt wird.

4. Lil Peep & Lil Tracy – Castles II

Was kann eine Schrotflinte heute schon noch bezwecken? Nichts, denn Tumblr hält Kurt Cobain am Leben. Vielleicht für immer. Viele sind noch immer fasziniert vom Nirvana-Sänger und posten Bilder des blassen Blonden, während sie die Schule schwänzen. ­Vielleicht waren Lil Peep und Lil Tracy solche Nerds, die nächtelang zu Grunge depressive Fanfiction in die Tastatur hackten. Ihre EP »CÅSTLES II« jedenfalls ist Musik, aus deren bloßem Soundbild schon die Suizidgedanken zu lesen sind.

3. Freddie Gibbs – You Only Live 2wice

Seit die Anschuldigungen des sexu­ellen Missbrauchs von einem Wiener Gericht fallen gelassen wurden, kämpft sich Gibbs sukzessive ins Dasein als Rapper zurück. Beseelt von dem neu gewonnenen Freiheitsgefühl, lässt er seinem ganzen Frust über die verpasste Zeit freien Lauf. Detailliert beschreibt er Szenen und Gedanken aus der Inhaftierung: Wie hilflos und alleingelassen er sich in der österreichischen Knast-Bibli­othek fühlte, wie er zurück zu seiner eigentlichen ­Be­stimmung als verantwortungsvoller Vater und Ehe­partner fand und wie unzumutbar die Wiener Küche sei. Das geschieht derart eng durchdacht, dass dafür gerade mal acht Songs vollkommen ausreichen.

2. Skepta – Vicious

Düstere Stimmung, halsbrecherischer Flow und beeindruckendes lyrisches Talent: Der Kronprinz des UK Grime schoss mit seiner »Vicious«-EP sechs Songs in den digitalen Äther.

1. 21 Savage, Metro Boomin & Offset – Without Warning

Ohne um den heißen Brei herumzureden kann man sagen: So muss Trap-Musik 2017 klingen.

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