Nas x Rick Ross

    Nas‚ Leben ist gut. Sagt er jedenfalls so im Titel seines tatsächlich in Kürze erscheinenden zehnten Albums »Life Is Good«. Nun gibt es die eine oder andere Sache, die einem natürlich auf den Sack gehen kann. Und wir sprechen hier nicht unbedingt von horrenden Unterhaltsforderungen der Ex-Frau. Was einem 38-jährigen Mann, der es aus einem echten sozialen Brennpunkt in die Besserverdiener-Belletage geschafft hat, so richtig den Tag versaut, sind die »Accidental Murderers«. Die Typen hat Nas gefressen. Jungs, die einen auf Macker machen, mit der Knarre rumfuchteln und dann dem Falschen die Kugel geben. Aus Versehen. Keine Snoops oder Chris‘. Keine Wayne Perrys. Sondern die, die eben nicht für den Kampf auf der Straße geboren sind. Um seinen Punkt klar zu machen, stellt sich Nas den Boss zur Seite. Rick Ross hat die eine oder andere Anekdote über das Leben als echter Baller in petto. Er hat zusätzlich ein Problem mit den »accidental shoppers«, die sich unrechtmäßig aufs Schlachtfeld beim Kampf um das teuerste Seidenhemd verlaufen haben. Sein Fazit kennen wir bereits – Gott vergibt, er nicht.

    Ob es Nas wohl aufgefallen ist, dass No I.D. und Salaam Remi für den Beat die »The Bridge Is Over«-Drums verwendet haben? Es ist ja nicht so, dass Nas als Meister des ironischen Tons bekannt ist. Wäre aber schon lustig, wenn Nas ganz bewusst den Verweis auf den einstigen Abgesang auf sein Queensbridge als Unterlage für ein wirklich beeindruckendes Comeback zu seinen QB-Wurzeln benutzen würde.

    (ae)