Nacho Picasso – Exalted

    September 2011: Ein Kerl aus Seattle taucht auf, der sich selbst den unverschämt coolen Namen Nacho Picasso verpasst hat, von Kopf bis Fuß tätowiert ist, auf Beats des angesehenen Produzenten-Duos Blue Sky Black Death rappt und mit »Bad Guy« eine der großen Underground-Hymnen des Jahres abliefert. Nach seinem Debüt-Mixtape »For The Glory« kam mit »Lord Of The Fly« vier Monate später das nächste Release ins Netz geflattert, bei dem Blue Sky Black Death komplett die musikalische Regie übernommen haben. Und auch auf dem neuen gemeinsamen »Album« »Exalted« feuert das Produzenten-Team aus dem pazifischen Nordwesten mit schleppenden, Synth-lastigen Paranoia-Brettern ihre schwersten Beat-Geschütze auf.

    Auch auf »Exalted« gurgelt Nacho Picasso – wie Lil Wayne zu seinen besten Zeiten – Weisheiten aus dem Leben zwischen Medizinschrank und Streetwear-Boutique und bleibt in seiner Absurdität und Unterhaltsamkeit eine Art »Lil B für Arschlöcher«. Bei all dem Stream-of-Consciousness-Gebrabbel braucht es freilich keinen Funkmaster Flex für die Erkenntnis, dass Nacho Picasso nicht der technisch anspruchvollste Rapper des Planeten ist. Aber im Haifischbecken der so genannten Swag-Rap-Fraktion hält sich der Rapper mit der markanten Stimme erstaunlich gut. Es mag wohl an der Mischung aus grundunsympathischer Arroganz, kämpferischer Flow-Einseitigkeit und dem großartigen Sound von Blue Sky Black Death liegen, die Beats bauen, als wäre Lex Luger in extraterrestrischen Schlamm stecken geblieben.