»Sex, Money and Respect«: HipHop-Konferenz verhandelt »Männlichkeit zwischen Gangsta- und Queer-Rap« // Live

Dass das Rap-Game von klassischen Männlichkeits-Konstruktionen besetzt ist, ist keine Neuheit. Ob es in Ordnung ist, sich künstlerisch in Gangsterfilme und Machtfantasien zu flüchten und wo genau die Grenze zu offensichtlich chauvinistischen und verwerflichen Inhalten liegt, ist eine viel geführte und ermüdende Diskussion. Die angenehme Alternative: Aufzeigen, wie viel Rap von spannenden und inklusiven Künstler-Identitäten es inzwischen gibt. Seien es schlicht die wachsende Anzahl an Rapperinnen, die Welle machen und sogar Nummer-eins-Hits abliefern, ohne sich in eine submissive Rolle zu fügen, die inzwischen lange Historie an queerem Rap von Mykki Blanco, Le1f oder Cakes Da Killa oder alles, was dazwischen liegt. Das Feld ist auch in Deutschland breiter aufgestellt denn je, zwischen machoidem Strassenrap (sic!) und den progressiven Ansätzen von Haiyti und Co.

Dieses Spannungsfeld will die Veranstaltung »Sex, Money & Respect« in Frankfurt aufdröseln. Fernab von bloßen Schuldzuweisungen, Zeigefinger-Gesten oder feministischen Manifesten und mit einer illustren Runde an Gästen, die teils zum Talken, teil zum Performen antreten, sodass man schon von einem kleinen Festival mit akademischem Überbau sprechen kann: Anwesend sein werden Grime-Legende Wiley, die Newcomer-Hoffnung derselben Zunft AJ Tracey, die eklektische Soundcloud-Figur Ski Mask The Slump God und natürlich sookee, die von nahezu wissenschaftlichen musikalischen Arbeiten bis zum zugänglicheren jüngsten Projekt »Mortem & Makeup« als Galionsfigur der deutschen Queer-Rap-Szene gelten muss. Kurz: Mainhattan wird Ausrichtungsort eines internationalen Get-togethers zwischen Diskurs und Turn-up. Queere und unqueere Tiere sammelt euch!

Tickets gibt es hier.

08.-10.12. Frankfurt, Künstlerhaus Mousonturm
Line-up:
Konzerte: AJ Tracey, Wiley, Ski Mask The Slump God, Sookee
Vorträge: Tricia Rose, Klaus Walter u.a.