Review: Wiz Khalifa – Blacc Hollywood

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(Rostrum/Atlantic)
 
Ungläubig sah man Wiz Khalifa rauchend im Backstage des splash!­-Festivals stehen und kopfschüttelnd die Menge der Fußball­-WM schauenden Rapperkollegen betrachten. Verstehen konnte oder wollte er den Hype rund um die Lederkugel nicht, vielmehr interessierte ihn sein anstehender Auftritt. Man wollte den deutschen Fans schließlich den dritten offiziellen Longplayer schmackhaft machen. »We Dem Boyz«, bereits auf guter Rotation in den Staaten, flog in Deutschland bis dato weit unter dem Hitradar von »Black & Yellow«. Wochen nach dem splash! ist der Song angekommen – und funktioniert! Monotone Wiederholungen, ein paar sehr wichtige Lines übers Babymachen und Grünzeugrauchen und ein stampfender Beat von »Drunk in Love«­-Producer Detail machten den ausrufenden Song zum ersten wirklichen Hit des Albums. Der nächste folgte sogleich: »Promises«. Ein cloudiger »Bitte halte deine Versprechen«­-Song mit genügend Käse für ein ganzes Fondue und Popappeal für die Radiostationen der Welt. Aber eben auch mit diesem gewissen Wiz­-Khalifa­-Style, der Attitüde, dass man, selbst wenn man den Song eigentlich gar nicht so geil findet, es ihm trotzdem nachsieht. Dieser sympathische Kiffer. Ging Snoop eine Zeit lang übrigens ebenso. Ansonsten versammelt der Pittsburgher Juicy J und Project Pat für eine von einigen Weedhymnen, hat mit »Ass Drop« irgendwas zwischen Club in Atlanta und Disco in Essen Borbeck gezaubert, flowt auf »Raw« einigermaßen titelgebend und huldigt mit Nicki Minaj auf »True Colors« Phil Collins und dem Dasein im Allgemeinen. Also eigentlich alles beim Alten. Im Vergleich zu den doch nur halbgaren Vorgängeralben, hat es der Taylor­-Gang­-Frontmann auf »Blacc Hollywood« allerdings zum ersten Mal geschafft, diese Kombination aus Weed­- & Street-Talk und Popappeal so zusammenzuwürfeln, dass das Album homogen, straight und eben hitlastig ausgefallen ist. Also nicht durch­gängig, aber ziemlich häufig. Wer Wiz bereits abgeschrieben haben sollte – is’ nich.
 

 
Text: Amadeus Thüner