Mena, Kynda Gray, wednesdays – 040 // Mixtape-Stream

Kippt das Lila in den Cup, die Cool Kids übernehmen. »Einer, der noch richtig groß werden könnte« prognostizierte Sierra Kid im September 2k15 Noisey gegenüber. Anderthalb Jahre später benebelt Menas Trapgeschwader die Sinne deiner Freundin, bis die Nummer seines »iPhone« im Schlaf rezitiert werden kann. 040 ist die Gang und Hamburgs Straßen wieder schick: Mit Kynda Gray und Grundschulbrudi wie Lieblingsproduzent wednesdays wird der Sauvignon Blanc gesippt und »durch die City« gecreept. 808s ballern auf Streetwear- und Lean-Affinität, der Bass wabert am Kinderzimmerboden wie die Jibbit-Dämpfe vor Kyndas Facetats. Die Vorwahl der Hansestadt im Titel lässt auf das nächste Lokalpatriotismus-Gelaber schließen, bleibt aber lediglich Crew-Liebeserklärung (danke dafür). Irgendwo zwischen ATL-Anleihen und moderner R’n’B-Ästhetik bewegt sich das Kollabo-Mixtape, stimmig bleibt »040« dennoch. Drake’scher Riddim (»Deserve«) funktioniert neben Arctic-Monkeys-Referenzen (»Wenn du high bist«), rauchige Bettgeschichten (»Callin«) neben Versalien-Bangern (»GETTHEFUCK«). Die Vibes dominieren trotz heterogenem Sound, die konsequente Codein-Dauerwerbesendung darf also wegignoriert werden. Sechsstellige »iPhone«-Klicks auf YouTube versprechen den verdienten Anklang, der Untergrund-Hype wäre Mena, Kynda Gray und wednesdays sowieso sicher. In diesem Sinne: Pour up, drank.

Wer Blut geleckt hat: In JUICE #180 (ab dem 27.04. am Kiosk oder ab morgen im JUICE-Shop) stellen wir das 040-Kollektiv im ausführlichen Porträt genauer vor.

Foto: Manuel J. Karp