Joint Breaks Vol. 1

    Immer wenn man denkt, im Spannungsfeld zwischen instrumentalem HipHop und moderner Electronica sei nach »Butter« und »Cosmogramma« von hyperaktivem Glitch-R’n’B bis hin zu Electro-Jazz aus dem All alles ausprobiert, wird man von der MacBook-Musiker-Generation eines Besseren belehrt. Im Monats-Takt veröffentlichen Produzenten aus aller Welt – mal mit klassischem Vertrieb, ein anderes mal direkt als Blog-Release – nie gehörte Musik direkt aus der Zukunft. Als Mensch mit normalem Tagesablauf Schritt halten? Keine Chance.

    Umso besser, das es fleißige Beat-Heads gibt, die einem die Entwicklungen der vergangenen Monate auf dem digitalen Präsentierteller mit Namen Soundcloud zur Verfügung stellen. Den Gefallen machen uns dieses Mal Scott Hobbs & Soulmind. Mit den beiden Berlinern geht es in zwanzig Minuten einmal in die Köpfe der elektronischen Avantgarde und zurück.

    Auf »Joint Breaks Vol. 1« blubbert und klackert es an allen Enden. Geradlinige Tanzflur-Musik klingt anders. Der Kalifornier Shlomo bändigt einen Song des Berliners Robot Koch und macht aus einer schnellen Dub-Abfahrt düstere Musik im Schleichtempo. Der Schweizer Dimlite vermischt Sizzurp-geschwängerte Vocals in Houston-Ästhetik mit verstrahlten Glitch-Beats. Es folgen ohne Pause und ohne Tiefpunkte weitere Songs unter anderem von Nosaj Thing, Prefuse 73 und fLako. Mit ihrem eigenem Edit eines Songs des britischen Beat-Weirdos Gold Panda bringen Scott Hobbs & Soulmind ihr entspanntes Beat-Feuerwerk schließlich zu einem sehr entspannten (und entspannendem) Abschluss. Auf der Suche nach dem richtigen Soundtrack für den Sonntag-Nachmittag nach der letzten Afterhour-Sause? Jetzt nicht mehr.

    Joint Breaks Vol.1: My Brain Weighs A Ton by Soulmind

    via finestego.com