Mista Meta – Money Calls // Review

(Upstruct.org)

HipHop. Vier Elemente. Wer redet darüber eigentlich noch? Mittlerweile ist das etwas für Leute, die über die Kultur in Büchern schreiben, aber Realität eben nicht. Wobei: Graffiti und Rap fließen in Berlin seit einigen Jahren wieder ineinander. Die einen hacken irgendwo im S-Bahn-Depot Züge mit Chrome-Dosen zu, die anderen supporten die Crew zur gleichen Zeit im Homestudio auf Beats. MC Bomber macht’s, Shacke One macht’s und seit einer Weile auch Mista Meta aus dem Upstruct-Umfeld. »CHB mit meinem Squad, 030 nicht nur ne Zahl« (»Keine Zeit«). Punkt. Meta hat sich Franz-Trap-Beats bauen lassen, auf die Melodien weitestgehend verzichtet und im Zusammenspiel mit der Stimme, die tobend über die Snare-Rolls wütet, einen Berliner Straßenrap-Entwurf geformt, der von alltäglichen Geschichten auf den Straßen erzählt, nicht aber von Millionencoups. Er ist brachial wie Bombings an porösen Wänden und eine Weiterentwicklung von dem, was Berlin Crime zur Jahrtausend­wende losgetreten haben, als sie taggend und rappend durch Berlin zogen und irgendwann eine Straßenbahn umwarfen. Dann wird eben gekifft, gesnifft – und eine Outline vorgezogen. Zum Glück nimmt sich Meta auf »Money Calls« nicht todernst; macht eher Musik, die Assoziationsketten zulässt, sie aber nicht in die Texte fließen lässt. Denn die beinhalten eher aneinandergereihte (Money)-Statements ohne Dramaturgie. Die einzelnen Tracks sind dann wie Fillin, Outline und Schattierung – ganz am Ende ergibt zusammen alles einen tieferen Sinn.

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JUICE-Mensch. Hört mehr SpaceGhostPurrp.