Top 10: Die Mixtapes/EPs des Jahres 2017 (Deutschrap) // JUICE Jahrescharts

Wo hört das Mixtape auf, wo fängt das Album an? Eine ewige Diskussion, die im Streaming-Zeitalter nur müßiger geworden ist. Nichtsdestotrotz: Einige der dopesten Projekte des Deutschrap-Jahres waren Free-Releases oder EPs, die ihre Hörer kompakt und ohne Filler-Material fesselten. Die vorliegende Auswahl haben wir, die JUICE-Redaktion, mit ausgewählten freien Autoren ganz demokratisch getroffen. Wer auch abstimmen möchte, kann bei den JUICE Awards noch bis 07. Januar 2018 seinen persönlichen Favoriten wählen.

10. Caramelo – Orange Mound

Caramelo geht zur Hochzeit deiner Schwester im Jogginganzug, Caramelo geht aber nicht an sein Nokia-Handy.

9. Veedel Kaztro – Frank und die Jungs

»Es ging mir auch darum, mir selbst zu zeigen, dass das geht. Tausendmal das selbe sagen. ArschArschArschArsch« – Veedel Kaztro über »Frank und die Jungs«.

8. Haiyti – Follow mich nicht

Künstler liefern. Nicht weil sie wollen, sondern weil sie müssen. In der Kunst ist das noch häufiger der Fall als in der Musik. Klar, auch Musik ist Kunst. Haiyti vereint darin aber etwas, das zu oft unterschätzt wird: Sie ist Künstlerin durch und durch.

7. OG Keemo – Neptun

Newcomer des Jahres? OG Keemo ist sicher einer der Kandidaten.

6. Fatoni – Im Modus

Wie kommentiert man die etwaige Schieflage in (Rap-)Deutschland, ohne zum zeigefingernden Korrektiv, zum Kraut-wit-Besserwisser-Attitude zu verkommen? Und: Wie behauptet man sich mit Ü30 auf einem musikalischen Feld, das regelmäßig von leichtfüßigen Minderjährigen abgesteckt wird? Fatoni zückt die Allzweckwaffe Humor – und holt mit seinem ersten Mixtape gleich mal ein paar Federviecher vom Rap-Himmel.

5. Audio88 – Sternzeichen Hass

Die eine Hand am Mic, die andere verteilt schallend Schellen.

4. Haiyti & Die Achse – Jango EP

Es werden aus der Bauchtasche heraus pillenförmige Glücklich­macher vertickt. Diskokugeln brechen das Licht, und im Hintergrund läuft irgendein NDW-Klassiker, während Geld wandert. Randnotizen einer Nacht – Haiyti mittendrin.

3. Ahzumjot – Luft & Liebe

Chance The Rappers Modell einer erfolgreichen Karriere durch Gratis-Content scheint mit Ahzumjot sein deutsches Pendant gefunden zu haben. »Luft & Liebe« ist weniger ein Album als eine Mitteilung darüber, wo sich Ahzumjot 2017 künstlerisch befindet. Befreit vom Majorlabel als auch von alten Stigmata. Es fühlt sich nach einem Neuanfang an.

2. Negroman – Sequel EP

Jazz-Trap? Vielleicht. Aber mit Sicherheit eines: Verdammt dope Musik.

1. Megaloh & Trettmann – Herb & Mango

»Herb & Mango« ist der Hybrid aus dem aktuellen Zeitgeist-Rapsound mit wohl portioniertem Autotune-Einsatz, Dancehall- und Reggae-Elementen. KitschKrieg tragen dafür die Verantwortung, Mega und Tretti vollenden die Hits und die EP wird so zum Heavy-Rotation-Garant.

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