Review: Iamnobodi – Snapshots From Berlin

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(Jakarta Records)
 
Kürzlich droppte Produzent Iamnobodi einen Remix des D’Angelo-Klassikers »Brown Sugar«. Ein waghalsiges Unterfangen, schließlich bestach der (Neo-)Soul des Mannes aus Virginia vor knapp 20 Jahren eher mit seiner detailreichen Live-Instrumentierung, als mit Beat-Brettern im HipHop-Sinne. Umso mehr Respekt gebührt Iamnobodi, dessen Version es sich dank nötigem Feingefühl neben dem Original gemütlich machen kann, ohne dabei rot zu werden. Wir sind noch trunken vor Begeisterung und stolpern kurze Zeit später überrascht über die Beat-Sammlung »Snapshots From Berlin«, die via Jakarta digital und in kleiner Vinyl-Auflage erscheint. Die schließt nun insofern an besagten Remix an, als dass bereits das einleitende »Welcome To Berlin« so klingt, als bewerbe es sich für ein Produktions-Camp des neuen D’Angelo-Albums. So lässig haben Drums in deutschen Landen lange nicht gegroovt, soulige Rhodes und eine funky Bassline tun ihr Übriges. Für »Try Me« schaut kurze Zeit später die Sängerin Ego Ella May vorbei, um zu belegen, was wir doch nun wirklich verstanden haben, nämlich dass Iamnobodis Beats wunderbar mit souligen Vocals funktionieren. Trotzdem danke für diesen wunderbaren Track. Ein paar Titel später fordert Iamnobodi: »Insert Random Club Name Here« und stellt unter Beweis, dass seine Produktionen nicht nur im Schlafzimmer, sondern ebenso im Nachtleben stattfinden, und vor allem auch das ein oder andere kommende Rap-Album bereichern würden. Die zehn Tracks des Albums sind laut eigener Aussage auf die eine oder andere Art und Weise vom Aufenthalt in Berlin beeinflusst. Das klingt irgendwie arg kitschig. Sollte das aber tatsächlich so inspirierend gewirkt haben, bitten wir Iamnobodi herzlichst darum, weiter in dieser Stadt zu verweilen.
 
Text: Wenzel Burmeier