Review: Shuko & F. Of Audiotreats – Cookies & Cream 3

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(Jakarta/Groove Attack)
 
Kennt ihr auch nur einen schlechten Beat von Shuko? Eben. Gibt es ja auch nicht. Somit erübrigt sich wohl auch die Frage, ob »Cookies & Cream 3« gut ist oder nicht. Der gebürtige Mainzer ist nicht ohne Grund ein vielgefragter und auch weit über unsere Landesgrenzen hinaus bekannter Produzent. Wer Shuko nicht kennt, sollte den Namen bitte schleunigst googlen und mindestens einen seiner Lieblingstracks in dessen Diskographie vorfinden – oder die JUICE bitte für immer beiseite legen. Zusammen mit seinem langjährigen Weggefährten F. Of Audiotreats veröffentlicht er nun über die stets geschmackssicheren Freunde von Jakarta Records den dritten Teil der Instrumental-Reihe »Cookies & Cream« und, wie soll es auch anders sein, das Ding scheppert ordentlich. Wer den Teaser »Taijay« gehört hat, kennt die Marschrichtung: Warme Orgelsounds, wild umherschwirrende Klavierstakkatos, pointierte Bläser, treibende Drums, das Knacken alter Platten. Hier und da ein hochgepitchtes Vocalsample oder ein Synthie aus einer anderen Galaxie und so viel Bass, dass man die Platte lieber nicht über seine Studio-Kopfhörer mit Bass-Boost-Funktion hören sollte, wenn man keinen bleibenden Hörschaden davontragen möchte. Was hier alles passiert, lässt sich vielleicht noch am besten irgendwo zwischen Waajeed, SA-RA und einem Blue Note zerhackenden Madlib verorten. Aber eigentlich wird eine wilde Referenzsuche dieser Platte gar nicht gerecht. Es macht schlicht und ergreifend Spaß, die sechzehn Tracks zu hören und sich auszumalen, welcher Rapper wohl welchen Beat am besten zerlegt hätte; um dann am Ende doch festzustellen, dass die Platte sehr gut und wahrscheinlich auch am besten ganz ohne jemanden am Mikrofon funktioniert. Für Freunde von Beattapes ist »Cookies & Cream 3« daher so oder so ein Pflichtkauf. Und alle, die bisher noch keine Instrumentalplatten im Regal stehen haben, haben hiermit einen guten Anfangspunkt für ihre Sammlung. Ein wunderbares Stück Musik, das einen 40 Minuten lang mindestens zum Kopfnicken, eher aber zum Tanzen durch die eigenen vier Wände einlädt. Glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede. Ich tanze.
 
Text: Patrick Lublow