R.I.P. Nate Dogg

    Gestern, am 15. März 2011 verstarb Nathaniel Dwayne Hale, besser bekannt als Nate Dogg im Alter von 41 Jahren. Nähere Umstände zu der Todesurache sind noch unklar, allerdings erlitt Nate bereits zwei Schlaganfälle, zuletzt 2008. Der letzte Stand war zwar, dass er sich laut Warren G auf dem Weg der Besserung befinde, aber allzu überraschend war die Nachricht über seinen Tod leider nicht.

    Nate Dogg prägte nachhaltig den Sound des G-Funk. Nates musikalische Karriere begann bereits 1991, als er sich zusammen mit seinen Kumpels Snoop Dogg und Warren G zu dem Rap-Trio 213 formierte. Kurze Zeit später wurde Dr. Dre auf sie aufmerksam und arbeitete für sein Album „The Chronic“ mit Nate zusammen. Neben drei Solo-Alben und diversen Singles war der Sänger vor allem durch Gastauftritte bei anderen Rappern bekannt geworden. Seine Stimme mit dem hohen Wiedererkennungswert war vor allem für die Hooks sehr gefragt. Wir wollen an dieser Stelle nochmal zurückblicken auf einige der wichtigsten Werke der G-Funk-Legende. „Still claiming D-P-G, till the day I d-i-e.“ Rest In Peace.

    Warren G feat. Nate Dogg – Regulate

    „Not in my house“. Mutumbo hat die Defense der NBA kontrolliert, sein Basketball-Schuh war auf jedem Weihnachtswunschzettel der männlichen Heranwachsenden. Alonzo Mourning, Muggsy Bogues. NBA auf Sat 1. Was für eine Zeit. Und dann kam auch noch „Above The Rim“ in die VHS Videothek um die Ecke. Neben „Menace 2 Society“ und „Boyz N The Hood“ wohl der Film, welcher auf den Pausenhöfen der 90er am meisten zitiert wurde. Der Titelsong „Regulate“ lief sogar auf „Hitclip“ im WDR und auf dem dämlichen Radiosender in Omas Küche. Perfektes Ding.

    Dr. Dre – Deeez Nuts

    Chronic. Was für ein Album. Was für ein Sound. Die Originalquellen, das Nachspielen der Samples, die Attitüde. Jeder wollte Dickies tragen, seinen VW Polo mit Hyrdaulic veredeln und selbst im März dicke BBQ Parties im Garten der Mama feiern. Jeder Song ein Hit. Die Jokes und Skits sind auch nicht zu verachten. Als Kind findet man Telefonstreiche durchaus lustig. So wie in „Deeez Nuts“. Thematisch geht es um den unfassbaren Umfang der Crew-eigenen Testicles. Warren G, der Doktor, ein extrem hungriger Daz und zuletzt erklärt Nate Dogg, dass man sich mit den riesigen Cojones aus Kalifornien wirklich nicht anlegen sollte. „I heard you wanna fuck with Dre, You picked the wrong, mother — fuckin day“ Der Titel des Liedes hat es sich übrigens im normalen Sprachgebrauch gemütlich gemacht.

    Snoop Dogg feat. Kurupt & Nate Dogg – Ain’t No Fun

    Bist du der Hüter deines Bruders? Eigentlich ist dies der Aufhänger des folgenden Songs. Die FrauenrechtlerInnen dieser Welt haben das alles nur missverstanden. Möglicherweise lag es an DJ Eazy Dicks lasziv vorgetragenen Moderationen, der durch das „Doggystyle“ Album führenden Radiosendung „Jack Off Hour“. Vielleicht auch am Namen „W Balls“ oder am Slang der Protagonisten. Genauer betrachtet, ist es jedoch rührend, wie sehr sich der Einzelne um das Liebesleben seines Freundes sorgt. „It ain’t no fun, if the homies can’t have none“. Nate Dogg eröffnet diesen Lovesong der anderen Art und beweist erneut, wie einfühlsam und mitfühlend er im Umgang mit dem weiblichen Geschlecht ist. Als versierter Storyteller lässt er den Hörer wissen, wie ein Partyabend und die anschließende Liason mit einer Unbekannten ablaufen könnte. „When I met you last night baby, Before you opened up your gap, I had respect for ya lady, But now I take it all back….“. Vorgetragen auf einem luftigen, leichten G-Funk-Beat. Mehr Sommer geht nicht. Des Weiteren hilft er beim Abbau der Kopfschmerzen, welche sich durch Triebverzicht anhäufen können. Die Sau rauslassen, entspannt den Geist, jedenfalls in Maßen. „You wanna see the most righteous, conscious, nigga-hatin feminist hoes go straight ratchet? Play ‚Aint No Fun.'“ Zitat von einem der besten Conscious Rapper, Phonte (Little Brother, Foreign Exchange)

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    50 Cent feat. Nate Dogg – 21 Questions

    „New York City! You are now rapping…with 50 Cent. You gotta love it…“ Oh ja, und wie wir es geliebt haben. Dirty Swift samplet den großartigen Barry White, der bis dahin eher wütend aufgefallene Curtis Jackson macht einen auf Smooth Criminal und lässt zuckersüße Zeilen in Richtung Partnerin in Crime ab. „I love you like a fat kid love cake, You know my style I say anything to make you smile..“ Nate Dogg steht ihm in nichts nach und verewigt sich auf der von 50 geschriebenen Hook. „Girl…It’s easy to love me now, Would you love me if I was down and out? Would you still have love for me?“

    Dr. Dre feat. Snoop Dogg, Kurupt & Nate Dogg – Next Episode

    Die „Up & Smoke„-Tour war ein damaliges Großereignis und wäre es wohl heute ebenfalls. Gebannt starrten wir auf die gekaufte (!!!) DVD und schoben sie ehrfürchtig in das vorgesehene Abspielgerät. Dimensionen, die eigentlich nur von den seltsam gekleideten Stadionrockbands bekannt waren. Kurz zuvor wurde der „Chronic“-Nachfolger „2001“ veröffentlicht und einstimmig zum weiteren Instant Classic ernannt. Wir wissen nicht, wie oft wir den Song nun schon in diversen Clubs der Welt gehört haben. Doch sobald „Hold up, waiiiiiiit…for my niggaz who be thinkin we soft.“ heben wir das Cuba Libre-Glas und rufen „We don’t, playyyyyyy …We gon‘ rock it til the wheels fall off…“. Ein herrlicher Tune. Über die Tatsache, dass die letzte Aufforderung des Songs, die ein oder andere vergessene Hausaufgabe nach sich zog, sehen wir getrost drüber hinweg.

    Mos Def, Pharoahe Monch, Nate Dogg – Oh No

    „Yeah.. One for the treble, two for the bass, Welcome to the great incredible paper chase, Keep your boots laced if you want to keep pace.“ Heute eine relativ normale Angelegenheit, damals eine Sensation. Die Cypher Könige mit Dauerkarte für die lyrischen Foyers der Welt zusammen mit dem Crooner, der eigentlich ausschließlich über blanke Frauenpopos, Weed und Knarren im Handschuhfach singt. Doch eins haben die drei Burschen gemeinsam: Sie haben’s einfach drauf. „Oh No, Niggas ain’t scared to hustle, It’s been seven days, the same clothes, Ask them originals cause they know, Mos Def, Nate Dogg, and Pharoahe..“


    Mos Def Pharoahe Monch Nate Dogg Oh No von Cana_19

    Ludacris feat. Nate Dogg – Area Codes

    In Hinblick auf das Instrumental und die Melodie der Hook könnte der Track auch auf der Hochzeit des lieben Onkel Heinrich laufen. Richtig schön zum Mitschunkeln. Doch geht es eigentlich um den promiskuitiven Lifestyle von Ludacris und Nate Dogg. Glaubt man den beiden, so würden sie jede Quiz Show gewinnen, wenn es darum geht, die Postleitzahlen der Staaten auswendig aufzusagen. Und sei die Provinz noch so klein, Luda und Nate kennen die heimischen Mädels und ihre Postleitzahlen.


    Ludacris feat. Nate Dogg – Area Codes von fayaajeff