Mick Jagger feat. Skepta – England Lost // Video

Rund ein Jahr nach dem viel-diskutierten Brexit sah gestern die wohl langlebigste Rocklegende Mick Jagger die Zeit reif für ungewohnt politischen Statements. Denn mit dem verblüffend Beat-lastigen »Gotta Get A Grip« und aber vor allem die bluesige Gitarren-Hymne »England Lost« droppte der Rolling-Stones-Leader überraschend (und quasi pünktlich zu seinem Geburtstag am 26. Juli) gleich zwei neue Solo-Singles. Gerade auf »England Lost«, das eine metaphorische Analogie zwischen einem verlorenen Fußballspiel der englischen Nationalmannschaft und den jüngsten, politischen Ereignissen zeichnet, verleiht der 74-jährige Brite seiner Enttäuschung über den EU-Austritt seiner Heimat pessimistischen Ausdruck. Ein subtil humoristisches Statement, auf dem Jagger sogar die Andeutung einer Rap-Performance hinlegt.

Was das mit HipHop zu tun hat? Nun, neben der radiofreundlichen Version ohne Rap hat sich der Alt-Rocker keinen Geringeren als BBK-Oberhaupt Skepta für eine Remix-Version vor die Membrane geholt. »Als ich den Song schrieb, habe ich mir einen britischen Rapper auf dem Track vorgestellt«, erklärte Jagger in einem Tweet, dass die Feature-Anfrage wohl nichts mit hype-orientierten Opportunismus zu tun habe, Skepta habe ihm ohnehin schon gefallen, als der Song im April 2017 entstand. Der Grime-Exportschlager greift indessen das fußball-schwangere Thema einem reduziert geflowtem 16-Zeiler auf und hievt es, wohin auch sonst, auf die Straße. Inwiefern dieses Feature der ehrbaren Message musikalischen wie einprägsamen Nachdruck verleiht, können Luftgitarristen hingegen gerne auf anderen äh, Seiten diskutieren.