Sido & Bushido – So mach ich es

Sido und Bushido. Bushido und Sido. Und dann auch noch Sido und Bushido UND Specter. Ja, wie außerordentlich großartig ist das denn? Eine vielversprechende Sache. Keine bösen Gesichter vor gemieteten Wagen, keine kurzfristig hingeklatschen Preset-Effekte. Nein, das bedeutet eine wünschenswerte Verschwendungssucht, aus dem Nichts kommende Explosionen, dickbusige, blonde Bankangestelltinnen, wegfliegende Beine, Köpfe und Pinky Rings. Steven Seagal, Michael Dudikoff, Parker Lewis. Der ganz geile Scheiß einfach. Sido und Bushido präsentieren das erste Video ihres Projekts »23«: »So mach ich es«

Los geht es mit Bushido und zwei weiblichen Gefährtinnen, die das »schwarz vermummt in die Bank«-Ding wortwörtlich genommen haben. Sonny Black und die Burka-Ladies schreiten den Parkplatz entlang, Anis drückt auf die »Beweise vernichten«-App seines iPhones und den Tempelhofer Rapper lässt die kleine Eruption komplett kalt. »Cool Guys don’t look at Explosions«. Normal, Junge.

Im Anschluss lässt Bushido den – durch »Sonnenbank Flavor« bei allen Azzlacks und denen, die es werden möchten – stets beliebten Assoziationen-Flow raus und erklärt in wirklich versiertem Storytelling, wie der am Börsenkurs interessierte Kunde seine Ersparnisse aus dem vom Bankrott bedrohten Geldinstitut rettet, bevor es nicht mehr zahlungsfähig ist. Gemein wie 10, klaut er das Nummernschild vom Familienvan und wir können uns schon vorstellen, mit welchem Gesichtsausdruck der biedere und bausparvertragsfanatische Papa den Polizeibeamten die Türe öffnen wird.

Im Bankhaus angekommen wird dann auch nicht groß um den heißen Brei herum geredet. Wenn’s um die Kohle geht, scheint die 23-Gang eine relativ kurze Zündschnur zu haben. Es werden einfach alle kalt gemacht. Wie zwei ukrainische Hooligans auf Crystal Meth und Tilidin ballern die Dudes ein Magazin nach dem anderen leer. Verhandeln? Was verhandeln?

Der Coup ist scheinbar gelungen. In der nächsten Szene sehen wir Sido auf einer beneidenswerten und wirklich beeindruckenden Motto-Party. Auf der Einladung stand »Party like it’s Eyes Wide Shut…and please come faded.« Und das tun wohl alle. »Ich wollt ein ganz Großer werden und mit Banknoten werfen, mein Leben genießen, Dicker, und dann an Drogen sterben. So mach ich es…« Ob an Drogen sterben, ein erstrebenswerter letzter Augenblick ist, sollte Sido noch mal überdenken. Jim Morrison, Jimi Hendrix und wie sie alle heißen. In der goldenen Badewanne liegen und am eigenen Erbrochenen krepieren, hat auf dem Foto nicht wirklich viel Swag. Der Weg dorthin allerdings wohl schon. Und den geht er in diesem Video mal so richtig. Mehr willige und ergebende Weiber als Geldnoten im erbeuteten Koffer. Wohin mit den Augen? Da kann man sie auch gleich mal verbinden und ein kleines satanisches Ritual abhalten, um Unsterblichkeit zu erlangen und unbesiegbar zu werden. Lack, das ist Süüüüüüüücho. Aber richtig geil umgesetzt.

Später chillt Bushido im Kimono in seinem dunklen Kämmerchen, um ein wenig unter seiner Hörnermaske zu entspannen und sein Osama-Poster an der Wand zu begutachten. In diesem wunderschönen Moment der Besonnenheit wird er leider durch die SOKO Kiew gestört. Roey Marquis II, Curse und der Typ aus »Assassins Creed« ain’t got nuttin’ on Sonny Black! Und so schnibbelt er den Wachtmännern mir nichts dir nichts einfach die Wurstfinger und Gehstützen ab. Sie tun einem beinahe Leid. Ich mein, der Kerl ist alleine und hexelt die ganze Crew ohne Schwierigkeiten in Slow Motion weg. Wieso haben sie auch versucht, ihm Ayran aus Pferdewichse zu verkaufen, die Penner?

Das Wochenende voll leichtbekleideter Animierdamen, Böllerwerfen und Geldzählen war anstrengend und kräftezehrend. Demzufolge erst mal Joint anzünden, auf der Dachterrasse etwas After-Hour schieben, die schöne Ostmetropole begutachten und chillen. Sido und Bushido haben es geschafft. War wirklich viel die letzten Tage. Aber was ist nun? Die idyllische Ruhe macht die zwei Alphas wohl nervös und beide zücken die Eisen und knallen sich ab. In Slow Motion. Lack, das ist Süüüüüüücho. Das ganze Video ist Süüüüüücho. Mehr Tote als im »Die Hard«-Playstastion Spiel. Automatische Waffen unter den Burkas, Satan, Illuminati, Schnappi das Krokodil. Das Video ist wahnsinnig und geisteskrank. Aber da ihr im Laufe der Zeit mitbekommen haben solltet, dass wir den »Watch The Throne«-Irrsin fernab jeder Ironie totfeiern, zum Aufwachen und beim Ashtanga Yoga »All Of The Lights« von Kanye West und »All I Do Is Win« von DJ Khaled im stetigen Wechsel hören und Größenwahn, Übertreibungen und riesige Fässer im Rap befürworten. Ja, ihr solltet wissen, dass wir so etwas geil finden. Richtig geil. Deswegen sind die beiden Kerle auch auf dem Cover unserer kommenden Ausgabe. AppreciHate!

(nn)

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