Phonte – Life Of Kings

    Heute in einer Woche erscheint »Charity At Home«. Es ist das erste Soloalbum von Phonte Coleman – obwohl er bereits seit mehr als einer Dekade Musik macht. Als Teil von Little Brother hat er diesen Typen mit den Rucksäcken eines der letzten wirklich liebenswerten Duos geschenkt. Mit dem niederländischen Produzenten Nicolay hat er drei hochgelobte »Foreign Exchange«-Alben veröffentlicht und sogar eine Grammy-Nominierung abgesahnt. Und dann war da noch dieses nicht minder spannende Achtziger-Retro-Projekt mit Zo!.

    So schön die Ausflüge in andere Gefilde zum Teil klangen – eigentlich wollten wir Phonte doch immer am Liebsten wieder auf modernen, warmen und leichtgängigen BoomBap-Instrumentalen aus der Schmiede von 9th Wonder zuhören. Zuhören bei seinen Erzählungen aus dem Herzen der Arbeiterklasse von North Carolina. Zuhören bei der Magie, die immer dann entsteht, wenn Phonte und 9th Wonder zu diesem HipHop-musikalischen Kleinod Little Brother werden. Und wenn im Studio nicht irgendetwas schrecklich schief gelaufen ist, wird das komplette Album wohl genauso so herausragend klingen wie der Song »Life Of Kings«.

    Phonte erzählt auf dem von seiner Melodie und einem sporadisch eingesetzten Vocal-Sample getragenen Beat von seiner Heimat und warum er diese wohl nie verlassen wird (»Hit the city to see one of my school mates. Makin‘ six figures but she still gotta room mate, just to have a downtown apartment and some outfits. And you askin‘ why I never leave the south?«). Die weiteren Verse werden von zwei MCs übernommen, die sich ebenso dem klassischen Lyricism verschrieben haben. Evidence beschreibt, wie er einen idealen Tag beginnt (»Kiss my mother, give my daughter a pound.«) und Big K.R.I.T. bricht eine Lanze für die Literatur (« More concerned with what books I read than what side I claim«). So schön kann reflektierte Rap-Musik klingen, wenn drei überdurchschnittlich talentierte MCs auf einen Beat von 9th Wonder treffen.