Nas – The Don

    Über Nas‘ zehntes Studio-Album »Life Is Good« ist immer noch recht wenig Konkretes bekannt. Gut, »Nasty« hat letzten Sommer bereits seinen Zweck erfüllt und der treuen Hörerschaft die verdiente Street-Anthem beschert. Dann stehen da noch Produktionen von The Alchemist, Kanye, No I.D. und RZA im Raum, und zumindest die Zusammenarbeit mit den Odd Future-Jünglingen Hodgy Beats, Tylor, the Creator und Frank Ocean scheint beschlossene Sache.

    Nach dem Rosenkrieg und dem Sorgerechtsstreit mit Ex Kelis ist Nas jedenfalls wieder auf der Sonnenseite des Lebens angekommen. Auch auf dem neuesten Album-Teaser »The Don« wirkt Nas befreit und alles andere als verbittert. Passend zum 40. Jahrestag von »The Godfather« erweist er damit dem, für Hip-Hop so bedeutenden Klassiker eine weitere Referenz. The late great Heavy D. (möge er in Frieden ruhen) soll Salaam Remi den Beat für Nas gegeben haben, der das Instrumental mit Hilfe des Produktions-Duos The Internz noch etwas nachbearbeitet hat. So wie der Beat klingt, hätte er ebenso gut auf dem neuen M.I.A.-Album landen können. »New York girl dem a mad over we«, tönt es da im Intro auf Repeat über die Lautsprecher. Und wie er dann reinkommt: »Smoking an escubano, guzzle my second bottle.«. Beat Picking-Diskussionen hin oder her, Nas bleibt lyrisch mit das Beste, was die Subkultur je hervorgebracht hat.

    »20 years in the game, looking 17/I don’t lean: no codeine, prometahzine« eine Kampfansage an die Masse an Hustensaft-trinkender Tumblr-Kids. »Ihr macht die Rechnung nicht ohne mich und erst recht nicht ohne meine Heimatstadt«, hört man God’s Son wispern. In der dritten Strophe bricht der Beat auf und der Don berichtet von den immer noch prekären Verhältnissen in den Ghettos des Big Apples: »New York is like an Island, a big Rikers Island/The cops be out wilding, all I hear is sirens.«

    War »Nasty« noch der harte Kracher mit Drumbreak-Unterbau, kommt »The Don« als eher zeitgemäßere Variante mit latentem Dancehall-Einschlag. Von Mainstream-Anbiederung kann aber nicht die Rede sein, auch wenn der Queensbridge MC dieses Mal mit dem Albumtitel wohl eine weitere Kontoverse vermeiden wollte. Bill O‘ Reilly wird das bald anstehende »Life Is Good« dennoch nicht pumpen.

    (cs)