Mit DJ Quik durch Compton

    DJ Quik sah sich selbst bereits zu Beginn seiner Karriere als »America’z Most Complete Artist«. Zwanzig Jahre nach »Quik Is The Name« hat sich genügend Stoff angesammelt, um die Behauptung auf den Prüfstand zu stellen – eine ausführliche Rekapitulation des Lebens des David Blake ist mehr als nur überfällig. DJ Quik gehört nicht nur gemeinsam mit Dr. Dre auf den Thron der einflussreichsten Sound-Architekten der Wesküste. Er kann auch auf eine mehr als bewegte Karriere zurückblicken, inklusive vieler schöner, aber auch einiger mehr als hässlicher Episoden. Genau mit diesen beschäftigt sich aktuell die »LA Weekly«, eine der größten Wochenzeitungen Kaliforniens, in einer ausführlichen Titel-Story des Autors Jeff Weiss.

    Seine Kindheit als jüngstes von zehn Kindern in Compton, die Entdeckung seines musikalischen Talents in seiner Jugend und das Jahr 2003, in dem ihn seine eigene Schwester der Körperverletzung beschuldigte – die Story behandelt die entscheidenden Ereignisse im Privatleben der lebenden Legende.

    Durch die angesprochene Anklage landete David Blake für sechs Monate im Gefängnis. Die unverhofft und ungewollt erlangte Freizeit verbrachte er mit dem Schreiben seiner Biografie, Yoga und Solitaire. Trotzdem scheint Quik mit den unangenehmen Momenten seiner Vergangenheit – sowie seiner Schwester – Frieden geschlossen zu haben. Diesen Eindruck vermittelt zumindest das begleitende Video zu der Titelgeschichte. Gelöst und entspannt präsentiert sich der Produzent und Rapper, mit verwaschenem Papa Schlumpf-Shirt und zerzauster Mähne in seinem Studio.

    Im Anschluss fährt Quik, die Reporter der »LA Weekly« im Schlepptau, mit dem Benz durch Compton, vorbei an zahlreichen Jugenderinnerungen und bedeutenden Plätzen der berüchtigten Gegend Kaliforniens. Langjährige Freunde kommen zu Wort und Gang-Geschichten zur Sprache. Innerhalb von zehn Minuten schafft es die Kurz-Doku, ein genaues und authentisches Bild eines sympathischen Musikers zu zeichnen, der eine enorme Gelassenheit ausstrahlt und auch nach der Veröffentlichung seines achten Solo-Albums »Book of David« immer noch zur absoluten Elite Kaliforniens Amerikas gehört.