DJ Khaled – Victory

 

DJ-Khaled_Victory

 

(E1/Groove Attack)

 

Wer im richtigen Leben gern auf dicke Hose macht, der wird an diesem Album garantiert seine Freude haben. DJ Khaled lässt auf seinem vierten offiziellen Longplayer jedenfalls kaum etwas unversucht, sich stets als omnipotenter musikalischer Kraftprotz in Szene zu setzen. Der DJ und Produzent aus Miami hat sich dafür wie gewohnt die Unterstützung einiger ­prominenter Zeitgenossen gesichert, die seine Tracks mit der nötigen Durchschlagskraft ausstatten sollen, allen voran T-Pain, Ludacris, Snoop Dogg, Rick Ross, Diddy, Busta Rhymes, Young Jeezy, Nelly und Lil Wayne. Trotzdem bleibt das ebenso laute wie großmäulige Spektakel, als solches ist “Victory” von der ersten bis zur letzten Sekunde konzipiert, weit hinter den ohnehin schon nicht allzu hohen Erwartungen zurück. Selbst mit überragender Allstar-Power ausgestattete Nummern wie “All I Do Is Win” zünden diesmal nicht richtig und bleiben wegen blasser Beats und halbgarer Hooks schon auf halber Wegstrecke unwiederbringlich stecken. Nicht viel besser ergeht es allerdings auch den mit etwas weniger Prominenz gesegneten Nummern wie “Ball” oder “Put Your Hands Up”, die sich ebenfalls als Rohrkrepierer erweisen. Dass er es auch anders und deutlich besser kann, zeigt DJ Khaled beim Titelsong, bei dem ihm Nas und John Legend entscheidend unter die Arme greifen, sowie bei der der herrlich schlechtgelaunten Crunk-Nummer “Bringing Real Rap Back”. Doch solche positiven Ausreißer können nicht über die insgesamt unbefriedigende Songqualität von “Victory” hinwegtäuschen.

 

Text: Norbert Schiegl