So absurd sehen HipHop-Live-Auftritte 2017 aus: XXXTentacion performt »Look At Me« // Video

XXXTentacion ist der wohl absurdeste Hype des vergangenen Jahres. Mit aggressiv-suizidaler Attitüde, einer extrovertierten Außendarstellung und unmissverständlichen Kampfansagen (unter anderem in Richtung Drake) drückte sich der 19-Jährige in das öffentliche Bewusstsein. Zunächst griffen Hype-affine Online-Blogs das Phänomen XXX auf, inzwischen flimmert das markante Konterfei von Jahseh Dwayne Onfroy auf etlichen Kanälen. Dabei ist er keineswegs einfach ein weiterer, stumpfer Gangbanger von der Straße, der als One-Hit-Wonder genau so schnell verschwinden wird, wie er auf der digitalen Bildfläche auftauchte. Dafür ist der Individualist aus Florida schlicht zu vielschichtig. Brutal destruktive, rohe Songs wechseln sich mit introspektiven Zeilen auf Akustikgitarren-Notes ab und zeigen, wie divers der Soundkatalog des 19-Jährigen ist. Es fällt schwer, das Auftreten dieser gespaltenen Persönlichkeit zu ignorieren.

So absurd wie XXX selbst sind auch die Zahlen: Seine Soundcloud-Seite zählte bis vor kurzem 400 Millionen Aufrufe, »Look At Me« ist einer der größten Untergrund-Hits der vergangenen Spielzeit. Der Hype hat es mittlerweile raus aus dem Internet und rauf auf die Bühne geschafft: Beim Rolling Loud Festival in Miami performte XXX seinen Überhit vor einer beachtlichen Crowd. Und schnell wird klar: Vorbei sind die Zeiten, als vor HipHop-Künstler vor einem dezimiertem Publikum Bars ins Mic spuckten und Realrap-Fans in der ersten Reihe die Silben mitzählten. Nein, der Hype ist real und äußert sich in riesigen Menschenmengen, bestehend aus verschwitzten Teenies mit Supreme-Stirnbändern. Gerappt wird kaum noch, vielmehr läuft der Song im Playback und XXX ruft, mit Selfie-Stick am Mikrofon: »All eyes on me, it’s my turn, I worked hard for this!«. Das alles ist extrem skurril und doch sehr spannend. Wer nicht längst ein Auge auf XXXTentacion geworfen hat, tut es vielleicht jetzt.

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