Fat Joe: »Wir waren die ersten Latinos, die Double Platinum gegangen sind.« // #20JahreJUICE

#20JahreJUICE – ein Jubiläum, das gebührend gefeiert werden will. Über die nächsten Wochen veröffentlichen wir deswegen Meilensteine der JUICE-Geschichte erstmals auch digital. Das einstige Schwergewicht Fat Joe zog im April 2002 für die Titelstory von JUICE #40 blank. Für Autor Davide Bortot erlangt die Story »vor allem wegen der Fotos« Legendenstatus.

Zehn Jahre lang standen Joseph Cartagena und seine Terror Squad wie kaum jemand sonst für eine New Yorker HipHop-Generation, die bei all dem Trubel um die Champagner-Bande schön langsam in Vergessenheit zu geraten droht. Zehn Jahre lang repräsentierten sie die Bronx. Und zehn Jahre lang bereiteten sie Schritt für Schritt den Weg für all die Latinos, die so lange Zelt keinen Platz mehr in diesem Spiel zu haben schienen. Doch als Big Pun starb, verlagerte sich die ganze Last auf die Schultern von Fat Joe, und die Familie begann zu zerbröckeln. Nun, gut zwei Jahre nach dem Tod seines engsten Freundes, will sich Joe der Herausforderung aufs Neue stellen. Und all das Drama vergessen machen.

Es ist einer dieser wunderschönen Morgen in Miami: kristallklarer Himmel, zarter Sonnenschein. Schon zu dieser frühen Tageszeit hat es 24°C im Schatten. Die graue Februartristesse von New York ist ganze drei Flugstunden entfernt und scheint doch in einer anderen Welt zu liegen. Fat Joe tritt auf die Veranda seines prächtigen Domizils direkt am South Beach. Aus den Boxen pumpt der brandneue Darkchild-Remix von J.Los »Love Don’t Cost A Thing« mit dem Hausherren am Mic. Seine Frau Lorena bringt das Frühstück, und die ersten Philly Blunts werden gerollt. Der Don gönnt sich ein paar Tage Urlaub von der Stadt und dem Geschäft, die er beide zu hassen gelernt hat in den letzten Jahren. Und die er doch niemals wird zurücklassen können. Denn HipHop, so sagt er, ist sein Leben. »Ich habe mir vor zwei Jahren dieses Haus gekauft, aber ich bin nur fünf, sechs Wochen im Jahr hier. Denn man verliert den Fokus, wenn man zu lange hier ist. Es ist einfach zu relaxt in Miami, um den Schmutz der Straßen fühlen zu können. Wenn ich ein ganzes Album in Florida machen würde, würde es nie so gut werden wie eine Platte aus New York. Denn hier ist man weniger hungrig. Die Leute in der Stadt sind hungrig. Alle kämpfen darum, von Funk Flex gespielt zu werden. Jeder kämpft um Raum, jeder will der König sein.« Und so sehr er ihn verabscheut, all den Hass, der die Straßen New Yorks derzeit erfüllt, ist es doch das Klima des Urban Guerilleros Joey Crack: Das Klima, in dem Hardcore Klassiker wie »Represent«, »Jealous Ones Envy«, »Don Cartagena« und jetzt eben das neue Album »Jealous Ones Still Envy«, gedeihen konnten.

Viel wurde diskutiert nach der ersten Single »We Thuggin« mit R.Kelly, über die angebliche Wandlung des einstigen Underground-Titanen zum jiggy Club—Player, der nur noch die Ladies und die A&Rs bedienen kann. Die zweite Single, »What’s Luv«, mit Ja Rule, Ashanti und dem Radio-König Irv Gotti gab den Hatern nur noch zusätzliche Nahrung: Fat Joe, so der Tenor, hat seine Wurzeln verkauft für den Einlass in den erlesenen Platinum-Kreis. Dabei weiß Joe einfach nur zu gut, dass ein universeller Hit heutzutage der einzige Weg ist, sich ein paar Quadratmeter auf dem hart umkämpften Schlachtfeld des Urban-Biz zu sichern und angehört zu werden. Und nach dem Tod von Big Pun, der immer der designierte Star der Terror Squad gewesen war, sei es nun eben seine Aufgabe, für diese Hits zu sorgen. Banger wie das brachial hymnische »Fight Club« mit M.O.P. und Petey Pablo oder »King Of N.Y.« mit Buju Banton sprechen ohnehin eine andere Sprache. Bis auf zwei, drei programmierte Radiohits ist Joey ganz der Alte geblieben. Seine Jungs von D.I.T.C. sieht er (mit Ausnahme von Diamond, dem Produzenten seines ersten Albums) noch immer fast täglich. Die Beatnuts sind wieder mit einem Joint auf dem Album vertreten. Premo ist bei Terror Squad gesignt, wo er noch in diesem Jahr sein Producer-Album droppen wird, das Stevie Wonder und Fred Durst featurt und nach Aussage des Chefs »eine Art ‚The Chronic‘ für die Eastcoast« werden soll. Und auch sein Protegé Remy Martin wird weiter behutsam aufgebaut. Der wichtigste Bezugspunkt in Joes Leben ist und bleibt aber Christopher Lee Rios.

Wie wichtig Pun tatsächlich war, zeigte sich nicht zuletzt im letzten Jahr, als sich mit Cuban Link, Sunkiss und Triple Seis drei MCs aus dem Terror-Squad-Umfeld im Streit von der Familie trennten. Joe will die Trennung so wenig kommentieren wie die Ereignisse bei Angie Martinez‘ Release-Party im »Jimmy’s«. Den heiß diskutierten Artikel in der Source, der ihm zumindest eine Teilschuld am Split zuschreibt und gar andeutet, Joe selbst könnte es gewesen sein, der Cuban Link in dieser von Sagen und Halbwahrheiten umnebelten Nacht das Gesicht mit einer Glasscherbe zerschnitten hat, bezeichnet er als »Stück Scheiße«. Er sei mit Aussagen zitiert worden, die er nie gemacht habe. Und warum Cuban und die anderen diese Feindseligkeit entwickelt haben, könne er sich beim besten Willen nicht erklären. Sicher ist für ihn hingegen, dass es der Tod des Punishers war, der das einst so dichte Netz der Terror Squad hat reißen lassen. »Pun war extrem wichtig für Terror Squad. Wir haben damals gar nicht so recht gewusst, wie wichtig. Er hat uns zusammengehalten, er hat den Geist am Leben gehalten. Er war ein echter Freund, er war loyal und er hat uns allen sehr viel beigebracht.« Joe spricht jedes Wort bedacht aus, seine Stimme wird leise, wann immer die Rede auf seinen ehemaIigen Mitstreiter kommt. Und das passiert nicht allzu selten. »Bevor ich ihn getroffen habe — das war in der Endphase der Produktion von ‚Jealous Ones Envy’ — war ich einsam. Ich war der einzige Latino in diesem Geschäft, ich war lyrisch nicht so gut wie ich jetzt bin, viele Leute haben sich über mich lustig gemacht und mich ausgenutzt. Ich fühlte mich sehr rebellisch, so als müsste ich allen etwas beweisen mit diesem Album. Pun hat all das geändert. Nachdem er gestorben war, haben viele daran gezweifelt, dass die Crew weiter bestehen würde. Selbst meine engsten Freunde haben sich gefragt, ob ich es schaffen würde, weiter zu machen. Aber ich habe es geschafft. Und deshalb wollte ich an diesen besonderen Punkt meines Lebens zurückkehren. Zu ‚Jealous Ones Envy‘, 1995. Ich wusste, dass ich mit ‚J.O.S.E.‘ dieses Album auf das nächste Level bringen muss. Für Pun. Und das haben wir gemacht.«

Um die Beats geht es ihm dabei eher in zweiter Linie, obwohl mit Buckwild, Alchemist, Rockwilder Und dem Mixtape—DJ Ron G auch an den Reglern nicht die Schlechtesten standen. »J.O.S.E.« sei deswegen sein bestes Album, weil er über den Real Shit rappe, das Innenleben von Fat Joe. »Wenn du das Album gehört hast, wird es nichts mehr über meine wahre Persönlichkeit geben, das du nicht weißt. Ich rede darüber, was ich über die Polizei denke, was ich über die Regierung denke, was ich über die Straßen denke und über Bitches. Es ist mein bisher kontroversestes Album. Nicht weil ich jemanden disse, sondern weil ich alles ausspreche, auch Dinge, die viele nicht so gerne hören werden, und von denen deine Mutter nicht wollen würde, dass du sie sagst.«

»Du machst deinen Job, und du machst ihn sehr gut, sehr professionell. Du musst kein tuff guy sein, um mein Freund zu sein. Du musst nur der sein, der du bist.«

31 Jahre ist Joe mittlerweile alt. Und damit alt genug, sich nicht nur über die Vorlieben seiner Mutter hinweg zu setzen, sondern auch sich in einer Position zu befinden, aufgrund der er sich berufen fühlen kann, den Kids im Biz etwas mit auf den Weg zu geben. Über die Ursprünge der Kultur, mit der sie sich ihr täglich Crystal verdienen. Über Beef und Unity. Und über das Leben an sich. Auch wenn er zumeist kein Gehör findet, wie bei seinem Vermittlungsversuchen zwischen Jigga und Esco. Denn obwohl er mit Nas seinen eindeutigen Favoriten hat, hält er ihren Beef für so überflüssig wie gefährlich. »Schwarze und hispanische junge Menschen verdienen eine Menge Geld mit HipHop, und das ist eine wundervollenSache. Aber anstatt sich darüber zu freuen und zusammenzuhalten‚ greifen sich alle gegenseitig an. Das ist traurig, denn eigentlich sollten wir einander helfen. Und ich glaube auch nicht, dass all diese Streitigkeiten inszeniert sind, um mehr Platten zu verkaufen. Diese Kids wissen oft einfach nicht, wie groß sie sind, wie groß HipHop ist. Sie wissen nicht, dass sie Fans haben, und dass sie Leute dazu bringen können, sich gegenseitig umzubringen. ‚Ich liebe Jada.‘, ‚Ich liebe Beanie‘ — booom. Schuss ins Gesicht mit einer 45er. Manchmal muss man ein bisschen verantwortungsbewusst sein. Aber die Medien fördern diesen Scheiß auch noch. Ich hasse fucking NYC Radio im Moment. Es ist wie eine fucking Soap Opera. Wer hat was gesagt? Wer hat heute wen gedisst? Too much! Niemand, der HipHop wirklich liebt, kann mehr Radio hören in New York. Es ist eine Schande.«

Joes Wut ist nicht aufgesetzt. Mit der stilisierten Heiligkeit des zurückgetretenen Bad Boy—Hustlers Mase, der mir am Vorabend via BET erklärt hat, dass »Rap« in Wahrheit für »Rhyming against preaching« stehe, hat das so wenig zu tun wie mit den immer wiederkehrenden Bekundungen, es sei doch alles nur lyrisch und gar nicht so gemeint. Joseph Cartagena weiß, dass es das ‚vor gar nicht allzu langer Zeit schon einmal hieß. Und dann Leute sterben mussten. Ohne Grund. Ohne Sinn. Jealous ones still envy. »Ich erfahre ständig Neid, im Großen wie im Kleinen. Manche kleinen Hustler hassen dich einfach nur, weil du oben bist und nicht sie. Und mit der Regierung ist es letztendlich das gleiche Spiel. Seit Ewigkeiten versprechen sie uns Hilfe. Aber irgendwann habe ich verstanden, dass sie gar nicht wollen, dass die Menschen in den Ghettos irgendwann einmal die Chance bekommen, ihr eigenes Business zu starten. Der Staat hält die Ghetto Youth ganz bewusst unten. Wenn sie jemanden mit etwas Gras erwischen, zwingen sie ihn, ein Papier zu unterschreiben, das ihn vor dem Gefängnis bewahrt, ihm aber seine ganze Zukunft verbaut. Das sind Kids! Jeder hat mal Scheiße gebaut, als er jung war. Und viele sind dann wichtige Stützen der Gesellschaft geworden. Wenn man 15, 16 ist, kann man aber nicht die Verantwortung eines 30-Jährigen haben. Aber was macht der Staat, was macht die Polizei heute? Anstatt ihnen ihre Jugend nachzusehen, halten sie sie klein und in den Ghettos. Sie wollen, dass wir alle zusammen dort drin bleiben. Auch Leute wie ich, die das Glück haben, sich ein Haus kaufen zu können. Aber ich kann es mir nicht kaufen, wo ich möchte. Ich kann vielleicht leben, wo Jay-Z lebt. Fuck that! Ich möchte dort leben, wo Mr. Giuliani lebt. Wenn ich eine Versicherung für meine Familie abschließen möchte, wollen sie keine Geschäfte mit mir machen. Du kannst noch so viel Geld haben, du wirst immer der Nigga aus dem Ghetto bleiben.«

Und so hat Geld für Fat Joe auch fast jede Bedeutung verloren. Geld heißt für ihn lediglich noch Sicherheit. Sicherheit, die er nie hatte, und die er seiner Familie nun geben möchte. Und nicht nur der: Joe fühlt sich seiner ganzen Hood verpflichtet. Wo er herkommt, so sagt er, sei er eine Art Messias. »Ich helfe jedem. Jemandes Mutter stirbt? Sie rufen Fat Joe an damit er das Begräbnis bezahltJemand kann seine Miete nicht bezahlen? Sie rufen Fat Joe an. Die ganze verdammte Nachbarschaft kommt immer zu Fat Joe.« Der Don eben. Don Cartagena. Big Pun hat ihm diesen Namen gegeben, und er fühlt sich wohl in der Rolle des gerechten, gönnerhaften Gangsters, der seinem Umfeld Sicherheit gibt und dafür den verdienten Respekt verlangt. Es geht nicht um Ruhm, der für ihn schon längst keine Antriebsquelle mehr ist. Die stete Suche nach dem grellsten Rampenlicht auf der größten Bühne in der vollsten Konzerthalle ist Vergangenheit für Joe. Plötzlich muss ich daran denken, wie mir die junge Lady an der Hotel-Rezeption von einem Fat-Joe-Gig im »Jimmy’s« berichtet hat, den sie einmal gesehen hat. Wie sie mir erklärt hat, wie sehr die Leute aus der Bronx Joey verehren würden. Und wie ihre Augen dabei geleuchtet haben. Als ich Joe diese Anekdote erzähle, beginnt er zu lächeln. Zum ersten Mal, seit wir in Gedanken nach New York City zurückgekehrt sind. Fast wirkt er gerührt. Ein tätowierter 400-Pfund-aufwärts-Koloss mit einem geschmolzenen Streetfighter-Herzen. »Okay, es macht mich immer noch glücklich und zufrieden, dass die Leute meine Musik mögen, denn darum mache ich sie. Aber es macht mich nicht mehr high. Ich versuche nicht mehr, der Berühmteste zu sein, oder denke mir: Wow, ich bin beliebt. Darüber bin ich hinweg.« Wenn Fat Joe seinen Bredrin und Sistaz hilft, dann deshalb, weil er – trotz all der Widersprüchlichkeit in seinen Aussagen – seine Prinzipien hat. Es ist Joes ganz persönlicher Code der Straßen, dem er so eisern folgt wie nichts und niemandem sonst. Gerechtigkeit, (Familien)-Ehre, Respekt. Wie gesagt, El Don Cartagena. »Als du in mein Haus gekommen bist, habe ich dich wie ein perfekter Gentleman behandelt, ein guter Gastgeber. Du machst deinen Job, und du machst ihn sehr gut, sehr professionell. Und du gibst mir Respekt. Also gebe ich dir Respekt. Du musst kein tuff guy sein, um mein Freund zu sein. Du musst nur der sein, der du bist.«

Nette Geste. Und das, obwohl er findet, dass ich aussehe wie »einer, der nur Mos Def und so einen Kram hört.« Ein Sorte Musik, die nicht unbedingt zu Herrn Cartagenas Favoriten gehört. »Ich mag Mos Def nicht, ich mag Talib Kweli nicht. Ich glaube nicht, dass das realer HipHop ist. Warum? Weil jeder glaubt, dass das realer HipHop ist. Um HipHop zu sein, musst du rebellisch sein und gegen den Strom schwimmen. Mos’ Flow ist definitiv dope. Aber nur weil er ein Video dreht, das nach Underground aussieht, heißt das noch nicht‚ dass das cooler Underground-HipHop ist. Das ist Bullshit. Und es ist nicht original. Wir sind original. Wir sind die ersten Latinos, die alleine ein HipHop—Label betrieben haben. Wir waren die ersten Latinos, die Double Platinum gegangen sind. Wir waren die E-r-s-t-e-n. Und was tut Mos Def? Nichts anderes als KRS getan hat. Er klingt wie fucking Q-Tip. Du kannst vielleicht die 15-Jährigen verarschen, aber nicht mich. Ich habe das schon einmal gesehen, ich habe das gefühlt. ‚Check da Rhyme, yo / check the rhyme, yo.‘ Ich war Native Tongue. Ich hasse Mos und Talib nicht als Leute, sie sind coole Jungs. Aber was sie tun, ist Bubblegum. Easy shit to do.« Ohne psychologisieren zu wollen: Was aus Fat Joe spricht, ist die Wut eines Mannes, der in den letzten Jahren von zahllosen privaten Schicksalsschlägen geplagt wurde und immer wieder aufgestanden ist. Und es ist der gekränkte Stolz eines Mannes, der HipHop lebt, seit er sieben Jahre alt ist. Auch heute noch mit der selben Leidenschaft wie vor 25 Jahren. Und der dafür nie den Respekt und die Anerkennung bekommen hat, die er (nicht nur) seiner Meinung nach verdient hat. »Ich bin mit Sicherheit nicht der beste Rapper, aber ich arbeite hart daran, meine Lyrics zu verbessern. Fat Joe ist der einzige Rapper in der Geschichte, der mit der Zeit besser geworden ist. Bei so vielen Leuten war das erste Album ein Klassiker, und dann sind sie schlechter und schlechter geworden. Mein neues Album ist besser als alle meine vorherigen. Wir haben Millionen verkauft, aber das wurde übersehen. BET hat einmal ein Special über die 50 besten MCs gemacht. Big Pun war auf Position 45 – hinter Luke, Da Brat und Missy. Come on! Missy? Da Brat? Das ist lächerlich. Was meinst du, wie wir uns gefühlt haben? All die Zeit, all die Leidenschaft, die wir in die Sache gesteckt haben. Oder sieh dir die letzte Source an, diese Jubiläumsausgabe mit dem Rückblick auf alle 150 Ausgaben. Meinst du, Fat Joe wäre ein einziges Mal erwähnt? Nicht ein einziges beschissenes Mal. Dabei ist das, was wir tun, Geschichte. Es mag nicht jedermanns Geschichte sein, aber es ist bestimmt die Geschichte von manchen Menschen. Aber ich suche gar nicht mehr nach Anerkennung, weil ich nicht glaube, dass ich sie jemals bekommen werde.«

Als »We Thuggin« zum ersten Mal durch die Radiostationen dieser Welt gepumpt wurde, wähnten viele Fat Joe auf dem Gipfel des persönlichen Glücks. Glück, das er sich durch Verrat an der Kultur erkauft hatte, die wahrscheinlich sein Leben gerettet hat. Wer Fat Joe wirklich zuhören will, wird verstehen, dass dem nicht so ist. Und was vom Judas im Temple of HipHop bleibt, ist ein Bimma X5 und ein Jet Ski vor der Haustür. Morgen fährt Fat Joe zurück nach New York. Die Realität ruft.

Text: Davide Bortot
Fotos: Berry Behrendt